Angekündigt, Demo da, und anders als erwartet
Star Trek: Outposts Unknown wurde gestern überraschend enthüllt und hat bereits eine spielbare Demo an Bord. Anders als typische Kolonie-Simulationen setzt der Titel nicht auf Überlebenskampf und Katastrophen.
Eure Crew aus Föderations-Offizieren ist nicht abgestürzt oder eingefroren. Sie sind freiwillig da, und wenn es nach meiner Mannschaft geht, auch nur bis zum Dienstschluss.
Das Studio und seine Handschrift
Entwickler Blue Nebula Studios aus München wurde 2018 gegründet. Ihr Debüt „Moonrise Colony“ (2021) war ein entspanntes Siedlungsspiel auf dem Mond, das bei 80.000 verkauften Einheiten kaum Presse bekam.
Das Folgeprojekt „The Station“ (2023) kombinierte Aufbau mit leichten Rätseln und erhielt auf der gamescom Lob für die ruhige Atmosphäre.
Beide Titel teilen eine DNA: kein Hunger, keine Krankheiten, kein Permadeath. Genau diese Philosophie übertragen sie nun auf die Sternenflotte. Frühzugang auf Steam ist für Q2 2025 angekündigt, der Preis soll bei 24,99 Euro liegen.
Der Genre-Unterschied: Kein RimWorld im Weltall
Die meisten Siedlungsbauer zwingen ihre Figuren in ein Leben aus Steineklopfen und Ressourcen-Horten. Ein abgestürztes Schiff oder ein Kryo-Unfall, der Klassiker.
- RimWorld lässt Siedler ums blanke Überleben kämpfen.
- Surviving Mars hungert Kolonisten durch Sandstürme.
Outposts Unknown dreht den Spieß um: Eure Leute sind Freiwillige auf Mission. Sie können jederzeit ins Mutterschiff zurückbeamen. Der Druck fehlt, und das ändert alles.
Meine Crew: Pünktlich zur Übergabe verschwunden
In der Demo stellte sich schnell heraus: Meine Offiziere sind fleißig, solange die Schicht läuft. Einmal die Stunde der Rückkehr erreicht, warfen sie die Schaufeln hin.
- Kein nächtlicher Platin-Abbau.
- Kein freiwilliger Überstunden-Dienst am Replikator.
Das fühlt sich erfrischend ehrlich an. Star Trek: Outposts Unknown macht Siedlungsbau zur angenehmen Nebenbeschäftigung, nicht zum Härtetest für Disziplin.
Warum das funktioniert
Die Optik erinnert an klassische LucasArts-Adventures, bunt, freundlich, mit klaren UI-Elementen. Die Befehle sind simpel: Bauen, Erkunden, Kontakt aufnehmen.
Einziger Wermutstropfen: Wer echte Herausforderung sucht, wird hier nicht fündig. Die Demo bietet eine entspannte Stunde, danach ist der Planet erkundet und die Crew im Bett.
Trotzdem: Ein erfrischender Gegenentwurf zum Überlebens-Einerlei des Genres.
Einordnung ins Star-Trek-Universum
Seit „Star Trek: The Motion Picture“ (1971) erschienen über 50 lizenzierte Spiele. Siedlungsbau war dabei ein Nischenphänomen. „Star Trek: Colonies“ (1995) von MicroProse erlaubte Basenbau auf fremden Welten, wurde aber durch seine komplexe Wirtschaftssimulation nie populär.
„Star Trek Online“ (2010) bietet zwar einen Außenposten-Modus, doch der bleibt ein Beiwerk. Mobile Titel wie „Star Trek: Starbase Builder“ (2019) scheiterten an In-App-Käufen.
Outposts Unknown ist das erste reine PC-Aufbauspiel der Marke seit fast 30 Jahren. Die Demo auf Steam hat nach eigenen Angaben des Studios in 24 Stunden über 12.000 Downloads verzeichnet, ein Hinweis auf Nachfrage nach entspannter Lizenzware. Vielleicht ist die Zukunft der Sternenflotte ja gemütlicher, als wir dachten.