Automatisches Fangen im Test
Pokémon Go führt einen neuen virtuellen Gegenstand ein, der Teile des Spiels für dich erledigt. Das Item wirft selbstständig Pokébälle auf wilde Pokémon und dreht PokéStops.
Laut einem Bericht von IGN läuft die Testphase bereits. Niantic probiert damit ein Feature aus, das vielen Spielern Arbeit abnehmen soll.
So funktioniert der neue Helfer
Das Item übernimmt zwei wiederkehrende Aufgaben:
- Automatisches Fangen: Es wirft Beeren und Pokébälle auf Pokémon, die in der Nähe erscheinen.
- Automatisches Drehen: PokéStops werden ohne manuelles Wischen aktiviert.
Der Spieler muss das Item zuvor aktivieren. Danach agiert es im Hintergrund, während die App geöffnet ist.
Hintergrund: Niantic und Automatisierungsvorstufen
Niantic wurde 2010 als Spin-off von Google gegründet. Das erste Spiel Ingress (2013) etablierte das standortbasierte AR-Konzept. Mit Pokémon Go (2016) folgte der Massenerfolg: über 500 Millionen Downloads, mehr als 6 Milliarden US-Dollar Umsatz bis 2023.
Automatisierungshilfen gab es von Anfang an. Das offizielle Pokémon Go Plus (2016) war ein Bluetooth-Armband zum Drücken. 2018 folgte der Poké Ball Plus mit integriertem Stop-Dreher und Fangknopf. Drittanbieter verkauften den Dual Catch Box, einen Clip mit zwei verbundenen Konten.
Der neue Helfer ist der erste rein virtuelle Automat. Er macht die Hardware überflüssig, und senkt die Einstiegshürde für passive Spieler. Niantic könnte ihn als Premium-Item im Shop platzieren, ähnlich wie Lockmodule oder Raid-Pässe.
Kritische Stimmen zur Automatik
Veteranen sehen darin einen Schritt weg vom aktiven Spielprinzip. Das manuelle Werfen und Drehen gehört schließlich zum Kern von Pokémon Go.
Andere begrüßen die Erleichterung, vor allem beim Grinden auf langen Spaziergängen. Der Kompromiss: Man verliert Kontrolle über die Fangstrategie und den Itemvorrat.
Was der Test bisher zeigt
Details zum Preis oder zur Verfügbarkeit des Items sind noch nicht bekannt. Niantic testet die Funktion offenbar bei einer begrenzten Spielergruppe.
Sollte das Feature in den Vollrelease kommen, dürfte es die Art und Weise verändern, wie viele Spieler das Spiel unterwegs nutzen. Ob die Community diesen Komfortgewinn annimmt oder ablehnt, hängt stark vom Preis und der Feinjustierung ab.
Branchenkontext: Auto-Play in mobilen Spielen
Auto-Play-Funktionen sind in mobilen Titeln Standard. Gacha-Spiele wie Summoners War oder Idle-Games wie AFK Arena lassen Kämpfe automatisch ablaufen. Spieler zahlen oft für Beschleunigung oder Premium-Auto-Pässe zwischen 5 und 15 Euro monatlich.
Pokémon Go war bislang eine Ausnahme: das manuelle Werfen galt als Kern der AR-Erfahrung. Der Schritt zur Automatisierung rückt das Spiel näher an passive Modelle heran. Was bei RPGs akzeptiert wird, könnte in einer AR-Jagd neue Diskussionen über Spieltiefe auslösen.
Niantic selbst testet mit dem Item eine mögliche Monetarisierungsschiene. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Umsatz von Pokémon Go bei rund 1,1 Milliarden Dollar, ein leichter Rückgang gegenüber 2021. Neue virtuelle Helfer könnten helfen, die Einnahmen zu stabilisieren, ohne neue Hardware zu produzieren.