Das Ende einer Ära in Redwood City
Die Belegschaft von EA stellt sich auf turbulente Zeiten ein.
Nach der kürzlich erfolgten Übernahme des kalifornischen Gaming-Giganten durch saudi-arabische Investoren wächst die interne Anspannung spürbar.
Viele Angestellte äußern große Zweifel an der neuen Ausrichtung des Unternehmens.
Die Sorge vor politischer Einflussnahme
Trotz beruhigender Worte aus den Chefetagen befürchten Teile der Belegschaft massive Eingriffe in kreative Prozesse.
Im Zentrum der Kritik stehen dabei vor allem drohende inhaltliche Einschränkungen.
- Mitarbeiter sorgen sich um Einschränkungen bei LGBTQ+-Inhalten in Blockbustern wie EA Sports FC oder The Sims.
- Die Angst vor staatlicher Zensur schwingt bei jedem neuen Projekt mit.
- Viele Beschäftigte empfinden den neuen Eigentümer als unvereinbar mit einer progressiven Unternehmenskultur.
Ein Blick auf die Historie des Publishers
Gegründet wurde EA bereits im Jahr 1982 von Trip Hawkins mit dem klaren Ziel, Videospielentwickler wie Rockstars zu behandeln.
Über die Jahrzehnte wuchs das Unternehmen durch zahlreiche Zukäufe zu einem der mächtigsten Konzerne der Branche heran.
- Bekannte Studios wie BioWare, DICE und Respawn Entertainment gehören zum festen Portfolio des Publishers.
- Marken wie Battlefield, Mass Effect und Apex Legends prägten Generationen von Spielern.
- Der Hauptsitz befindet sich im kalifornischen Redwood City.
Der Trend zu Investitionen aus der Wüste
Der Einstieg aus Saudi-Arabien bei EA reiht sich in eine Serie von milliardenschweren Investitionen des Public Investment Fund ein.
Bereits in den vergangenen Jahren kaufte sich das saudi-arabische Staatsfonds-Vehikel bei verschiedenen westlichen Branchengrößen ein.
- Anteile an Unternehmen wie Nintendo, Capcom und Take-Two wurden in den letzten Jahren massiv ausgebaut.
- Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman treibt die Diversifizierung der heimischen Wirtschaft durch den Gaming-Sektor voran.
- Kritiker bemängeln seit langem die Menschenrechtslage im Land, während Befürworter auf dringend benötigtes Kapital verweisen.
Reaktionen innerhalb der Belegschaft
Das Management von EA versucht derweil, die Wogen durch interne Mails und Betriebsversammlungen zu glätten.
Offizielle Zusicherungen zur kreativen Freiheit konnten jedoch nicht alle Bedenken der Arbeitnehmer zerstreuen.
- Einige Angestellte prüfen bereits Optionen für einen Arbeitgeberwechsel, sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten.
- Die Gewerkschaftsarbeit in der Videospielindustrie erhält durch solche Eigentümerwechsel zusätzlichen Zulauf.
- Ob die neuen Eigner tatsächlich Einfluss auf die kreative Ausrichtung der kommenden Spiele nehmen werden, bleibt abzuwarten.