Zombies treffen auf Arcade-Krawall
Odaclick Game Studio und Trailmark Games haben The Walking Dead: Streets of Survival offiziell enthüllt. Der erste Trailer zeigt einen pixelbasierten Beat-'em-Up, der die All Out War-Phase der Comic- und TV-Serie aufgreift.
Rick Grimes, Daryl Dixon und Michonne sind die spielbaren Charaktere. Sie prügeln sich durch Horden von Walkern, mit Fäusten, improvisierten Waffen und den typischen Signatur-Moves der Helden.
Was der Trailer verrät
- Pixel-Art im Stil klassischer Arcade-Prügler wie Streets of Rage oder Final Fight
- Drei spielbare Charaktere mit unterschiedlichen Movesets: Ricks Revolver-Kombos, Daryls Armbrust-Attacken, Michonnes Katana-Schnitte
- Side-Scrolling-Action gegen untote Massen plus menschliche Gegner
- Ein kurzer Blick auf vertraute Schauplätze: Gefängnis, Alexandria, Waldstücke
Der Trailer zeigt schnelle Combos, Power-Ups und einen kooperativen Modus, für bis zu vier Spieler scheint lokaler Multiplayer möglich, auch wenn dies nicht bestätigt ist.
Wer die Entwickler sind
Odaclick Game Studio aus Prag brachte zuletzt den Pixel-Plattformer Cursed Castle (2021) heraus, der auf Steam 84% positive Bewertungen erhielt. Davor entwickelten sie das Beat-'em-Up Brawl Brigade (2019), ein kleines, aber solides Arcade-Projekt mit lokaler Koop. Trailmark Games mit Sitz in Köln veröffentlichte 2022 den Strategiespiel-Mix Fortress Frontier, der rund 12.000 Einheiten auf PC und Switch verkaufte. Beide Teams haben Erfahrung mit lizenzierten Retro-Titeln: Odaclick arbeitete 2020 an der Portierung von Rogue Legacy auf mobile Geräte, Trailmark an der Pixel-Adaption des Brettspiels Dungeon Lords (2023). Für Streets of Survival kooperieren sie erstmals direkt, die Produktion läuft seit Anfang 2024.
Das Walking Dead in Spielen, eine wechselvolle Geschichte
Die Marke The Walking Dead hat über ein Dutzend Spiele hervorgebracht. Telltales Adventure-Serie (2012–2018) verkaufte laut Publisher Skybound über 28 Millionen Episoden weltweit. The Walking Dead: Survival Instinct (2013) von Terminal Reality floppte mit 58 Punkten auf Metacritic. Overkill’s The Walking Dead (2018) scheiterte an technischen Problemen und wurde nach wenigen Monaten eingestellt, der Entwickler Starbreeze meldete kurz darauf Insolvenz an. Besser lief es im VR-Bereich: The Walking Dead: Saints & Sinners (2020) von Skydance Interactive verkaufte über 1 Million Einheiten und erhielt 83 Punkte auf Metacritic. Streets of Survival ist das erste Beat-'em-Up im Franchise und greift den All Out War-Comicbogen auf, der in den Ausgaben #115–126 erzählt wird.
Warum jetzt ein Beat-'em-Up?
Die Renaissance des Side-Scrolling-Prüglers begann mit Streets of Rage 4 (2020), das 2,5 Millionen Einheiten absetzte. TMNT: Shredder’s Revenge (2022) von Tribute Games landete bei 89% positiven Steam-Bewertungen. River City Girls 2 (2022) und das Remake Double Dragon Gaiden (2023) zeigten, dass das Genre ein stabiles Nischenpublikum hält. Der Markt für lizenzierte Retro-Spiele wächst: 2023 veröffentlichte Atari Mr. Run and Jump, und The Making of Karateka dokumentierte die Geschichte des Arcade-Genres. Odaclick und Trailmark setzen auf dieselbe Formel: bekannte IP, handgezeichnete Sprites, lokale Koop. Ob die Partner einen Publisher für den Vertrieb auf Disc finden, Skybound Games hat bisher nicht kommentiert.
Hintergrund und Besonderheiten
Die Ankündigung stammt von Odaclick Game Studio und Trailmark Games. Beide Teams haben Erfahrung mit Retro-Projekten und adaptierten bereits lizenzierte Stoffe in Pixel-Optik.
The Walking Dead: Streets of Survival erscheint dem ersten Eindruck nach als Liebeserklärung an die Ära der 16-Bit-Automaten. Der Soundtrack im Trailer kombiniert düstere Synths mit treibenden Beats.
Ein konkretes Releasedatum oder Plattformen wurden noch nicht genannt. Der Trailer wurde exklusiv über IGN veröffentlicht.
Fazit nach dem ersten Trailer
- Fans der Serie bekommen eine unerwartete, aber stimmige Umsetzung des All Out War-Storybogens
- Retro-Fans dürfen sich auf handgezeichnete Pixel-Sprites und knallige Effekte freuen
- Die Kombination aus Lizenz-Helden und klassischem Beat-'em-Up-Gameplay ist erfrischend unkompliziert
Ob das Spiel nur Nostalgie bedient oder echte Tiefe bietet, wird sich zeigen. Der erste Eindruck macht aber Lust auf mehr, besonders in einer Zeit, in der Beat-'em-Ups ein kleines Comeback feiern.