Ein Geheimnis von 1997 fällt
In der Originalfassung von Tales of Destiny für die PlayStation ist eine bisher unbekannte Methode aufgetaucht, mit der sich Lilith Aileron regulär als Party-Mitglied rekrutieren lässt. Der entscheidende Zusatz: Weder Cheat-Geräte noch Glitches sind dafür nötig, der Weg funktioniert innerhalb der normalen Spielmechanik. Damit rückt eine Figur ins Team, die in der japanischen Urversion vom 23. Dezember 1997 als nicht rekrutierbar galt. Die Entdeckung ist rund 29 Jahre nach dem Erstrelease entsprechend bemerkenswert.
Die harten Fakten zum Klassiker
- Entwicklung: Die PS1-Fassung stammt von Wolf Team, veröffentlicht wurde sie von Namco.
- Release: In Japan erschien das Spiel am 23. Dezember 1997 für die PlayStation.
- Einordnung: Tales of Destiny ist ein Action-RPG / JRPG und der zweite Hauptteil der Tales-Reihe.
- Neuauflagen: Eine PS2-Version folgte am 30. November 2006, der Director’s Cut am 31. Januar 2008, beide nur in Japan.
- Preis: Ein belegter Euro-Preis für die Originalfassung liegt nicht vor.
Warum Lilith so besonders ist
Lilith Aileron ist die Schwester des Protagonisten Stahn Aileron und taucht im Spielverlauf immer wieder auf, ohne in der PS1-Version zur kämpfenden Truppe zu gehören. Genau dieser Umstand machte sie über Jahrzehnte zu einer der bekanntesten nicht rekrutierbaren Figuren der Reihe. Dass nun ein regulärer Weg existiert, verschiebt die Grenze zwischen “vorgesehen” und “unerreichbar”. Für Sammler und Langzeitfans ist das ein kleiner Erdrutsch.
Wolf Team und der Weg zu Tales
Wolf Team war in den Neunzigern ein bekanntes Entwicklerstudio innerhalb des Namco-Umfelds und arbeitete unter anderem an der Frühphase der Tales-Serie. Aus diesen Strukturen ging später Namco Tales Studio hervor, das die PS2-Neuauflage von Tales of Destiny verantwortete. Als Publisher der späteren Fassung wird Bandai Namco Games geführt. Die wechselvolle Studiohistorie erklärt, warum viele Details der Originalfassung bis heute Gegenstand von Untersuchungen sind.
Die Tales-Reihe im Rückblick
- Der erste Hauptteil, Tales of Phantasia, erschien 1995 für das Super Famicom.
- Tales of Destiny folgte 1997 und etablierte die Serie auf der PlayStation.
- Spätere Ableger wie Tales of Eternia, Tales of Symphonia und Tales of the Abyss bauten die Fangemeinde international aus.
- Das Kampfsystem der Reihe, das Linear Motion Battle System, gilt als eines der beständigsten Markenzeichen.
Was die PS2-Fassungen anders machten
Die PS2-Version von Tales of Destiny aus dem Jahr 2006 und der Director’s Cut von 2008 ergänzten die Handlung und boten zusätzliche spielbare Figuren. In diesen Neuauflagen war Lilith bereits auf andere Weise zugänglich, was die ursprüngliche PS1-Fassung lange wie die Version mit der Lücke wirken ließ. Dass nun auch dort ein regulärer Rekrutierungsweg existiert, gleicht die Fassungen in einem Punkt an, der bisher als offen galt. Offiziell bestätigt ist bislang weder ein Patch noch eine Neuveröffentlichung, die diese Methode dokumentiert.
Dass eine fast drei Jahrzehnte alte Frage plötzlich eine Antwort findet, ist kein Einzelfall. Die Retro-Szene durchsucht Klassiker systematisch nach ungenutzten Flags, versteckten Dialogen und seltenen Ereignissen. Gerade JRPGs mit großen Datenmengen und vielen optionalen Szenen liefern dafür reichlich Material. Für Tales of Destiny bedeutet das: Ein Spiel, das viele längst als vollständig erforscht abgehakt hatten, hält noch Überraschungen bereit.
Ein Detail, das bleiben wird
Die Entdeckung ändert nichts an der Veröffentlichungsgeschichte von Tales of Destiny, wohl aber an der Art, wie Fans die PS1-Fassung künftig spielen werden. Wer Lilith im Team haben will, kann das nun ohne Eingriff in die Software versuchen. Ob die Methode in offiziellen Guides auftaucht, ist offen, die Community hat sie bereits.