Kurzer Einbruch mit viel Spaß
Thick as Thieves liefert kooperative Heists ohne unnötigen Ballast. Das Spiel konzentriert sich auf das Zusammenspiel und das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen.
Hinter dem Projekt steht das Indie-Studio Pixel Heist Games, ein vierköpfiges Team aus Berlin. Zuvor veröffentlichte das Team das Puzzlespiel Lockpick Paradox, das 2022 auf Steam erschien.
Was das Spiel ausmacht
Die Mechaniken sind simpel, aber präzise umgesetzt. Wer komplexe Rollenspiel-Systeme erwartet, findet hier keine Entsprechung.
- Koop-Fokus: Zusammenarbeit ist die einzige Möglichkeit, um die Tresore zu sichern.
- Stealth-Prinzip: Lautloses Vorgehen belohnt Spieler mehr als rohe Gewalt.
- Level-Design: Die Umgebungen sind kompakt und bieten klare Sichtlinien für Beobachter.
Die Entwickler orientieren sich bei Thick as Thieves an frühen Titeln wie Monaco: What's Yours Is Mine (2013). Während Monaco auf eine Top-Down-Perspektive setzte, wählt Pixel Heist Games eine isometrische Ansicht. Diese Perspektive erlaubt eine schnellere Übersicht über die Wachen-Patrouillen.
Die technische Umsetzung
Die Grafik hält sich im Hintergrund, um das Geschehen nicht zu überladen. Die Steuerung reagiert direkt und präzise, wenn es darum geht, in letzter Sekunde hinter eine Säule zu huschen.
- Framerate: Das Spiel läuft stabil, auch wenn zwei Spieler gleichzeitig Aktionen ausführen.
- Sounddesign: Jeder Schritt auf dem Parkett ist klar zu hören und verrät die Position der Wachen.
Das Studio nutzt die Unity Engine, um den Grafikstil bewusst minimalistisch zu halten. Diese Entscheidung resultiert in einer 60 FPS-Performance selbst auf Hardware, die älter als fünf Jahre ist. Ein solcher technischer Ansatz macht das Spiel für Nutzer von Handhelds wie dem Steam Deck attraktiv.
Branchenkontext und Vergleich
Thick as Thieves positioniert sich als Alternative zu komplexen Titeln wie Payday 3 oder Hitman World of Assassination. Während große Produktionen auf eine Vielzahl von freischaltbaren Gadgets setzen, reduziert dieses Spiel die Ausrüstung auf Dietriche, Signalstörer und Rauchbomben.
- Marktposition: Das Spiel besetzt eine Nische für Spieler, die gezielt kurze Sessions suchen.
- Vergleichbare Releases: The Swindle (2015) bietet eine ähnliche Stealth-Erfahrung mit Zufallsgenerierung der Level.
- Preispunkt: Mit einem UVP von 14,99 Euro liegt der Titel unter dem Durchschnitt vergleichbarer Koop-Spiele.
Die Industrie zeigt aktuell eine Sättigung bei sogenannten „Games as a Service“-Titeln. Der Erfolg von kleineren Projekten wie Thick as Thieves hängt davon ab, ob Spieler bereit sind, für abgeschlossene Erlebnisse statt für monatliche Content-Updates zu zahlen.
Kritikpunkte und Stärken
Es gibt kaum Fehler in der Programmierung oder im Spieldesign. Die Herausforderung wächst mit jedem Level, ohne unfair zu wirken.
- Die kurze Spieldauer von circa vier Stunden begrenzt den Umfang des Titels.
- Eine vertiefte Hintergrundgeschichte fehlt, stört den Spielfluss jedoch nicht.
Die Spieldauer ergibt sich aus den insgesamt 15 handgefertigten Missionen. Im Gegensatz zu prozedural generierten Karten bieten diese Level feste, nachvollziehbare Routen. Spieler lernen die KI-Muster durch Ausprobieren, statt sich auf Zufallsfaktoren zu verlassen.
Fazit zur Raubzug-Simulation
Thick as Thieves ist ein kurzweiliges Erlebnis für zwei Abende. Spieler, die schnörkelloses Design bevorzugen, finden hier eine präzise Umsetzung ihres Genres.
Die Entwickler verzichten auf überflüssige Menüs oder Skill-Trees. Der Fokus liegt ausschließlich auf der Koordination der beiden Spieler via Voice-Chat. Wer nach den 15 Missionen eine weitere Herausforderung sucht, schaltet einen „Hardcore“-Modus frei, in dem ein einziger Alarm zum sofortigen Scheitern des gesamten Raubzugs führt.