Ein Klassiker feiert Comeback
Ecstatica ist zurück auf dem PC. Der 1994 veröffentlichte Survival-Horror-Titel von Andrew Spencer Studios erscheint ab heute erneut, und zwar auf Steam sowie GOG. Die Neuauflage kommt über SNEG Games, den Publisher, der sich auf die Wiederbelebung klassischer PC-Spiele spezialisiert hat. Gemeinsam mit dem Nachfolger Ecstatica II kehrt damit ein Stück PC-Geschichte zurück, das viele jüngere Spieler nie in Bewegung gesehen haben.
Die Fakten zur Neuauflage
- Entwickler: Andrew Spencer Studios
- Publisher: ursprünglich Psygnosis, Re-release über SNEG Games
- Plattformen: Steam und GOG
- Genre: belegt als Survival Horror, auf Steam zusätzlich als Action und Adventure gelistet
- Preis: in den offiziellen Angaben bislang nicht genannt
Eine Welt aus Luftpolsterfolie
Die Grafik von Ecstatica besteht fast ausschließlich aus Ellipsoiden. Wo andere Entwickler Mitte der Neunziger auf Polygone setzten, formte das Team Werewolf-Gesäße, Burgmauern und Pflastersteine aus gestreckten Kugeln. Das Ergebnis sieht aus, als hätte jemand die gesamte Spielwelt in Bubble-Wrap gepackt. Alles wirkt seltsam prall und rund, und genau das macht den eigentlichen Reiz dieser Optik aus.
Wer steckt hinter dem Projekt?
Der Name Andrew Spencer steht seit den frühen Neunzigerjahren für einen eigenwilligen Zugriff auf 3D-Technik. Statt dem damals aufkommenden Polygon-Boom zu folgen, baute das Studio seine eigene Bildsprache auf Ellipsoiden auf. Der ursprüngliche Publisher Psygnosis war zu dieser Zeit eine feste Größe im europäischen PC- und Konsolengeschäft und hatte ein Auge für ungewöhnliche Produktionen. Für die Wiederveröffentlichung zeichnet nun SNEG Games verantwortlich, das bereits andere Klassiker für moderne Systeme zugänglich gemacht hat.
Die Reihe und ihr Erbe
Ecstatica ist der erste Teil einer Reihe, Ecstatica II folgte als Nachfolger und ist ebenfalls Teil der aktuellen Ankündigung. Beide Titel teilen sich die ungewöhnliche Ellipsoid-Ästhetik, die bis heute kein anderes kommerzielles Spiel in dieser Konsequenz verwendet hat. Der Survival-Horror-Ansatz der Originale gilt als eigenwillig, weil er weniger auf klassische Gegnerwellen als auf eine beklemmende, klaustrophobische Atmosphäre setzt. Wer die Spiele damals verpasst hat, bekommt jetzt die Gelegenheit, diese Spielart des Horrors nachzuholen.
Ein Blick auf eine alternative Spielgeschichte
Die ellipsoidbasierte 3D-Grafik ist ein Beispiel dafür, wie anders die Spieleentwicklung hätte verlaufen können. In einer Zeit, in der Polygone den Markt eroberten, zeigte Ecstatica, dass es auch mit gestreckten Kugeln funktioniert. Heute dominiert polygonales Rendering praktisch jede Engine, vom Indie-Titel bis zum Blockbuster. Umso interessanter ist es, einen Titel zu sehen, der diese Entwicklung schlicht ignoriert hat.
Was Spieler jetzt erwartet
- Beide Titel sind ab heute auf Steam und GOG verfügbar
- Die Neuauflage erscheint über SNEG Games
- Der Survival-Horror-Klassiker von 1994 ist damit erstmals seit Jahren wieder offiziell erhältlich
- Fans von Retro-Horror bekommen die seltene Chance, eine grafische Sackgasse der Branche im Original zu erleben
- Einen offiziellen Euro-Preis gibt es bislang nicht, dazu macht SNEG noch keine Angaben
Ein Detail, das hängen bleibt
Wer sich die Bilder der Neuauflage ansieht, stößt auf ein Detail, das die Faszination gut erklärt: Selbst die Fugen zwischen Burgpflastersteinen bestehen aus Ellipsoiden. Diese Konsequenz ist der Grund, warum Ecstatica bis heute als Kuriosum gehandelt wird. Es ist eine Spielwelt, die sich jeder Konvention ihrer Zeit verweigert hat, und das macht sie auch 32 Jahre später noch sehenswert.