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Spielemagazin sucht Pitches: So reicht man Storys ein
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Spielemagazin sucht Pitches: So reicht man Storys ein

Ein etabliertes Online-Spielemagazin ruft freie Autorinnen und Autoren auf, Story-Ideen einzureichen, ein guter Moment für einen Blick auf das Pitch-Handwerk.

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Tommes Parzl
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Ein Aufruf zum Mitmachen

Ein etabliertes Online-Spielemagazin hat öffentlich dazu aufgerufen, Story-Ideen einzureichen. Die knappe Ankündigung trägt den Titel “Come write for us” und richtet sich an freie Autorinnen und Autoren. Details zu Honoraren, Themenfeldern oder Deadlines sind darin nicht aufgeführt. Feste Redaktionen werden vielerorts klein gehalten, freie Beiträge machen einen wachsenden Teil des Textangebots aus. Bemerkenswert ist der Schritt trotzdem, weil Spielemagazine ihre Türen selten so offen aufmachen.

Was ein Pitch überhaupt ist

  • Ein Pitch ist ein kurzer Vorschlag für einen Artikel, meist per Mail oder über ein Redaktionsformular eingereicht.
  • Er beschreibt Thema, These und Aufhänger in wenigen Absätzen, nicht auf zehn Seiten.
  • Er nennt mögliche Gesprächspartner, öffentliche Quellen und den Grund, warum die Geschichte jetzt erzählt werden sollte.
  • Er ist ein Angebot an die Redaktion, kein fertiges Manuskript.
  • Erst nach Annahme wird der Text geschrieben und honoriert, vorher fließt in der Regel kein Geld.

Warum Redaktionen auf Pitches setzen

Feste Redaktionen sind teuer und oft klein besetzt. Freie Autorinnen und Autoren bringen Fachwissen zu Nischen mit, von Retro-Hardware über Indie-Szene bis zu Lokalthemen im E-Sport. Ein Pitch liefert der Redaktion eine Vorauswahl, ohne dass sie selbst recherchieren muss. Für die Schreibenden bedeutet das eine Chance auf Veröffentlichung ohne feste Anstellung. Gleichzeitig verschiebt sich das Risiko der Themenfindung auf die Freelancer.

Was in einem guten Pitch stehen sollte

  • Eine klare These in einem Satz, nicht drei Themen in einem Absatz.
  • Belege: Woher stammt die Information, welche öffentlich zugänglichen Quellen gibt es?
  • Der Aufhänger: Warum ist das Thema gerade jetzt relevant?
  • Form und Länge: Reportage, Interview oder Analyse, und wie viele Zeichen sind realistisch?
  • Ein kurzer Hinweis auf die eigene Erfahrung, ohne angehängten Lebenslauf.

Der Alltag freier Games-Journalisten

Freie Texte werden oft pro Zeichen oder pro Stück bezahlt. Honorare liegen je nach Medium und Erfahrung weit auseinander, feste Sätze stehen in der aktuellen Ankündigung nicht. Viele Freelancer schreiben für mehrere Publikationen gleichzeitig, um auf ein tragfähiges Einkommen zu kommen. Nebenrecherche, Intervieworganisation und Bildrechte bleiben meist am Autor hängen. Wer regelmäßig pitcht, kennt die Absagen und kalkuliert sie ein.

Retro-Blick: Wie Spielemagazine früher Autoren fanden

In den Print-Jahren lief die Autorensuche über Kontaktanzeigen im Heft, Leserbriefe und persönliche Empfehlungen. Wer schreiben wollte, schickte eine getippte Probe an die Redaktionsadresse und wartete Wochen auf Antwort. Manche Magazine druckten Aufrufe wie “Wir suchen dich” direkt neben dem Impressum. Der Weg in die Redaktion war kurz, wenn man die richtige Person kannte. Heute läuft derselbe Prozess über Mail, Formular und Social Media, ist aber nicht weniger selektiv.

Was Leserinnen und Leser davon haben

Mehr freie Stimmen bedeuten mehr spezialisierte Texte abseits des Mainstreams. Nischen wie Retro-Konsolen, Fan-Übersetzungen oder Modding-Szenen profitieren, weil Festangestellte dafür selten Zeit haben. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass Themen doppelt und schnell abgehandelt werden. Leser merken den Unterschied zwischen einem durchrecherchierten Stück und einer zusammengefassten Meldung. Für sie zählt am Ende, ob der Text etwas weiß, das sie noch nicht wussten.

Ein Aufruf ist kein Freifahrtschein

Wer sich bewirbt, sollte frühere Texte des Hauses lesen und den Pitch an Format und Zielgruppe anpassen. Ein Aufruf wie “Come write for us” öffnet die Tür, garantiert aber keine Veröffentlichung. Die Redaktionen behalten die Auswahl, die Freelancer tragen das Risiko der Vorarbeit. Wer nach mehreren Nachfragen keine Antwort erhält, platziert das Thema besser anderswo oder verwirft es. Genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Bedingungen, bevor die erste Mail rausgeht.

Quelle: Kotaku

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