Die Kunst der Spielmenüs im echten Leben
Videospielmenüs fungieren als stilvoller Empfang und setzen die Stimmung für das Adventure. Die aktuelle Welle auf TikTok und Instagram nutzt diese Design-Sprache, um Alltagsszenen in fiktive Ladebildschirme zu verwandeln.
Dabei werden Freunde oder Haustiere wie 3D-Modelle in einer Zeitschleife inszeniert. Die Nutzer kopieren dabei die UI-Elemente, die von Entwicklerstudios entworfen wurden, um dem Spieler eine Pause zwischen den Missionen zu gönnen.
Inspiration durch Gaming-Klassiker
Die Ästhetik dieser Clips erinnert an die goldene Ära der Action-Titel. Die Vorbilder prägten maßgeblich, wie wir heute Interaktionen mit Startbildschirmen wahrnehmen:
- Batman: Arkham City: Rocksteady Studios etablierte hier den düsteren, atmosphärischen Look, bei dem der Protagonist auf einem Dach thront, während der Regen auf den Boden prasselt.
- Metal Gear Rising: Revengeance: PlatinumGames setzte auf aggressive, hochdynamische Kamerafahrten und einen extremen Kontrast zwischen Charakter und Hintergrund.
- God of War (2018): Santa Monica Studio nutzte eine Einstellung, bei der Kratos ruhig auf einer Bank sitzt, was die emotionale Schwere der Geschichte verdeutlicht.
Diese Titel nutzen Standbilder oder verlangsamte Bewegungen von Modellen, um eine dramatische Pose einzufrieren. Die technische Umsetzung in diesen Spielen basiert meist auf einer Echtzeit-Berechnung der Engine, bei der die Lichtverhältnisse und Partikeleffekte für das Menü separat optimiert werden.
Historische Einordnung der UI-Design-Vorbilder
Das Design von Batman: Arkham City (veröffentlicht 2011) gilt unter Grafik-Designern als Referenz für minimalistische Menüs. Rocksteady nutzte die Unreal Engine 3, um die frostige Atmosphäre von Arkham City bereits im Hauptmenü greifbar zu machen.
Metal Gear Rising: Revengeance (2013) hingegen steht für den Stilwandel des Franchises von Kojima Productions zu einem schnellen Hack-and-Slash-Gameplay. Die Menüs spiegeln die Überdrehtheit des Spiels wider, was die aktuellen Social-Media-Trends oft durch schnelle Schnitte imitieren.
God of War (2018) brach mit der Tradition der Vorgänger. Während die frühen Teile auf der PlayStation 2 (ab 2005) noch statische oder sehr einfache Menüs boten, integrierte Santa Monica Studio das Menü direkt in den Spielfluss. Diese Form der Immersion bildet heute die Grundlage für die kreative Arbeit vieler Creator.
So erstellst du dein eigenes Menü
Für ein überzeugendes Ergebnis ist die Planung der Aufnahme entscheidend. Ein Video von etwa 10 Sekunden bildet das Grundgerüst.
Beachte diese technischen Parameter für den Look:
- Nutze das 9:16-Format für die mobile Anzeige.
- Platziere das Motiv rechts, um links Platz für das Spiel-Logo und die Menüpunkte zu lassen.
- Setze Slow-Motion-Aufnahmen ein, um den Effekt künstlich wirkender Spielmodelle zu erzwingen.
- Verwende das Lied „Worry (Ultra Slowed)“ von Lonown als Hintergrund.
Branchenkontext und technische Umsetzung
Die aktuelle Popularität dieser Trends korreliert mit der steigenden Verfügbarkeit leistungsstarker Videobearbeitungstools auf Smartphones. Während Entwickler wie Santa Monica Studio für God of War Monate in die Entwicklung der UI-Animationen investierten, erreichen heutige Nutzer ähnliche visuelle Effekte mit App-Filtern.
Die Technik dahinter ähnelt dem „Rotoscoping“, bei dem Bewegungen isoliert werden, um sie in eine digitale Umgebung einzubetten. Frühere Titel wie Street Fighter IV (2008) nutzten bereits ähnliche Effekte, bei denen Charaktere im Menü gegen den Bildschirm schlugen oder sich in Kampfposition brachten.
Feinschliff durch Filter und Farbe
Die visuelle Wirkung hängt stark von der Sättigung ab. Apps wie Prequel bieten Optionen, um den Kontrast anzupassen und den Look an Interfaces anzulehnen.
Nutze für den perfekten Look diese Ansätze:
- Instagram-interne Tools für Text-Overlays reichen für grundlegende Animationen aus.
- Achte darauf, dass das Logo die Dynamik des Videos nicht überlagert.
- Schneide zwei bis drei kurze Szenen innerhalb der zehn Sekunden zusammen, um das Gefühl einer Engine-Schleife zu erzeugen.
Die Industrie bewegt sich zunehmend von statischen Menüs hin zu Live-Umgebungen, wie sie in Cyberpunk 2077 zu sehen sind. In diesem Titel dient das Menü als Erweiterung des In-Game-Computers des Protagonisten, was die Grenze zwischen Spielwelt und UI-Design weiter verwischt. Die sozialen Medien adaptieren diese Gestaltung direkt für den privaten Content.