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Saber verspricht: 'Wir werden niemanden entlassen und durch KI ersetzen', Rideshare-Simulator-Chef nimmt Stellung
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Saber verspricht: 'Wir werden niemanden entlassen und durch KI ersetzen', Rideshare-Simulator-Chef nimmt Stellung

Saber Interactive weist Vorwürfe zurück, nach KI-Kritik Mitarbeiter ersetzt zu haben, und erklärt, wie generative KI im Rideshare Simulator eingesetzt wird.

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Tommes Parzl
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Ein klares Versprechen in der KI-Debatte

Tim Willits, Chief Creative Officer bei Saber Interactive, hat sich erstmals persönlich zu den anhaltenden KI-Vorwürfen geäußert. In einem Interview betonte er: „Wir werden niemals jemanden entlassen und durch KI ersetzen.” Das Statement folgt auf wochenlange Kritik, nachdem CEO Matthew Karch sich abfällig über eine ehemalige Autorin geäußert hatte. Der Vorfall hatte die Diskussion um generative KI in der Spielebranche neu entfacht.

Der Wirbel begann, als Stella Sacco, die am Rideshare Simulator mitgeschrieben hatte, öffentlich machte, dass sie nach der Arbeit an dem Projekt entlassen und durch ChatGPT ersetzt worden sei. Auch wenn sich diese Darstellung später als nicht haltbar erwies, schadete sie dem Ruf des Studios erheblich. Willits will nun Klarheit schaffen, ohne die grundsätzliche Skepsis gegenüber KI-Tools zu ignorieren.

Wie der Rideshare Simulator KI tatsächlich nutzt

  • Die Hauptkampagne des Spiels enthält ausschließlich von Menschen geschriebene Dialoge.
  • Der „Free-Ride” Modus hingegen setzt auf generative KI, um aktuelle Ereignisse in Echtzeit zu referenzieren.
  • Geplant sind wöchentliche oder zweiwöchentliche Updates mit diesen KI-generierten Inhalten.
  • Laut Willits sei dies notwendig, weil die Zahl der Passagiere im Spiel „unendlich” sei.

Das Studio betont, dass dieser Modus ein Experiment sei, kein Ersatz für klassisches Storytelling. Die KI werde nur dort eingesetzt, wo menschliche Autoren schlicht nicht die nötige Geschwindigkeit liefern könnten. „Wir wollen dieses neue Werkzeug verstehen”, so Willits, „und wir wissen alle noch nicht, wohin die Reise geht.”

Saber stellt klar: Keine Entlassungen wegen KI

  • Saber Interactive hat nach eigenen Angaben seit 2023 die Zahl der festangestellten Autoren verdreifacht.
  • Die Belegschaft umfasst aktuell über 3.000 Mitarbeiter, von denen keiner wegen KI abgebaut wurde.
  • Ein Sprecher sagte gegenüber PC Gamer: „Weder Saber noch der Rideshare-Entwickler Unigine haben Autoren durch KI ersetzt, weder bei diesem noch bei anderen Spielen.”
  • Das Unternehmen verweist darauf, bereits seit der Gründung 2001 KI-Tools zur Verbesserung von NPC-Verhalten einzusetzen.

Willits unterstrich, dass das Studio weiterhin aktiv einstelle. Die Vorstellung, KI würde Arbeitsplätze in der Kreativbranche vernichten, sei zu pauschal. „Wir nutzen KI, um Gameplay zu verbessern, nicht um Menschen zu ersetzen”, sagte er.

Ein Blick auf Sabers Geschichte und aktuelle Projekte

Saber Interactive wurde 2001 gegründet und machte sich zunächst mit Portierungen und Remakes einen Namen. Die Firma verantwortet neben dem Rideshare Simulator auch die kommenden Titel Hellraiser, Turok und Stuntman, die alle ohne KI-Unterstützung entwickelt werden. Besonders das Space Marine-Franchise gehört zu den bekanntesten Marken des Studios. In der Vergangenheit arbeitete Saber unter anderem an World War Z, einem kooperativen Zombie-Shooter, der für seine technische Optimierung gelobt wurde.

Die Bandbreite reicht also von lizenzierten Adaptionen bis zu eigenständigen Projekten. Gerade bei den klassischen Marken wie Turok oder Stuntman, die in den 90ern und 2000ern populär waren, setzt Saber auf bewährte Mechaniken statt auf KI-Experimente. Willits betonte, dass nicht jedes Spiel dieselben Werkzeuge benötige.

Der Fall Stella Sacco: Entschuldigung nach öffentlichem Streit

  • Stellas Sacco hatte öffentlich gemacht, dass CEO Matthew Karch sie in einem Interview als „Stella wer?” bezeichnet und sich abfällig über ihre Karriere geäußert hatte.
  • Karch entschuldigte sich später „ohne Vorbehalte” bei ihr persönlich.
  • Sacco selbst sagte, sie sei nicht über Beleidigungen im Netz besorgt („Ich bin eine Transfrau; das ist Alltag für mich”), aber die Herabwürdigung ihrer 20-jährigen Erfahrung durch einen Branchenvertreter habe wehgetan.
  • Das Studio stellte klar, dass Saccos Trennung nichts mit KI zu tun hatte.

Der Vorfall zeigt, wie schnell eine unbedachte Aussage zur PR-Krise werden kann. Saber reagierte mit einer Richtigstellung und einer persönlichen Entschuldigung, die Sacco als „aufrichtig” bezeichnete. Dennoch bleibt die Frage, ob das Vertrauen in die Kommunikation des Studios nachhaltig Schaden genommen hat.

Branchenkontext: KI als Zankapfel in der Spieleentwicklung

Generative KI spaltet die Branche: Während einige Studios sie als Produktivitätswerkzeug feiern, fürchten andere den Verlust kreativer Arbeitsplätze. Beispiele wie die umstrittenen KI-Sprachausgaben bei The Finals oder der Einsatz von KI-generierten Hintergründen in Call of Duty: Modern Warfare 3 haben die Debatte angeheizt. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass ein Großteil der Entwickler den Einsatz von KI-Tools als unvermeidlich betrachtet, aber Transparenz gegenüber den Spielern fordert.

Saber versucht, einen Mittelweg zu gehen: Offene Kommunikation über Experimente, aber gleichzeitig das Versprechen, keine menschlichen Mitarbeiter zu ersetzen. Ob das reicht, um Kritiker zu besänftigen, ist fraglich. Der Rideshare Simulator selbst wird als Testfeld dienen, wie Spieler auf inhabituelle Inhalte reagieren.

Ein experimentelles Spiel mit offenem Ausgang

Willits beschreibt die Herangehensweise als gemeinschaftliche Suche: „Irgendwann wird jemand in einem Spieleunternehmen eine brillante Idee mit KI haben, und wir werden alle sagen: ‚Das ist es.’” Bis dahin will Saber weiter experimentieren, aber mit klaren Grenzen. Die Tatsache, dass der Rideshare Simulator bereits jetzt zwei getrennte Modi mit unterschiedlichen Autorenwegen bietet, zeigt, wie differenziert das Studio denkt.

Ob das Konzept aufgeht, wird sich zeigen. Fest steht: Saber hat mit dieser Debatte unbeabsichtigt eine Vorreiterrolle in der Frage eingenommen, wie Studios mit KI umgehen sollten. Die Branche wird genau hinschauen, ob die Versprechen von Willits und Karch mehr sind als PR. Für Spieler bleibt die Hoffnung, dass die Qualität der menschlich geschriebenen Hauptstory nicht unter dem KI-Experiment leidet.

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