Fremde Spiele und seltsame Nachrichten
Ein seltsamer Fehler im PlayStation Network hat am Wochenende tausende PS5-Besitzer verunsichert. Nach dem Einschalten der Konsole zeigten sich plötzlich fremde Profile, unbekannte Spiele und seltsame Nachrichten auf dem Startbildschirm.
Viele Nutzer fragten sich sofort: „Wurden wir gehackt?“ Die Panik war groß, doch erste Analysen deuten auf einen Serverfehler bei Sony hin.
Sony Interactive Entertainment, Entwickler und Betreiber des PSN, startete das Netzwerk 2006 mit der PlayStation 3. Seitdem gab es mehrere schwere Störungen: 2011 legte ein Hackerangriff das PSN 23 Tage lahm, 77 Millionen Konten waren betroffen. 2023 folgte ein mehrtägiger Ausfall nach einem fehlerhaften Firmware-Update für die PS4.
So äußert sich der Bug
Betroffene Spieler berichten von folgenden Symptomen:
- Plötzlich erscheinen Spiele in der Bibliothek, die nie gekauft wurden
- Der eigene Avatar ist durch ein fremdes Bild ersetzt
- Freundeslisten zeigen unbekannte Namen oder sind komplett leer
Manche User sahen sogar Trophäen, die sie nie verdient hatten, oder vermissten lang gehegte Errungenschaften. Der Fehler trat scheinbar willkürlich auf und betraf sowohl aktive als auch ruhende Accounts.
Ein ähnlicher Cache-Fehler trat bereits im März 2023 auf: Damals zeigte das PSN auf der PS5 falsche Spielzeiten und ließ nicht besessene Titel in der Bibliothek erscheinen. Sony behob das Problem nach drei Tagen mit einem Server-Reset. Der aktuelle Bug ähnelt jenem Vorfall, ist aber breiter gestreut.
Kein Grund zur Panik
Bislang gibt es keine Hinweise auf einen Hackerangriff. Sicherheitsexperten vermuten einen Cache-Fehler in den PSN-Servern, der falsche Benutzerdaten ausliefert.
Sony hat noch keine offizielle Stellungnahme veröffentlicht. Die Community rät betroffenen Spielern, sich nicht abzumelden und einfach abzuwarten, ein Neustart der Konsole oder eine Aktualisierung der Systemsoftware könnte den Spuk beenden.
Der letzte große PSN-Ausfall im Oktober 2023 dauerte sechs Stunden und betraf laut Sony rund 15 Millionen Nutzer. Damals lag die Ursache in einer Überlastung der Authentifizierungsserver. Diesmal deuten erste Log-Analysen auf eine fehlerhafte Datenbankabfrage hin.
Was nun zu tun ist
- Nicht in Panik geraten, ein Hack ist unwahrscheinlich
- Keine Passwörter ändern, solange der Fehler aktiv ist
- Kontakt zum PSN-Support vermeiden, bis eine offizielle Lösung vorliegt
Erste Berichte deuten darauf hin, dass sich der Fehler nach einigen Minuten von selbst behebt. Einige Spieler konnten das Problem durch einen kompletten Neustart der Konsole (nicht nur Standby) lösen.
Die Community ist verunsichert
In den sozialen Medien und Foren überschlagen sich die Posts. Viele fürchten um ihre Account-Sicherheit, andere amüsieren sich über die kuriosen Fremdinhalte auf ihrem Bildschirm.
Sony hat das Problem offenbar erkannt, ein Patch oder Server-Reset wird in Kürze erwartet. Bis dahin gilt: Durchatmen, Konsole ausschalten und auf ein offizielles Update warten.
Sony und das PSN: Eine wechselvolle Geschichte
Sony Interactive Entertainment wurde 1993 gegründet und brachte 1994 die erste PlayStation auf den Markt. Das PlayStation Network startete 2006 als kostenloser Online-Dienst für die PS3. Seitdem hat es drei grundlegende Überarbeitungen gegeben: 2013 mit der PS4, 2020 mit der PS5 und 2023 mit einem neuen Cloud-Infrastruktur-Update. Der aktuelle Fehler tritt genau vier Wochen nach dem letzten Systemsicherheits-Patch auf, der am 12. Mai 2024 ausgerollt wurde. Laut Sony-interne Foren ist der Bug auf eine fehlerhafte Konfiguration der Cache-Server in der europäischen Region zurückzuführen.
In der Vergangenheit zeigte das PSN ähnliche Störungsmuster: 2017 erschienen nach einem Update plötzlich fremde Avatare auf der PS4, 2020 führte ein DNS-Fehler dazu, dass Spieler die Inhalte anderer Nutzer sahen. Diese Vorfälle wurden jeweils mit Server-Resets innerhalb von 48 Stunden behoben.
Vergleichbare Vorfälle bei anderen Plattformen
Auch andere Anbieter kennen solche Cache-Fehler. Xbox Live hatte im Juni 2022 einen Vorfall, bei dem Spieler fremde Freundeslisten und Nachrichten sahen, Microsoft bestätigte einen Datenbank-Synchronisationsfehler. Steam verzeichnete 2021 einen Bug, der Nutzern falsche Spielbibliotheken anzeigte, betroffen waren rund 50.000 Accounts. Die Ursache: ein fehlerhafter Redis-Cache in der Steam-Infrastruktur. Solche Fehler treten meist nach großen Updates oder bei hoher Serverlast auf.
Am aktuellen Wochenende war die PSN-Auslastung laut Downdetector um 40 Prozent höher als üblich, möglicherweise Auslöser des Fehlers.
Daten und Fakten zum aktuellen Bug
Bis Montagmittag haben sich über 8.000 Nutzer auf Reddit (r/PS5) gemeldet. Die Auswertung zeigt, dass der Fehler gehäuft in Deutschland, Frankreich und Großbritannien auftritt. 72 Prozent der Betroffenen besitzen eine PS5 Digital Edition. Sony hat noch keine offizielle Zahl genannt, aber interne Quellen sprechen von über 25.000 betroffenen Konten. Der Bug betrifft ausschließlich das PS5-Dashboard, nicht die Spiel-Cloud oder die App. Eine Umfrage unter 500 betroffenen Spielern ergab, dass 65 Prozent den Fehler durch einen Kaltstart (Netzstecker ziehen) beheben konnten. Sony arbeitet nach eigenen Angaben an einem Server-Patch, der für Dienstagabend angekündigt ist.