Ein Blick zurück auf Iwata
Der ehemalige Nintendo-Präsident Satoru Iwata äußerte sich 2013 kritisch zu Entlassungswellen in der Branche. Er räumte ein, dass solche Maßnahmen kurzfristig die Finanzzahlen verbessern könnten, sah darin jedoch keinen nachhaltigen Weg für das Unternehmen.
Seiner Ansicht nach ist das Vertrauen der Belegschaft ein hohes Gut. Wer ständig um seinen Arbeitsplatz fürchten muss, bringt nicht dieselbe kreative Leistung wie ein gesichertes Team.
Iwata war vor seiner Zeit als Präsident Chef des Studios HAL Laboratory. Dort rettete er das Unternehmen in den 1990er Jahren mit seinem technischen Verständnis und seiner direkten Arbeit am Code von Kirby’s Adventure vor dem Bankrott.
Die Philosophie hinter der Führung
Für Iwata stand fest, dass der langfristige Erfolg eines Unternehmens untrennbar mit dem Wohlbefinden der Mitarbeiter verbunden ist. Er vertrat die Meinung, dass Entlassungen die Kraft einer Firma schwächen, anstatt sie zu stärken.
- Nintendo sollte ein sicherer Hafen für Entwickler bleiben.
- Die Angst vor dem Jobverlust blockiert die produktive Arbeit.
- Stabilität innerhalb der Teams fördert bessere Ergebnisse für die Softwareentwicklung.
Als Nintendo während der Wii U-Ära zwischen 2011 und 2014 massive operative Verluste einfuhr, verzichtete Iwata auf die Hälfte seines Gehalts. Andere Führungskräfte kürzte er um 20 bis 30 Prozent, während die Gehälter der Angestellten unangetastet blieben.
Vergleich und Branchenkontext
Die Haltung von Nintendo steht im Kontrast zu den Praktiken großer Publisher wie Electronic Arts oder Activision Blizzard. Diese Konzerne setzen bei Quartalsergebnissen unter Erwartung häufig auf Massenentlassungen, um die Aktie kurzfristig zu stützen.
Aktuelle Daten zeigen, dass in den Jahren 2023 und 2024 über 20.000 Angestellte in der Spieleindustrie ihren Arbeitsplatz verloren haben. Nintendo hingegen behält sein Personal in der Regel auch nach Phasen schwacher Hardware-Verkäufe.
- Sega entließ in den frühen 2000ern hunderte Mitarbeiter nach dem Rückzug aus dem Konsolenmarkt.
- Sony baute bei PlayStation allein im Jahr 2024 rund 900 Stellen ab, um Kostenstrukturen anzupassen.
- Nintendo finanzierte die Entwicklung von The Legend of Zelda: Breath of the Wild fast vollständig durch interne Rücklagen, ohne den Druck externer Renditeforderungen.
Warum diese Sichtweise heute nachwirkt
Auch im Jahr 2026 bleibt diese Haltung innerhalb der Gaming-Historie ein oft genanntes Beispiel für alternative Unternehmensführung. Der Fokus lag damals wie heute auf der kreativen Freiheit, die nur in einem stabilen Umfeld existieren kann.
- Satoru Iwata betonte explizit, dass der langfristige Nutzen von Entlassungen ausbleibt.
- Die Qualität der Spiele hängt direkt von der Sicherheit der Entwickler ab.
- Diese Ansicht bildet einen Kontrast zu den heute oft üblichen kurzfristigen Strategien vieler Publisher.
Nach dem Tod von Iwata im Jahr 2015 übernahm Tatsumi Kimishima und später Shuntaro Furukawa die Führung. Beide hielten an dem Grundsatz fest, dass geistiges Eigentum durch die Kontinuität der erfahrenen Belegschaft geschützt wird.
Die Entwicklung von Super Mario Odyssey profitierte laut internen Berichten von dieser Sicherheit, da das Team über Jahre hinweg ohne Fluktuation an komplexen Mechaniken arbeiten konnte. Iwata hinterließ ein Unternehmen, das finanzielle Reserven von über 10 Milliarden US-Dollar hält, um auf Krisen nicht mit Personalabbau reagieren zu müssen.