Das R-Type-Franchise wird plötzlich strategisch
R-Type Tactics ist da, und es ist kein weiterer Side-Scrolling-Shooter. Das Spiel kippt die ikonische Bydo-Kosmonautik in ein rundenbasiertes Hex-Gefecht.
- Arcade-Klassiker trifft auf taktische Planung
- Body Horror, glänzende Laser und zynische politische Intrigen
- Laut PCGamer eine „unwahrscheinliche Fusion, die wie ein Stern leuchtet“
Die Mischung klingt absurd: Wo sonst Reflex und Memorisieren zählten, regieren jetzt Zugreihenfolge und Deckung.
Zwischen Tentakeln und Taktik
Das Spiel setzt auf die bekannte R-Type-Ästhetik, aber unter neuer Brille. Statt wildem Ballern heißt es: Positionieren, Vorausdenken, Opfer bringen.
- Body Horror zeigt sich in den grotesken Bydo-Einheiten
- Politische Machtspiele zwischen den Fraktionen geben dem Kampf einen düsteren Rahmen
- Die Schwierigkeit ist „tough“, kein Gefallen für Gelegenheitsspieler
Die Lasereffekte sind trotz des Raster-Layouts so schön wie eh und je. Ein visueller Genuss für Nostalgiker.
Vom Arcade-Klassiker zum Taktik-Abenteuer
R-Type startete 1987 als Arcade-Shooter von Irem. Die Serie definierte das Genre mit riesigen Endgegnern, dem Force-Modul und einer düsteren Bio-Mech-Ästhetik. Über ein Dutzend Teile folgten, darunter R-Type Delta (1998) und R-Type Final (2003).
R-Type Tactics (in Japan R-Type Command) erschien 2007 exklusiv für die PSP. Es war der erste und bis heute einzige Strategie-Ableger der Marke. Der PC-Port, der nun auf Steam veröffentlicht wurde, ist eine direkte Umsetzung dieses PSP-Titels, inklusive der ursprünglichen Kampagnen und einer überarbeiteten Steuerung.
- Die PSP-Version verkaufte sich laut Medienberichten rund 150.000 Einheiten weltweit
- Der PC-Port enthält keine neuen Inhalte, aber eine angepasste UI für Maus und Tastatur
- Die deutsche Lokalisierung wurde von Granzella übernommen, die auch den Source Code aktualisierten
Studio-Historie und Branchenkontext
Entwickler Irem stellte 2011 seine Spieleentwicklung ein, doch die R-Type-Rechte gingen an das Spin-off-Studio Granzella. Granzella, gegründet von R-Type-Urgestein Kazuma Kujo, finanzierte 2020 per Kickstarter R-Type Final 2 und zeigte, dass das Franchise noch lebt. Der PC-Port von R-Type Tactics ist Teil dieser Wiederbelebungsstrategie.
Im Vergleich zu anderen Shooter-to-Strategie-Ablegern wie Gears Tactics (2020) oder dem kürzlich angekündigten Space Marine 2 mit Taktikmodus ist R-Type Tactics ein früher Vertreter. Schon 2007 wagte Irem den Bruch mit der eigenen Formel. Während Serien wie Galaga oder Space Invaders nie strategische Ableger erhielten, zeigt R-Type Tactics, wie ein Arcade-Klassiker auf einem Hex-Raster funktionieren kann, ohne seinen Body-Horror-Charakter zu verlieren.
- Der PC-Release nutzt die gestiegene Nachfrage nach Retro-Taktikspielen, angetrieben durch Titel wie Into the Breach (2018)
- Anders als viele moderne Strategie-Spiele verzichtet R-Type Tactics auf Mikrotransaktionen oder DLC-Kampagnen
- Der Preis liegt bei 24,99 Euro, für ein 17 Jahre altes Spiel eine Ansage, die von treuen Fans getragen wird
Ein ungewöhnlicher Genremix, der funktioniert
Die Kombination aus Arcade-Erbe und Hex-Strategie könnte leicht auseinanderfallen. PCGamer nennt es einen „Leckerbissen“.
- Jeder Schuss und jede Bewegung fühlt sich wie ein kleiner Arcade-Moment an
- Die rundenbasierte Struktur verleiht dem Ganzen eine Schachbrett-Tiefe
R-Type Tactics ist jetzt auf dem PC erhältlich. Kein Early Access, kein „demnächst“, nur knallharte Taktik und schleimige Aliens.