Antike Götter, moderne Verwaltung
Dotemu und Triskell Interactive haben einen neuen Städte-Management-Titel angekündigt: Theos: Cities of Myth. Das Studio, das zuvor mit Pharaoh: A New Era einen ägyptischen City-Builder neu aufgelegt hat, wendet sich nun der griechischen Mythologie zu. Der Titel soll noch in diesem Jahr für den PC erscheinen.
Triskell Interactive beschreibt das Spiel als Hommage an die klassischen City-Builder der 2000er Jahre. Wer damals Zeus: Master of Olympus oder Pharaoh gespielt hat, dürfte hier vertraute Mechaniken wiederfinden – nur mit mehr Göttern und weniger Nilschlamm.
Triskell Interactive: Ein Studio mit Geschichte
Gegründet 2017 in Montpellier, Frankreich, besteht Triskell Interactive aus 18 Entwicklern. Viele kamen von Ubisoft Montpellier oder Amplitude Studios. Ihr Debüt war die Portierung von Pharaoh (1999) auf moderne Systeme – Pharaoh: A New Era erschien im Februar 2023. Der Titel verkaufte sich laut SteamDB in den ersten drei Monaten über 200.000 Mal und erreichte eine Nutzerwertung von 88 % positiv. Das Team arbeitete parallel an einer Engine, die isometrische Grafik mit dynamischen Lichteffekten verbindet. Genau diese Engine kommt nun in Theos zum Einsatz.
Von Pyramiden zu Säulentempeln
- Spieler errichten Städte, die von der griechischen Mythologie inspiriert sind.
- Götter wie Zeus, Hades oder Athene sollen aktive Rollen im Stadtleben spielen.
- Segen oder Zorn der Olympier beeinflussen Wachstum, Ressourcen und die Zufriedenheit der Bürger.
Triskell Interactive setzt auf eine bewusst retro-angehauchte Präsentation. Erste Screenshots zeigen isometrische Perspektiven und eine Farbpalette, die an die späten 90er und frühen 2000er erinnert. Keine Photorealismus-Orgie, sondern handgezeichnete Pixeloptik.
Wiedersehen mit alten Bekannten
Der direkte Vorläufer des Genres ist Zeus: Master of Olympus (2000) von Impressions Games. Es führte die Göttergunst als zentrales Spielelement ein – mit festen Segen- und Fluch-Events. Theos erweitert dieses Prinzip: Die Launen der Olympier reagieren auf die tatsächliche Stadtstruktur. Baut man zu nah an einem heiligen Hain, zieht man den Zorn der Artemis auf sich. Errichtet man einen prächtigen Tempel für Athene, fördert sie den Handel mit benachbarten Polis. Auch Poseidon (2001), die Erweiterung von Zeus, wird zitiert: Seehandel und Hafenanlagen spielen eine Rolle.
Göttergunst statt Bauvorschriften
Die zentrale Neuerung gegenüber rein historischen City-Buildern: Ihr müsst die Gunst der olympischen Götter gewinnen. Ein Altar hier, ein heiliger Hain da – und plötzlich regnet es Olivenöl oder die Monster bleiben fern. Versäumt ihr die Opfergaben, schickt Hades vielleicht eine Plage.
„Wir wollen das Gefühl der antiken Städteplanung einfangen, aber mit einem fantastischen Twist“, sagte ein Sprecher von Triskell Interactive gegenüber Eurogamer. Die Spieler sollen nicht nur Straßen und Aquädukte planen, sondern auch religiöse und mythische Bedürfnisse ihrer Bevölkerung managen.
Bauen, Opfern, Regieren
Neben den zwölf Hauptgöttern treten mythische Wesen auf: Zentauren können als Scouts dienen, Harpyien stehlen Nahrung. Für jede Gottheit gibt es einen eigenen Ruhm-Rang, der neue Gebäude freischaltet – etwa das Parthenon oder die Statue des Zeus. Die Ressourcenkette umfasst Olivenöl, Wein, Marmor und Erz. Monumente wie der Koloss von Rhodos benötigen mehrere tausend Einheiten und ziehen Touristen an. Ein Tech-Baum erlaubt Spezialisierungen: militärische Polizei, philosophische Akademien oder Handelsflotten.
Release direkt am PC
Theos: Cities of Myth erscheint exklusiv für PC (Steam, GOG) im Laufe des Jahres 2024. Ein genaues Datum steht noch aus. Dotemu, bekannt für Retro-Neuauflagen wie Streets of Rage 4 und Windjammers 2, fungiert als Publisher.
Ein Demo- oder Beta-Programm wurde noch nicht angekündigt. Aber nach den positiven Reaktionen auf Pharaoh: A New Era dürften viele City-Builder-Fans gespannt auf die nächste Götteranbetung warten.
Einordnung in den Markt
Der City-Builder-Markt boomt seit 2020: Against the Storm (2023) verkaufte sich über eine Million Mal, Manor Lords erreichte im Early Access 2,5 Millionen Spieler. Theos besetzt eine Nische – historische Fantasy, die an Zeus und Poseidon anknüpft. Dotemu setzt auf eine physische Collector's Edition mit Poster und Münze, der Preis wird bei rund 29,99 Euro erwartet (Indie-Üblich). Eine erste spielbare Version ist für die gamescom 2024 angekündigt. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob Triskell die Balance zwischen Göttersimulation und Aufbaustrategie hält.