Drift, der alte Bekannte
Der DualSense ist ein hervorragender Controller. Aber sein Stick-Drift nervt Spieler seit der PS5-Veröffentlichung. Sony sucht offenbar nach neuen Wegen, das Problem zu umgehen.
Ein aktueller Bericht bei PCGamer deutet auf eine mögliche Richtung hin: magnetische Technologie für formverändernde Tasten.
Magneten statt Mechanik
Die Idee klingt simpel. Statt beweglicher Teile sollen magnetische Aktuatoren unter den Buttons sitzen. Diese könnten ihre Form und Haptik je nach Spielgeschehen anpassen.
- Keine mechanischen Schalter, die verschleißen.
- Potenziell weniger anfällig für Drift.
- Tasten könnten sich anders anfühlen, härter, weicher oder mit Unebenheiten.
Was bedeutet das fürs Zocken?
Stellt euch vor: Die Viereck-Taste wird beim Sprinten fester, die X-Taste beim Schleichen weicher. Oder die Oberfläche bildet kleine Erhebungen, die euch den Weg weisen. Das wäre mehr als ein Gimmick, es wäre haptisches Feedback auf neuem Niveau.
Allerdings: Solche Technik ist kompliziert und teuer. Sony hat sich bisher nicht dazu geäußert.
Vorsicht, Gerücht!
Es gibt keine offizielle Bestätigung. Kein fertiges Produkt, kein Release-Datum. Die Quelle ist ein Patent oder ein Bericht, den PCGamer aufgegriffen hat, mehr nicht.
Viele Patente landen in der Schublade. Trotzdem zeigt die Richtung, woran Sony denkt: weniger mechanische Teile, mehr digitale Kontrolle.
Geschichte der Sony-Controller
Der DualShock erschien 1997 für die erste PlayStation und etablierte Vibrationsfeedback. Der DualShock 2 (2000) brachte druckempfindliche Tasten. Der DualShock 3 (2006) setzte auf Bewegungssensoren (Sixaxis), ließ die Vibration aber zunächst weg, ein Fehler, den Sony später korrigierte.
Der DualShock 4 (2013) führte ein Touchpad, eine Lichtleiste und robustere Analogsticks ein. Der DualSense (2020) ging mit adaptiven Triggern und präzisem Haptic-Feedback weiter, und blieb doch beim klassischen Potentiometer-Stick.
Das Designteam unter Yasuhiro Ootori hat mehrfach bewiesen, dass Sony bereit ist, Eingabemethoden neu zu denken. Der DualSense war der erste PlayStation-Controller, der stark von der Community für das Drift-Problem kritisiert wurde.
Das konkrete Drift-Problem
Eine iFixit-Analyse aus 2021 zeigte: Die DualSense-Sticks nutzen mechanische Potentiometer, deren Kontaktflächen durch Abrieb unpräzise werden. Sony verkaufte bis 2023 über 50 Millionen PS5-Konsolen, bei einer geschätzten Ausfallrate von 2 bis 5 Prozent wären das mindestens eine Million betroffener Controller.
Sony stoppte 2021 eine Sammelklage in den USA mit dem Angebot kostenloser Reparaturen, änderte aber das Design nicht. Ersatzcontroller kosten knapp 70 Euro. Viele Spieler greifen zu Drittanbieter-Sticks mit Hall-Effekt-Sensoren, die mechanischen Verschleiß vermeiden.
Der Druck auf Sony wächst. Microsoft hat keine vergleichbare Drift-Epidemie beim Xbox-Controller, Nintendo leidet an den Joy-Con-Problemen. In der EU läuft eine Untersuchung zu geplanter Obsoleszenz.
Marktvergleich: Wer setzt auf Magnet?
Drittanbieter haben die Lücke längst gefüllt. Gulikit verkauft Hall-Effekt-Sticks als Nachrüstsatz für DualSense und DualShock 4, 20 Euro pro Set, einfacher Tausch. GameSir und Razer bieten Controller mit magnetischen Abtastungen an, etwa den Razer Wolverine V2 (für Xbox, PC).
Microsoft selbst hat 2022 ein Patent für magnetische Schalter eingereicht, bislang ohne Produkt. Nintendo brachte erst 2023 über einen Lizenzpartner magnetische Ersatzsticks für den Joy-Con auf den Markt.
Sonys Patent von 2022, auf das sich der PCGamer-Bericht stützt, beschreibt genau jene Kombination aus magnetischen Sensoren und verformbaren Oberflächen. Ob daraus ein Seriengerät wird, ist offen. Die Technik steckt in der Prototypenphase, und kostet deutlich mehr als ein 70-Euro-Controller.
Bleibt der Drift?
Bis ein neuer Controller erscheint, müssen wir mit dem DualSense leben. Mit etwas Glück bringt die magnetische Lösung echte Besserung. Vorerst bleibt es Spekulation, aber eine, die Hoffnung macht.