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„Stop Killing Games“: Wenn der digitale Stecker zum Raubzug wird
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„Stop Killing Games“: Wenn der digitale Stecker zum Raubzug wird

Die Initiative von Ross Scott rückt die fragwürdige Praxis der Serverabschaltungen in den Fokus und fordert endlich effektiven Verbraucherschutz für digitale Käufe.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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Das Ende der digitalen Willkür

Ross Scott hat mit der Initiative Stop Killing Games eine Debatte entfacht, die längst überfällig ist. Publisher wie Ubisoft oder Electronic Arts deaktivieren Server für Spiele, die Kunden zuvor als Vollpreisprodukte erworben haben.

Dieses Vorgehen verwandelt gekaufte Software in wertlosen digitalen Müll. Was früher ein Spiel für die Ewigkeit war, verkommt heute zu einem zeitlich begrenzten Mietobjekt.

Die Macht der Konzerne

Die Bilanzen der großen Publisher weisen Milliardengewinne aus. Dennoch rechtfertigen sie die Abschaltung von Titeln oft mit den laufenden Serverkosten.

  • Ein drei Jahre altes Spiel wird für den Konzern zur finanziellen Belastung.
  • Vorstandsboni wiegen bei diesen Entscheidungen schwerer als das Eigentumsrecht der Spieler.
  • Wer den Stecker zieht, entwertet das gekaufte Gut komplett.

Der Weg nach Brüssel

Die Initiative hat es geschafft, das Ausmaß dieser Praxis vor das Europäische Parlament zu bringen. Es geht um die Kernfrage, ob Spieler Kunden mit Rechten sind oder lediglich geduldete Nutzer in einem kontrollierten Gehege.

  • Die Petition fordert eine gesetzliche Verpflichtung zur Erhaltung der Spielbarkeit.
  • Publisher sollen verpflichtet werden, Offline-Modi oder Server-Tools nach der Abschaltung bereitzustellen.
  • Der Druck auf die Politik wächst, um den Wildwuchs der digitalen Obsoleszenz zu stoppen.

Der Pile of Shame als Spiegel

Viele Gamer besitzen hunderte Spiele auf Plattformen wie Steam oder Epic Games Store. Ein Großteil davon landet ungeachtet auf dem sogenannten Pile of Shame.

  • Die Angst wächst, dass diese Sammlung eines Tages unbrauchbar wird.
  • Wenn eine Infrastruktur abgeschaltet wird, existiert das Spiel faktisch nicht mehr.
  • Die Abhängigkeit von den Servern der Hersteller zerstört den Wert von digitalen Archiven.

Ein Blick auf die Realität

Die aktuelle Rechtslage hinkt der technischen Realität hinterher. Während physische Datenträger meist ohne Internet funktionieren, sind moderne Dienste auf eine ständige Verbindung angewiesen.

  • The Crew bei Ubisoft ist ein greifbares Beispiel für den kompletten Verlust eines Spiels nach der Serverabschaltung.
  • Verbraucherverbände beginnen nun, diese Geschäftsmodelle juristisch zu prüfen.
  • Ein Spieler hat derzeit kaum Möglichkeiten, gegen die erzwungene Stilllegung seines Eigentums vorzugehen.

Die Europäische Kommission prüft derzeit die eingereichten Unterlagen zur Initiative. Aktuell sind weltweit etwa 250.000 Unterschriften für das Anliegen registriert.

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