Die Abenteuer von Quill ohne Headset
Die kleine Heldin Quill verlässt die exklusive VR-Umgebung und erreicht klassische Bildschirme. Polyarc bündelt beide Kapitel der Saga in Moss: The Forgotten Relic.
Dieses Paket kombiniert Moss und Moss: Book II in einer überarbeiteten Fassung für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Spieler steuern die Maus nun traditionell mit Controller oder Maus und Tastatur.
Hintergrund zum Entwickler Polyarc
Das Studio Polyarc wurde 2015 von den ehemaligen Bungie-Mitarbeitern Danny Bulla, Chris Alderson und Tam Armstrong in Seattle gegründet. Die Gründer brachten Erfahrungen aus der Entwicklung von Destiny und Halo mit, konzentrierten sich jedoch bei eigenen Projekten auf Storytelling-Fokus und VR-Mechaniken.
Die technische Expertise des Teams floss in die Entwicklung einer eigenen Engine-Pipeline für interaktive Dioramen. Moss war das Debütprojekt des Studios, das 2018 erschien und für die geschickte Verbindung von First-Person-Interaktion und Third-Person-Steuerung bekannt wurde.
Was steckt im Paket?
- Die vollständige Geschichte aus Moss (2018) und Moss: Book II (2022) in einer Installation.
- Angepasste Grafik-Assets für eine schärfere Darstellung auf 2D-Monitoren.
- Überarbeitete Kameraperspektiven, die das Geschehen aus einer klassischen Sicht hinter der Spielfigur zeigen.
Das Paket adressiert die Kritikpunkte, die nach der Veröffentlichung von Moss: Book II aufkamen. Während der erste Teil den VR-Markt 2018 als Vorzeigetitel für PSVR prägte, blieb die Fortsetzung 2022 trotz positiver Tests aufgrund der stagnierenden Hardware-Verkäufe hinter kommerziellen Erwartungen zurück.
Technische Details und Verfügbarkeit
Das Spiel erscheint im Laufe dieses Sommers. Die Entwickler haben die Steuerung spezifisch für konventionelle Eingabegeräte umgebaut, um den Spielfluss ohne Virtual Reality zu gewährleisten.
Dank der optischen Aufwertung wirken die Umgebungen in Moss: The Forgotten Relic auf einem 4K-Monitor besonders detailliert. Die Märchenwelt verliert durch den Verzicht auf das Headset nichts von ihrem Charme.
Die Portierung erfordert eine Anpassung der Interaktionsmodelle, da der Spieler in VR physisch in das Spielfeld hineingreifen konnte. In der neuen Version übernimmt der Cursor oder der Controller-Input die Rolle des "Lesers", der zuvor durch die Kopfbewegungen des Spielers definiert war.
Branchenkontext und frühere Releases
Die Entscheidung von Polyarc, ein reines VR-Franchise für den Massenmarkt zu öffnen, folgt einer Strategie, die bereits andere Entwickler wählten. Titel wie Superhot oder Rez Infinite zeigten, dass eine nachträgliche Portierung ohne VR-Pflicht die Reichweite eines Produkts massiv erhöht.
Moss verkaufte sich seit dem Release 2018 über 500.000 Mal auf verschiedenen VR-Plattformen. Mit dem Schritt auf die Xbox Series X/S und klassische PC-Monitore öffnet sich der Markt für ein Publikum, das sich bisher aufgrund der hohen Anschaffungskosten für Headsets gegen die Serie entschied.
- Vergleichbare Titel wie Ghost Giant oder Trover Saves the Universe gingen denselben Weg.
- Die Portierung erlaubt eine stabilere Bildrate von 60 oder 120 FPS, was in VR zur Vermeidung von Reisekrankheit ohnehin notwendig war.
- Die Veröffentlichung erfolgt weltweit zeitgleich auf Steam, im Epic Games Store sowie über die Stores der Konsolenhersteller.
Der Verzicht auf VR führt dazu, dass Moss: The Forgotten Relic nun in einem direkten Wettbewerb mit etablierten Plattformer-Serien wie Ratchet & Clank oder Spyro steht. Die geringe Spieldauer der beiden Titel von insgesamt etwa 10 bis 12 Stunden positioniert das Paket preislich vermutlich im mittleren Segment.
Die Umstellung auf eine traditionelle Kameraführung verändert das Pacing der Kämpfe. In der ursprünglichen VR-Version konnte der Spieler durch Bewegung des Kopfes schnell auf Gegner reagieren, während die 2D-Version nun auf eine präzise Steuerung durch Analogsticks angewiesen ist.