Sonys Cloud-Vergangenheit und Zahlen
Sony betreibt Cloud-Gaming seit 2014 mit PlayStation Now. Der Dienst startete mit 100 Spielen, wuchs auf über 800 Titel und wurde 2022 in den höheren PS Plus-Tarif integriert. Ende 2023 zählte PS Plus insgesamt rund 50 Millionen Abonnenten, aber nur ein Bruchteil nutzte die Cloud-Streaming-Option.
Microsofts xCloud startete 2020 mit Xbox Game Pass Ultimate. Im Vergleich: xCloud ist in 28 Ländern verfügbar, PlayStation Plus Cloud-Streaming nur in 19. Beide Dienste leiden unter Latenzproblemen und Bandbreitenanforderungen, 10 Mbit/s für 720p, 50 Mbit/s für 4K. Laut einer Studie von DFC Intelligence (2023) machen Cloud-Gaming-Umsätze weniger als 3 Prozent des globalen Spielemarktes von 180 Milliarden Dollar aus. Konsolen-Hardware bringt dagegen rund 60 Milliarden Dollar jährlich.
Exklusivtitel als Hardware-Magnet
Sony setzt seit der PS1 auf Erstanbieter-Spiele, die Konsolen verkaufen. Die God of War-Reihe erreichte 2018 einen Neustart: God of War (2018) verkaufte 23 Millionen Einheiten, der Nachfolger God of War Ragnarök (2022) über 15 Millionen in zehn Monaten. Marvel's Spider-Man (2018) und sein Sequel Spider-Man 2 (2023) zusammen über 25 Millionen.
Diese Titel erscheinen bislang nicht auf dem PC zum Launch, zeitlich versetzt erst nach 1–3 Jahren. Das schafft einen Kaufanreiz für die PlayStation 5. Aktuell (Stand Mai 2025) sind über 60 Millionen PS5-Einheiten ausgeliefert, nach rund vier Jahren. Die PS4 erreichte im gleichen Zeitraum etwa 70 Millionen. Die PS5 liegt damit leicht unter dem Vorgänger, aber angesichts von Lieferschwierigkeiten (2020–2022) ist das ein solides Ergebnis.
NVIDIA und Amazon als Konkurrenz im Hintergrund
Neben Microsoft drängen auch NVIDIA mit GeForce Now und Amazon mit Luna in den Cloud-Markt. GeForce Now streamt Spiele, die Nutzer bereits besitzen, auf bis zu 4K bei 120 fps, technisch überlegen, aber mit Abomodell für 20 Euro monatlich. Luna startete 2022 in den USA, expandierte nach Deutschland und Großbritannien, aber fehlt exklusive Sony-Blockbuster. Branchenweit streamen derzeit weniger als 10 Millionen zahlende Kunden Spiele, im Vergleich zu 150 Millionen aktiven Konsolenbesitzern.
Der PlayStation-Chef argumentiert, dass Konsolen durch niedrige Einstiegshürde und physische Medien weiter dominieren. 2024 wurden noch immer über 40 Prozent aller Spiele auf Disc verkauft, in Japan sogar über 70 Prozent. Cloud-Gaming ist kein Ersatz, sondern ein Zusatz für Gelegenheitsspieler oder Zweitgeräte.