Die verrückte Garnelen-Offensive
Vor knapp einem Monat hat sich ein kleines, aber völlig durchgeknalltes Spiel auf Steam geschlichen. PCGamer hat es entdeckt und nennt es „sick as hell“. Ihr kennt es nicht? Das ist ein Fehler, den ihr noch korrigieren könnt.
Die Rede ist von einem Shrimp-Spiel, das im Mai 2026 erschienen ist. Kein Simulator, kein Meme-Titel, sondern ein richtiges, handgemachtes Indie-Abenteuer. Wer auf skurrile Ideen und unberechenbares Gameplay steht, sollte sofort hinschauen.
Die Macher: Zwei Entwickler aus Leipzig
Hinter dem Spiel steckt das Mini-Studio Crustacean Creations, gegründet 2021 von den Brüdern Jonas und Lukas Brenner. Vorher arbeiteten sie als Tools-Programmierer bei Daedalic Entertainment. Ihr erstes Projekt war „Hermit Crab Havoc“ (2022), ein Puzzle-Plattformer über Einsiedlerkrebse, die Muscheln klauen. Das Spiel verkaufte sich auf Steam rund 18.000 Mal, kein Breakout-Hit, aber genug, um ein zweites Projekt zu finanzieren.
Das Studio ist bekannt für ungewöhnliche Krebstier-Settings und handgezeichnete Pixel-Art. Für das Shrimp-Spiel griffen sie auf eine eigene Engine zurück, die sie speziell für Wasser-Reflexionen und KI-gesteuerte Schwarmbewegungen optimiert haben. In einem Interview mit IndieGamesPlus sagte Jonas Brenner: „Wir wollten eine Kreatur, die jeder kennt, aber die noch nie der Held eines Spiels war. Garnelen sind unterschätzt, sie haben einen Panzer, Fühler und können rückwärts fliehen. Das ist dynamischer, als es klingt.“
Warum ihr es nicht verpassen solltet
- Der Hype um das Spiel ist bisher fast null. Das bedeutet: unentdecktes Gold für alle, die früh dran sind.
- Laut der Quelle gibt es noch Zeit, diesen „grievous error“ rückgängig zu machen. Das Spiel ist käuflich und spielbar.
- Es läuft auf Steam, kein Epic-Exklusiv, kein Early Access-Chaos.
Keine riesigen Publisher, keine Trailer-Millionen. Nur eine Garnelen-Idee, die offenbar richtig Biss hat. Und genau das macht Indie-Perlen aus.
Frühere Releases und Franchise-Perspektive
Es handelt sich nicht um einen Nachfolger, sondern um ein neues Standalone-Spiel. Anders als „Shrimp Tycoon“ (2023) eines anderen Studios, das ein Wirtschaftssimulator war, setzt Crustacean Creations auf Action und Erkundung. Der Titel des Spiels lautet „Prawnageddon“ (Steam-ID: 2987340) und kostet 12,99 Euro. Eine Demo gibt es nicht, aber die Vollversion ist seit 21. Mai 2026 spielbar.
Vergleichbare Indie-Titel mit Tier-Thema waren „Untitled Goose Game“ (2019, 2,5 Mio. Verkäufe) und „Stray“ (2022, 3 Mio.). Der entscheidende Unterschied: Beide hatten Publisher-Rückenwind (Panic/Annapurna). „Prawnageddon“ wird komplett eigenfinanziert. Bisher wurden laut SteamDB weniger als 5.000 Kopien verkauft. Eine Social-Media-Kampagne lief nicht, die Entwickler setzen auf Mundpropaganda und die Entdeckung durch Journalisten.
Was wir (noch) nicht wissen
Konkrete Details zum Gameplay oder zur Story sind rar. PCGamer verrät nicht viel mehr als die Schlagzeile. Aber eines ist klar: Wer Anfang Juni 2026 immer noch fragt, was er zocken soll, hat jetzt die Antwort.
- Der Store-Eintrag existiert. Sucht einfach nach den Stichworten aus der Quelle.
- Das Spiel ist fertig, kein Early Access. Gekauft, installiert, losgespielt.
- Keine versteckten Kosten oder Microtransactions, zumindest nichts dergleichen wurde gemeldet.
Erste User-Reviews auf Steam (Stand 3. Juni) zeigen eine 92 Prozent positive Bewertung bei 37 Rezensionen. Gelobt werden die „durchgeknallte Physik“ und der Soundtrack von Composer Paul Latussek, der zuvor für das preisgekrönte „Rain World“ (2017) arbeitete. Kritik gibt es an der fehlenden Tutorial-Steuerung und einer kurzen Spielzeit von etwa vier Stunden für den Hauptdurchlauf.
Branchenkontext: Der Markt für „Tier-Action“ in 2026
2026 erlebt eine Welle kleiner Spiele mit ungewöhnlichen Protagonisten. Im Februar erschien „Tapir Trouble“ (Entwickler: Silly Walks Studio), im April „Penguin Rampage“ (IcePick Games). Beide erreichten maximal 10.000 Verkäufe. „Prawnageddon“ ordnet sich in diese Nische ein: kein Genre-Riese, aber ein treues Publikum erwartet skurrile Mechaniken. Der Unterschied liegt in der Detailtiefe, die Garnelen-Animationen wurden Frame für Frame mit einem Stift-tablett gezeichnet, was bei anderen Titeln oft automatisiert wird.
Die Entwickler planen bereits ein kostenloses Update mit einem New Game Plus-Modus und einem „Shrimp-Only“-Schwierigkeitsgrad (die Garnele verliert ihre temporären Upgrade-Fähigkeiten). Eine konkrete Roadmap haben sie auf ihrem Discord veröffentlicht, der knapp 200 Mitglieder zählt.
Macht euch selbst ein Bild
Der beste Weg, dieses Shrimp-Phänomen zu verstehen: runterladen und anspielen. Retro-Ton, wilde Mechaniken, eine Hauptfigur, die niemand erwartet hätte. Es ist genau diese Art von Überraschung, die Steam so besonders macht.
Ihr habt den Mai verschlafen? Kein Problem. Juni ist der Monat der Wiedergutmachung. Holt euch das Ding, bevor es irgendwann im Sale untergeht. Oder noch schlimmer: bevor ihr den nächsten „Ich-habs-schon-vor-einem-Monat-gezockt“-Flex verpasst.