„Please God, No!“, Die klare Ansage eines Urgesteins
Der Produzent der Toy Story-Filme hat auf die immer wieder aufkeimenden Gerüchte reagiert, Disney könne einen Live-Action-Neuauflage der Pixar-Ikone planen. Seine Antwort fällt kurz und deutlich aus: „Please God, No!“ Ein Stoßgebet, das viele Fans teilen dürften.
Die Aussage stammt aus einem aktuellen Interview, über das unter anderem Kotaku berichtet. Der Produzent, der seit dem ersten Film 1995 maßgeblich an der Serie beteiligt ist, zeigte sich wenig begeistert von der Vorstellung, Woody, Buzz Lightyear und Co. durch echte Schauspieler oder CGI-Echtmenschen zu ersetzen.
Pixar und Toy Story: Eine Erfolgsgeschichte
Pixar Animation Studios entstand 1986 aus der Graphics Group von Lucasfilm, gekauft von Steve Jobs. Die ersten Kurzfilme, Luxo Jr. (1986) und Tin Toy (1988), gewannen Oscars und zeigten das Potenzial der Computeranimation. Toy Story (1995) war der erste vollständig computergenerierte Spielfilm der Geschichte, produziert für rund 30 Millionen Dollar, weltweit 373 Millionen Dollar Einspiel.
- Toy Story 2 (1999) folgte mit 497 Millionen Dollar, Toy Story 3 (2010) spielte 1,067 Milliarden ein und erhielt zwei Oscars.
- Toy Story 4 (2019) brachte 1,073 Milliarden Dollar. Das Franchise hat kumuliert über 3 Milliarden Dollar umgesetzt.
- Ableger wie Lightyear (2022), ein Spin-off mit Chris Evans als Synchronsprecher, landeten bei 226 Millionen Dollar, ein finanzieller Enttäuschung für Pixar.
Die kreative Handschrift von John Lasseter (Regisseur der ersten beiden Teile), Pete Docter und Andrew Stanton prägte den Look: ein hybrider Stil aus cartoonhaften Proportionen und fotorealistischen Texturen. Dieser Stil ließ sich über 25 Jahre nicht ohne Bruch in Realfilm übersetzen.
Toy Story 5-Regisseur schließt sich an
Auch der Regisseur des kommenden (oder bereits in Arbeit befindlichen) Toy Story 5 stellt sich quer. Laut dem Bericht lehnt er ein Remake ebenfalls strikt ab. Stattdessen wolle man sich auf die Fortsetzung der Animation konzentrieren.
- Der Regisseur betont, dass Toy Story untrennbar mit dem Stil der traditionellen Computeranimation verbunden sei.
- Ein Live-Action-Film würde die Magie der Spielzeug-Perspektive zerstören, die nur durch animierte Figuren funktioniere.
- Die Beteiligten sehen offenbar keinen Grund, ein funktionierendes Konzept künstlich zu „vermodern“.
Der Regisseur ist Andrew Stanton (Regisseur von Findet Nemo, WALL·E), der im Juni 2023 von Disney als Verantwortlicher für Toy Story 5 bekanntgegeben wurde. Stanton hatte bereits bei Toy Story (1995) und Toy Story 2 als Drehbuchautor mitgewirkt. Produzent Mark Nielsen (Toy Story 4, Coco) äußerte sich in dem Kotaku-Interview ebenfalls ablehnend.
Disneys Remake-Strategie: Zahlen und Vergleiche
Disney verfolgt seit 2010 eine aggressive Linie mit Live-Action-Adaptionen eigener Zeichentrickklassiker. Alice im Wunderland (2010) startete mit 1,025 Milliarden Dollar. Danach folgten Cinderella (2015, 543 Mio.), The Jungle Book (2016, 967 Mio.), Die Schöne und das Biest (2017, 1,263 Mrd.) und Aladdin (2019, 1,051 Mrd.). Der fotorealistische CGI-Remake von Der König der Löwen (2019) erzielte 1,662 Milliarden.
- Mulan (2020) enttäuschte mit 70 Millionen Dollar an den Kinokassen (Disney+ parallel).
- Pinocchio (2022, Robert Zemeckis) und Peter Pan & Wendy (2023) wurden von Kritikern verrissen und spielten kaum Geld ein.
- Arielle, die Meerjungfrau (2023) erreichte 570 Millionen, ordentlich, aber kein Blockbuster.
Pixar selbst hat sich bisher jedem Live-Action-Remake widersetzt. Selbst bei Die Unglaublichen oder Findet Nemo gab es keine offiziellen Pläne. Die Pixar-Führung unter Pete Docter (Chief Creative Officer) vertritt die Linie, dass Animation kein „Ausgangsmaterial“ für Realfilm sei, sondern ein eigenständiges künstlerisches Medium.
Warum die Diskussion überhaupt aufflammt
Disney hat in den letzten Jahren zahlreiche Zeichentrick-Klassiker als Realfilm neu aufgelegt, von „Der König der Löwen“ bis „Arielle“. Dass nun auch vor Pixars Kronjuwelen nicht Halt gemacht wird, sorgt bei Puristen für Unbehagen.
- Bisher gibt es keine offizielle Bestätigung seitens Disney oder Pixar, dass ein Live-Action Toy Story tatsächlich geplant ist.
- Die Aussagen des Produzenten und des Regisseurs sind jedoch ein starkes Zeichen, dass die Macher selbst keine Notwendigkeit sehen.
- Die Fangemeinde atmet auf, denn ein Remake ohne Original-Sprecher Tom Hanks und Tim Allen wäre für viele ein Sakrileg.
Tom Hanks selbst äußerte 2022 in einem Interview, dass er sich eine digitale Neuauflage seiner Rolle als Woody nur unter der Bedingung vorstellen könne, dass Pixar ihn mit altersgerechter CGI-Technik verjüngt. Disney hat solche Techniken bereits bei The Irishman (2019) und Indiana Jones 5 (2023) eingesetzt. Für Toy Story wäre das allerdings ein radikaler Bruch mit der animierten Tradition. Die Produktion von Toy Story 5 läuft seit 2023, ein Kinostart ist für 2026 angepeilt, als reiner Animationsfilm.