Ein Klassiker im Dornröschenschlaf
Bloodborne erschien im März 2015 exklusiv für die PlayStation 4 und verkaufte sich innerhalb von sechs Monaten über eine Million Mal. Trotz dieses kommerziellen Erfolges und eines Metacritic-Scores von 92 Punkten blieb das Spiel in einem technischen Zustand gefangen, der auf 30 Bilder pro Sekunde limitiert ist.
Shuhei Yoshida, ehemaliger Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, beschrieb das Fehlen einer PC-Version in einem aktuellen Interview als ein Rätsel. Er verdeutlicht damit, dass selbst in der Führungsebene von Sony kein Konsens über die Ignoranz gegenüber diesem Titel existiert.
Die Wurzeln bei FromSoftware
Entwickler FromSoftware unter der Leitung von Hidetaka Miyazaki etablierte sich mit der Dark Souls-Reihe als Spezialist für fordernde Action-Rollenspiele. Vor Bloodborne zeichnete das japanische Studio für Demon’s Souls auf der PlayStation 3 verantwortlich, welches das Fundament für das moderne Subgenre der „Souls-likes“ legte.
Die Zusammenarbeit mit Sony Japan Studio während der Entwicklung von Bloodborne war eng verzahnt. Während FromSoftware das Spieldesign verantwortete, steuerte das interne Sony-Team technisches Know-how und Assets bei.
- Demon’s Souls (2009): Startpunkt der Formel.
- Dark Souls (2011): Ausweitung auf Multiplattform.
- Bloodborne (2015): Rückkehr zur Exklusivität auf der PS4.
Warum das Schweigen?
Die Community wartet seit Jahren auf Neuigkeiten zu Bloodborne. Yoshida bestätigt nun offiziell, dass selbst er die Strategie hinter der langen Funkstille nicht nachvollziehen kann.
- Keine neuen Inhalte seit November 2015.
- Keine offizielle Portierung auf den PC durch Sony oder FromSoftware.
- Hohe Nachfrage der Fans nach einer modernen Fassung des Spiels.
Die technische Architektur von Bloodborne ist fest an die Hardware der PlayStation 4 gekoppelt. Die Engine nutzt spezifische API-Befehle, die eine Portierung auf den PC im Vergleich zu Titeln wie Horizon Zero Dawn oder God of War erschweren.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Sony hat in den vergangenen Jahren eine klare Strategie verfolgt, ihre Eigenmarken auf den PC zu bringen. Days Gone, Ghost of Tsushima und The Last of Us Part I erhielten allesamt PC-Umsetzungen, um die Reichweite der Marken zu vergrößern.
Bloodborne stellt innerhalb dieser Reihe eine Ausnahme dar. Während Konkurrenten wie Elden Ring, ebenfalls von FromSoftware, auf allen Plattformen Rekorde brechen, bleibt die düstere Welt von Yharnam isoliert.
- Demon’s Souls Remake (2020): Entwickelt von Bluepoint Games für die PlayStation 5.
- Dark Souls Remastered (2018): Von QLOC für PC, PS4 und Xbox umgesetzt.
Der Erfolg des Demon’s Souls Remakes zeigte, dass ein Interesse an der überarbeiteten Form älterer FromSoftware-Titel besteht. Dennoch blieb eine vergleichbare Behandlung für Bloodborne bisher aus.
Der Blick zurück auf 2015
Der letzte offizielle Content-Nachschub für das düstere Action-Rollenspiel war die Erweiterung The Old Hunters. Seitdem ist es um das Franchise still geworden, obwohl es regelmäßig in Diskussionen um Klassiker auftaucht.
Yoshida selbst zählt zu den Bewunderern von Bloodborne. Dass ein Titel mit einer derart treuen Fangemeinde bisher keinen weiteren Ausbau oder eine breitere Verfügbarkeit erfahren hat, bleibt eine ungewöhnliche Entscheidung der Verantwortlichen.
Für einen Port auf den PC oder eine Neuauflage gibt es aktuell keine bestätigten Pläne. Die Spieler müssen sich mit dem Status quo zufriedengeben, während das Rätsel um die Marke weiter bestehen bleibt.
Hidetaka Miyazaki äußerte sich in der Vergangenheit mehrfach dazu, dass die Rechte an der Marke Bloodborne vollständig bei Sony Interactive Entertainment liegen. Das Studio FromSoftware hat somit keine operative Handhabe, um eigenständig eine neue Version oder eine Fortsetzung zu initiieren.