Eine vertikale Alternative für den Alltag
Die ProtoArc EM25 ist eine ergonomische Vertikalmaus, die vor allem bei langen Arbeitssessions oder Casual-Gaming punkten will.
Das Konzept: Die Hand liegt natürlicher auf einer geneigten Fläche, was Handgelenk und Unterarm entlasten soll.
- Gewicht und Abmessungen: 120 Gramm, 125 x 75 x 70 mm, für eine Vertikalmaus eher kompakt.
- Akkukapazität: Der 500-mAh-Akku soll laut Hersteller bis zu 70 Tage bei acht Stunden Nutzung pro Tag halten.
- Verbundenheit: Bluetooth 5.0 und 2,4-GHz-Dongle (im Mausfach) unterstützen bis zu drei Geräte gleichzeitig.
Wer ist ProtoArc?
ProtoArc ist ein chinesischer Peripheriehersteller mit Sitz in Shenzhen, gegründet 2015. Das Unternehmen konzentriert sich auf preiswerte ergonomische Eingabegeräte, meist Vertikalmäuse und geteilte Tastaturen. Vor der EM25 brachte ProtoArc die Modelle EM11 (2018), EM20 (2020) und EM23 (2022) auf den Markt.
Die EM11 war eine der ersten günstigen Vertikalmäuse unter 30 Euro, litt aber unter einer unpräzisen Optik und, genau wie die EM20, unter quietschenden Scrollrädern. Die EM23 führte eine leichtere Bauweise ein, jedoch ohne Bluetooth.
Mit der EM25 versucht ProtoArc, die Schwächen der Vorgänger zu beheben: leise Klicks, stabilere Verbindung und eine Soft-Touch-Oberfläche. Der Preis von rund 35 Euro liegt etwa 70 Prozent unter der Logitech MX Vertical.
Die rauen Kanten, hier hapert es
Die Zusammenfassung der PCGamer-Kollegen spricht von „rough around the edges“, und das merkt man in der Praxis:
- Das Scrollrad: Es rastet zwar, fühlt sich aber wackelig an und quietscht bei schnellen Scrollbewegungen.
- Seitentasten: Sie sind zu weit oben platziert. Wer kurze Daumen hat, muss die Hand krümmen.
- Oberflächenqualität: Nach zwei Wochen zeigten sich auf unserem Testgerät leichte Abriebspuren an der Daumenauflage.
Ein echtes Ärgernis ist die Software: Sie bietet kaum Anpassungsmöglichkeiten, keine Makros, keine Beleuchtungssteuerung und kein Einstellungsprofil für Spiele.
- Wiederkehrendes Problem: Bereits die ProtoArc EM20 hatte ein quietschendes Scrollrad, hier scheint das Unternehmen keine grundlegende Überarbeitung vorgenommen zu haben.
- Treiber: Die Windows-Software (Version 1.2) erlaubt nur DPI-Einstellungen zwischen 800 und 2400, aber keine individuelle Belegung der Seitentasten.
Die EM25 im Marktvergleich
Die direkte Konkurrenz kommt von Logitech MX Vertical (ca. 100 Euro) und Trust Verto (ca. 40 Euro). Die Logitech bietet eine präzise 4000-DPI-Optik, programmierbare Tasten per Logitech Options+ und eine bessere Verarbeitung (kein Abrieb nach zwei Wochen). Die Trust Verto ist preislich nah an der EM25, hat aber einen höheren Griff und eine offiziell geprüfte Medical-Zertifizierung für den Büroeinsatz.
Laut einer Marktanalyse von Grand View Research wuchs das Segment ergonomischer Mäuse 2023 um 12 Prozent, getrieben durch Homeoffice und Gamer mit RSI-Beschwerden. ProtoArc setzt hier auf den Einstiegspreis, verzichtet aber auf Langlebigkeit und Software-Tiefe.
Für wen lohnt sich die EM25?
Die ProtoArc EM25 ist eine günstige Einstiegsmaus für alle, die ergonomisches Design ausprobieren wollen, ohne viel Geld auszugeben.
Für Vielzocker mit hohem Anspruch an Präzision und Haltbarkeit gibt es bessere Optionen, etwa die Logitech MX Vertical oder die Trust Verto.
Die EM25 bleibt ein solider, aber ungeschliffener Begleiter, genau wie es die Kollegen von PCGamer beschreiben. Wer das quietschende Scrollrad und die schwammigen Seitentasten in Kauf nimmt, erhält für 35 Euro eine vertikale Maus, die grundlegende Ergonomie bietet. Das Gesamtpaket erklärt, warum ProtoArc im Schatten der etablierten Marken steht.