Rekordzahlen auf der Plattform
Steam hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 geschätzte 11,1 Milliarden US-Dollar Bruttoumsatz eingefahren. Ein Marktanalyst bezeichnet dies als das „biggest-ever six months“ für Valves digitale Vertriebsplattform. PC-Gaming wächst weiter, die Analyse bestätigt den anhaltenden Aufwärtstrend.
Valve wurde 1996 von Gabe Newell und Mike Harrington gegründet. Ihr erstes Spiel Half-Life (1998) definierte das First-Person-Shooter-Genre neu und verkaufte sich über 9 Millionen Mal. Mit Counter-Strike (übernommen 2000) und Dota 2 (2013) etablierte Valve zwei der größten E-Sport-Titel. Steam selbst startete 2003 als reine Update-Plattform für die eigenen Spiele und wuchs zur dominierenden digitalen Storefront für PC. Die Steam-Hardware-Umfrage zählt aktuell über 130 Millionen aktive Nutzer pro Monat, ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber 2024.
Was steckt hinter dem Boom?
- Die Zahl übertrifft jedes bisherige Halbjahresergebnis seit Steam 2003 startete.
- Blockbuster-Titel wie Elden Ring und Baldur’s Gate 3 laufen weiterhin stark.
- Auch der Indie-Markt trägt massiv bei, Releases wie Hades II und Palworld locken Millionen.
Das erste Halbjahr 2025 lag bei etwa 9,8 Milliarden Dollar, der Sprung um 13 Prozent ist der größte jährliche Anstieg seit der Pandemie 2020. Elden Ring hatte bis Juni 2026 rund 28 Millionen Einheiten verkauft; das 2024 veröffentlichte Shadow of the Erdtree-DLC trug erheblich bei. Baldur’s Gate 3 von Larian Studios überschritt 18 Millionen Verkäufe, angetrieben durch das Patch 8-Update mit Crossplay. Auf der Indie-Seite verzeichnete Hades II im Early Access über 2 Millionen Käufe, während Palworld trotz Rechtsstreitigkeiten mit Nintendo weiter monatlich 500.000 aktive Spieler hält. Steams Point-Sale-Discounts, etwa die Sommeraktion mit durchschnittlich 35 Prozent Rabatt, generieren regelmäßig Umsatzspitzen. Die 11,1 Milliarden Dollar sind ein Bruttowert, vor Abzug von Rückerstattungen und Steuern. Dennoch zeigt die Summe: Steam bleibt die unangefochtene Nummer eins im PC-Gaming. Embiggen, wie die Memes sagen.
Ein Blick auf die Konkurrenz
- Epic Games Store und GOG kämpfen weiter mit kleineren Marktanteilen.
- Steams treibende Kraft: Das Workshop-Ökosystem und die Community-Features halten Spieler auf der Plattform.
- Valves eigenes Steam Deck hat den mobilen PC-Markt zusätzlich befeuert.
Der Epic Games Store meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Bruttoumsatz von rund 1,2 Milliarden Dollar, weniger als ein Zehntel von Steam. Epic setzt weiter auf kostenlose Spiele-Weggaben (über 500 Titel seit 2018) und Exklusiv-Deals, verliert aber Marktanteile an Steams wachsende Bibliothek. GOG, das auf DRM-freie Spiele spezialisiert ist, blieb bei etwa 150 Millionen Dollar Umsatz. Steams dominantes Feature ist der Workshop, der Modder eine zentrale Plattform bietet, über 15.000 Spiele unterstützen ihn. Das Steam Deck, seit Februar 2022 auf dem Markt, hat sich über 4 Millionen Mal verkauft und bindet Nutzer an das Steam-Ökosystem, auch für Windows-Spiele via Proton-Kompatibilitätsschicht. Der mobile PC-Markt wuchs um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nicht zuletzt durch Steams Vorstoß.
Ob das zweite Halbjahr 2026 mithalten kann, bleibt offen. Aber die Messlatte liegt jetzt bei über 22 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr. Zum Vergleich: Der gesamte PC-Gaming-Markt (exklusive Hardware) wird 2026 auf etwa 65 Milliarden Dollar geschätzt, Steam hält damit einen Anteil von über 34 Prozent.