Polyarc Games stellt den Betrieb ein
Polyarc Games hat angekündigt, dass das Studio geschlossen wird. Damit endet die Geschichte eines Entwicklers, der über Jahre hinweg zu den beständigsten Namen im VR-Bereich gehörte. Bekannt wurde das Team vor allem durch die Moss-Reihe. Die Ankündigung trifft eine Szene, die ohnehin mit schwierigen Bedingungen kämpft.
Was Moss ausgemacht hat
- Moss ist ein Action-Adventure, das speziell für Virtual Reality entworfen wurde
- Im Mittelpunkt steht die kleine Maus Quill, die ein Schwert trägt und Abenteuer besteht
- Spieler begleiten sie aus einer Egoperspektive und greifen selbst ins Geschehen ein
- Rätsel, Kämpfe und die Bindung zwischen Spieler und Quill trugen den Titel
- Die Reihe galt als Beispiel dafür, wie VR-Erzählung ohne Übertreibung funktionieren kann
Die Reihe und ihre Fortsetzung
Der erste Moss-Teil erschien ursprünglich für PlayStation VR und wurde später auf weitere VR-Plattformen portiert. Mit Moss: Book II setzte Polyarc die Geschichte um Quill fort und baute die Spielmechaniken aus. Beide Teile wurden von der Kritik überwiegend positiv aufgenommen. Für viele VR-Nutzer zählten sie zu den wenigen Titeln, die das Medium ernst nahmen. Ein dritter Teil war nie offiziell bestätigt.
Wer hinter Polyarc steckt
Polyarc hat seinen Sitz in Seattle und wurde von erfahrenen Entwicklern gegründet, die zuvor bei großen Studios gearbeitet hatten. Das Team konzentrierte sich von Anfang an auf VR statt auf klassische Flachbildschirm-Spiele. Diese Spezialisierung machte das Studio sichtbar, band es aber auch an einen kleinen Markt. Moss blieb über Jahre die wichtigste Marke des Unternehmens. Weitere größere Projekte traten daneben kaum in Erscheinung.
Warum VR-Studios es schwer haben
- Der VR-Markt ist im Vergleich zu Konsolen und PC klein geblieben
- Produktionskosten für hochwertige VR-Titel liegen nah an denen klassischer Spiele
- Studios hängen stark von Plattformhaltern wie Sony und Meta ab
- Portierungen auf Flachbildschirme sind aufwendig und nicht immer erfolgreich
- Viele kleinere VR-Teams haben in den vergangenen Jahren geschlossen oder wurden übernommen
Polyarc ist kein Einzelfall. Die VR-Branche hat immer wieder Studios verloren, die qualitativ starke Titel ablieferten, aber wirtschaftlich nicht tragen konnten. Moss war ein Vorzeigeprojekt, kein Massenphänomen.
Was das für Spieler bedeutet
Bereits erschienene Titel bleiben in der Regel spielbar, sofern sie auf den jeweiligen Stores verfügbar sind. Neue Inhalte aus dem Moss-Universum sind nach der Schließung nicht mehr zu erwarten. Ob die Marke eines Tages von einem anderen Team weitergeführt wird, ist offen. Polyarc selbst hat dazu keine Angaben gemacht. Für Fans bleibt die Reihe ein abgeschlossenes Kapitel.
Moss als Maßstab für VR-Erzählung
Moss zeigte, dass VR nicht zwingend auf Egoshooter oder Tech-Demos angewiesen ist. Die Kombination aus ruhigem Erzähltempo, sympathischer Hauptfigur und direkter Interaktion wurde vielfach als gelungen beschrieben. Quill wurde zu einer der bekannteren Figuren des VR-Bereichs. Polyarc bewies damit, dass auch kleine Geschichten in diesem Medium funktionieren. Genau diese Rolle macht die Schließung zu einem Verlust für die Szene.
Ein Studio verschwindet, seine Spiele bleiben
Die Nachricht trifft eine Gemeinde, die ohnehin überschaubar ist. Polyarc hinterlässt zwei Moss-Titel, die weiterhin in VR-Stores erhältlich sind. Wer die Reihe noch nicht kennt, kann sie dort nach wie vor starten. Neue Abenteuer mit Quill wird es vorerst nicht geben. Damit endet die Geschichte eines Studios, das über Jahre hinweg für erzählerischen Anspruch in Virtual Reality stand.