GT3-Garagen-Dasein
Ob in iRacing, Automobilista 2, Le Mans Ultimate oder RaceRoom, die GT3-Klasse steckt überall drin. Sie sind das Maß aller Dinge, der gemeinsame Nenner fast jeder modernen Rennsimulation. Die PCG Garage hat sich angesehen, warum diese Boliden das Herz des virtuellen Motorsports bilden.
Und ja, ohne sie sähe die Szene ganz anders aus. Weniger Starts, weniger Serien, weniger Drama.
Die Klassiker in der Box
- iRacing, ohne GT3 wäre die Teilnehmerzahl in den populärsten Splits nur ein Bruchteil. Die Simulation startete 2008 mit wenigen Fahrzeugen; die erste GT3 (BMW Z4) kam 2013. Heute zählt iRacing über 200.000 Abonnenten, die GT3-Rennen machen davon geschätzt 40 Prozent der täglichen Einsätze aus.
- Automobilista 2, setzt auf eine Mischung aus historischen und modernen Klassen, aber GT3 füllt die Grids. Entwickler Reiza Studios aus Brasilien lizenzierte die Madness-Engine (ursprünglich von Slightly Mad für Project CARS 2). Seit Release 2020 wurden über 300.000 Kopien verkauft; der GT3-DLC brachte 15 Fahrzeuge.
- Le Mans Ultimate, FIA WEC ohne GT3? Undenkbar. Die Hypercars brauchen das Mittelfeld. Der Titel erschien im Februar 2024 als Early Access von Studio 397, das zuvor rFactor 2 entwickelte. Die GT3-Klasse bildet das Rückgrat der GTE-Ablösung, mit neun Fahrzeugen und eigenem Balance of Performance.
- RaceRoom, baut seit Jahren auf die enge Konkurrenz der Hersteller-Modelle. Das kostenlose Spiel von KW Studios (ehemals Sector3, davor SimBin) bietet über 40 GT3-Autos von 13 Marken. Die Engine stammt von Race 07 (2007), wurde aber komplett überarbeitet. GT3-Rennen machen hier über 60 Prozent der Online-Lobbys aus.
Die Studios hinter den Simulationen
Alle vier Titel haben unterschiedliche Entwickler-Historien, die ihre GT3-Liebe erklären. iRacing ist ein Tochterunternehmen von iRacing.com Motorsport Simulations, gegründet 2004 von Dave Kaemmer (Mitgründer von Papyrus, den Machern von IndyCar Racing und NASCAR Racing). Kaemmer brachte die Physik-Engine von Papyrus mit.
Reiza Studios begann mit Game Stock Car (2011) und Formula Truck; Automobilista 2 ist ihr erster Titel mit Lizenz für reale Strecken und Fahrzeuge. Der Sprung von brasilianischen Serien zur internationalen GT3-Klasse war bewusst: Sie wollten den größten Markt bedienen.
Studio 397 entstand aus dem rFactor-2-Team; das Spiel wurde 2019 von Motorsport Games übernommen. Die GT3-Unterstützung war in rFactor 2 schon durch Mods populär, aber für Le Mans Ultimate implementierte man ein offizielles WEC-BoP-System.
KW Studios (vormals SimBin) hat die längste Historie: GTR (2005), GT Legends (2005), Race 07 (2007). Die GT3-Klasse war in Race 07 bereits als Add-on enthalten. Seit 2013 firmiert das Studio unter KW, fokussiert sich auf RaceRoom und pflegt enge Partnerschaften mit Herstellern wie Audi, BMW und Mercedes.
Warum gerade diese Boliden?
GT3-Fahrzeuge sind seriennah, aber nicht zu nah. Sie sehen aus wie Straßenautos, fahren sich aber wie echte Renner. Keine absurden Downforce-Werte, keine Hybrid-Komplexität. Das macht sie zugänglich für Semi-Profis und gleichzeitig fordernd genug für die Spitze.
Die Hersteller lieben die Klasse, die Lizenzen sind vergleichsweise günstig, und die Fans erkennen ihre Lieblingsmarken auf der Strecke. Ein Teufelskreis der Popularität, der sich selbst verstärkt.
Ein Blick in die anderen Garagen
Natürlich gibt es auch GT4, Prototypen oder historische Tourenwagen. Aber keine Klasse erreicht kritische Masse wie die GT3. Ohne sie müssten die Simulationen auf andere Formate setzen, oder auf Formel-Fahrzeuge, die eine ganz andere Zielgruppe ansprechen.
Die PCG Garage stellt fest: GT3 sind nicht nur ein Trend, sie sind der Klebstoff, der die Community zusammenhält. Und daran wird sich so schnell nichts ändern.