Neue Retro-Vibes von den Meistern der Nostalgie
Die Duffer-Brüder, Matt und Ross Duffer, haben ihre Produktionsfirma Upside Down Pictures gegründet, um über Stranger Things hinaus zu expandieren. Nach ihrer Arbeit an der Serie Wayward Pines (2015), bei der sie als Autoren und Produzenten erste Erfahrungen im Mystery-Genre sammelten, etablierten sie sich mit dem Netflix-Hit als Kuratoren der 80er-Jahre-Popkultur.
The Boroughs verlässt das bekannte Setting der fiktiven Kleinstadt Hawkins und fokussiert sich auf eine Seniorenresidenz in der Wüste von New Mexico. Die Showrunner Jeffrey Addiss und Will Matthews brachten zuletzt das Projekt Der dunkle Kristall: Ära des Widerstands (2019) hervor, das zwar von Kritikern gelobt wurde, aber nach einer Staffel eingestellt wurde.
- Die Duffer-Brüder unterzeichneten 2022 einen exklusiven Deal mit Netflix, der The Boroughs als eine ihrer ersten großen Eigenproduktionen nach dem Abschluss von Stranger Things festsetzt.
- Die Serie nutzt das Motiv der "Rentner gegen das Übernatürliche", um eine Verschiebung der üblichen Coming-of-Age-Dynamik vorzunehmen.
- Das Budget für das Projekt wird intern als eines der größten für neue Serien-IPs bei Netflix gehandelt.
Der Plan hinter der Playlist
Die Strategie, Songs durch Serien-Platzierungen in die Charts zu befördern, hat sich in Hollywood zu einem festen Bestandteil des Marketings entwickelt. Kate Bushs Running Up That Hill erreichte 37 Jahre nach der Erstveröffentlichung Platz 1 der britischen Single-Charts und generierte laut Billboard geschätzte 2,3 Millionen Dollar an Tantiemen allein durch die Einbindung in Stranger Things.
Die Musikindustrie reagiert auf solche Erfolge mit einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Streaming-Diensten und Rechteinhabern. Labels wie Sony Music und Universal Music bieten Netflix nun gezielten Zugriff auf Backkataloge an, um ähnliche "Viral-Momente" zu provozieren.
- Die Produzenten suchen nach einem Titel, der ein spezifisches emotionales Gewicht besitzt, um eine Szene narrativ zu stützen.
- Die Lizenzierung erfordert Verträge, die auch die Nutzung in sozialen Netzwerken wie TikTok explizit regeln.
- Das Ziel ist eine Synchronisation, bei der Bild und Ton eine unzertrennliche Einheit bilden.
Was wir über die Produktion wissen
Die Produktion findet unter dem Dach von Netflix statt, wobei die Duffer-Brüder kreative Kontrolle über das visuelle Design behalten. Der visuelle Stil orientiert sich an Produktionen wie Cocoon (1985) oder Batteries not Included (1987), die ebenfalls eine ältere Generation in fantastische Szenarien stellten.
Das Drehbuch-Team unter Addiss und Matthews arbeitet mit einem bewährten Baukasten für Mystery-Serien. Die Erzählung nutzt das isolierte Setting der Wüste, um die Charaktere von der Außenwelt abzuschneiden und das Gefühl der Bedrohung zu steigern.
- Die Serie umfasst acht Episoden für die erste Staffel.
- Spezialeffekte werden wie bei früheren Duffer-Projekten physische Masken und Animatronics mit CGI kombinieren.
- Der Drehstandort New Mexico dient als ästhetischer Ersatz für entlegene Orte, um die Isolation der Rentnersiedlung zu betonen.
Musikalische Ambitionen im Fokus
Die Wiederverwendung von Musikklassikern ist ein kalkulierter Prozess, um dem Publikum ein Gefühl von Vertrautheit zu vermitteln. Seit dem Erfolg von Guardians of the Galaxy (2014) fungiert der Soundtrack bei Produktionen mit Retro-Bezug als eigenständiges Produkt. Die Daten zeigen, dass Songs aus den 70er und 80er Jahren bei der Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen derzeit eine höhere Streaming-Rate erzielen als bei der ursprünglichen Zielgruppe dieser Ära.
Die Branche beobachtet genau, wie die Duffer-Brüder ihr Budget für die Musiklizenzen einsetzen. Die Kosten für prominente Platzierungen in einer großen Netflix-Serie können für einen einzelnen Song im sechsstelligen Bereich liegen.
- Die Auswahl eines Songs dient als Ankerpunkt für die gesamte Werbekampagne.
- Plattformen wie Spotify erstellen bereits im Vorfeld der Show kuratierte Playlists, um den Hype vorab zu unterstützen.
- Die Produktion von The Boroughs hat bereits erste Anfragen für die Rechte an Synth-Pop-Stücken aus den späten 70ern gestartet.
Die Dreharbeiten in New Mexico sind für eine Dauer von acht Monaten angesetzt, wobei eine Veröffentlichung im Laufe des kommenden Jahres realistisch erscheint. Die finale Entscheidung über das musikalische Herzstück des ersten Trailers liegt bei den Duffer-Brüdern selbst.