Was hinter „Relapse” steckt
Ein neuer Jailbreak für die PlayStation 5 sorgt in der Konsolen-Szene für Gesprächsstoff. Der Exploit trägt den Namen Relapse und soll auf Sonys aktueller Konsole unsignierten Code ausführen können. Nach den vorliegenden Berichten deckt er Firmware-Versionen von 7.00 bis 13.60 ab. Auf 14.00 läuft er dagegen nicht mehr. Damit bewegt sich die ganze Geschichte in einem klar abgesteckten Zeitfenster, das Sony mit dem jüngsten Systemupdate bereits geschlossen hat.
Diese Firmware-Versionen sind betroffen
- Der Exploit wurde demnach über die Firmware 13.60 nutzbar gemacht.
- Die betroffene Spanne reicht von 7.00 bis 13.60.
- Die 13.60-Range wird zeitlich auf Ende Juli 2026 eingeordnet.
- Die Firmware 14.00 erschien am 16. September 2026 und soll für Relapse nicht mehr anfällig sein.
- Betroffen sind laut mehreren Berichten sowohl die PS5 als auch die PS5 Pro.
Wer entwickelt den Exploit?
Als Entwickler wird Nathan Fargo genannt. Ein Publisher im klassischen Sinn existiert für ein solches Projekt nicht, entsprechend gibt es auch keinen Ladenpreis oder eine offizielle Vertriebsstruktur. Solche Arbeiten entstehen üblicherweise in der Homebrew- und Sicherheitsforschungsszene und werden dort frei geteilt. Ein Preis in Euro lässt sich für Relapse damit schlicht nicht angeben. Wer auf eine kommerzielle Veröffentlichung wartet, wartet auf etwas, das es in dieser Form nicht gibt.
Was der Exploit technisch möglich macht
Relapse ermöglicht nach den vorliegenden Angaben unsignierte Ausführung auf der Konsole. In der Praxis bedeutet das: Code, der nicht von Sony zertifiziert wurde, kann auf dem System laufen. Daraus ergeben sich typischerweise zwei Anwendungsfelder, nämlich Homebrew-Software einerseits und das Abspielen von Dumps andererseits. Der Begriff Dump bezeichnet dabei Kopien von Spielen, die nicht über den offiziellen Store bezogen wurden. Genau an dieser Stelle beginnt der Graubereich, der die aktuelle Diskussion antreibt.
Raubkopien: Eine Wertung, kein Beleg
Die Formulierung, der Exploit habe „die Schleusen für Raubkopien” geöffnet, ist eine Prognose und keine belegte Tatsache. Ebenso wenig unabhängig bestätigt ist die Behauptung, konkrete Titel wie Marvel’s Wolverine oder The Witcher 3 Remastered seien dadurch kompromittiert worden. Diese Spiele werden in Berichten als Beispiele genannt, mehr aber auch nicht. Wer aus der bloßen technischen Möglichkeit auf eine tatsächlich stattfindende Piraterie-Welle schließt, macht einen Schritt, den die Faktenlage bislang nicht deckt. Die technische Tür ist offen, ob jemand hindurchgeht, ist eine andere Frage.
Die PS5 Pro ist mit dabei
Mehrere Berichte sagen ausdrücklich, dass Relapse auf beiden Modellen läuft, also auf der Standard-PS5 und auf der PS5 Pro. Das ist insofern bemerkenswert, als sich die Hardware beider Geräte unterscheidet und Exploits häufig nur eine bestimmte Revision treffen. Eine breite Abdeckung über mehrere Firmware-Stände und zwei Hardware-Varianten hinweg ist für ein einzelnes Projekt ungewöhnlich. Sie erklärt auch, warum die Meldung innerhalb kurzer Zeit so viel Aufmerksamkeit bekommen hat.
Einordnung: Jailbreaks und ihre Halbwertszeit
Jailbreaks für PlayStation-Hardware sind kein neues Phänomen, und ihr Muster wiederholt sich seit Jahren. Ein Team oder eine Einzelperson findet eine Lücke, veröffentlicht sie, und Sony schließt sie mit dem nächsten Firmware-Update. Der entscheidende Faktor ist deshalb selten der Exploit selbst, sondern die Firmware-Verteilung: Wer bereits aktualisiert hat, sitzt außerhalb des Fensters. Genau das ist hier passiert, denn mit 14.00 vom 16. September 2026 endet die nutzbare Spanne. Der Zeitraum zwischen Ende Juli und Mitte September markiert also das eigentliche Anwendungsfenster von Relapse.
Was das für Besitzer bedeutet
Für die meisten PS5-Besitzer ändert sich praktisch nichts. Wer die Konsole regulär im PlayStation Network nutzt, ist ohnehin auf einer aktuellen Firmware unterwegs und damit außerhalb der betroffenen Versionen. Wer sein System bewusst zurückhält, tauscht Funktionsumfang und Online-Zugang gegen die Möglichkeit, unsignierte Software zu starten, und geht dabei das Risiko ein, dass Sony entsprechende Geräte vom Netz ausschließt. Die Firmware 14.00 steht seit dem 16. September 2026 bereit und schließt die Lücke, auf der Relapse basiert. Damit ist die Geschichte technisch bereits an ihrem Endpunkt angekommen, auch wenn die Diskussion über ihre Folgen noch weiterläuft.