Alte Verhandlungen, neuer Schwung
Zum wiederholten Mal tauchen Gerüchte über eine Zusammenarbeit zwischen Nexon und Blizzard an einem neuen StarCraft-Spiel auf. Berichten zufolge seien die beiden Unternehmen kurz vor einer Einigung. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht. Weder Blizzard noch Nexon haben sich zu den Spekulationen geäußert, was für Fans der Serie einen schwer verdaulichen Wissensstand bedeutet.
- Es wäre das erste neue Haupt-Spiel der Serie seit StarCraft 2: Legacy of the Void aus dem Jahr 2015.
- Zuletzt gab es 2017 das StarCraft: Remastered für den PC.
- Ein möglicherweise neues Projekt könnte sowohl die E-Sports-Szene als auch die Strategiespiel-Community verändern.
- Die Gespräche sollen laut der Berichte wieder aufgelebt sein, nachdem sie einige Jahre geruht hatten.
Was die Berichte sagen
Die Meldungen bleiben vage. Ein konkreter Zeitplan, ein Genre oder eine Plattform werden nicht genannt. Auch ob es sich um ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel handelt oder um einen Ableger in einem anderen Genre, ist unbekannt. Die wenigen Informationen stammen aus Branchenkreisen, aber ohne namentliche Quellen bleibt alles spekulativ. Wir bewerten das Gerücht daher mit Vorsicht.
- Kein Release-Datum, keine Plattform, kein Entwicklungsstudio bekannt.
- Die letzten Kontakte zwischen beiden Firmen wurden bereits in früheren Jahren kolportiert, ohne dass ein Ergebnis folgte.
- Es wäre nicht der erste Versuch, StarCraft außerhalb des RTS-Genres zu öffnen. Ein mobiler Ableger wurde einst angedacht, aber verworfen.
- Fans warten seit Jahren auf eine offizielle Ankündigung.
StarCraft: Eine Legende wird 28
StarCraft erschien 1998 und definierte das Echtzeit-Strategiespiel neu. Mit Brood War (1998) und der langsamen Ausweitung auf Südkorea wurde es zum Nationalsport und zur Basis der modernen E-Sport-Szene. StarCraft 2 folgte 2010 mit den Teilen Wings of Liberty, Heart of the Swarm und Legacy of the Void. Die trilogie hat bis heute eine treue Fangemeinde, auch wenn die Turnierszene in den letzten Jahren deutlich ruhiger geworden ist.
- Die Kampagne erzählt die Geschichte von Terranern, Zerg und Protoss.
- Neben der Kampagne ist der Mehrspielermodus das Herzstück.
- Die letzte große Erweiterung erschien 2015.
- Mit dem Remastered 2017 feierte das Original ein Comeback.
Warum Nexon?
Nexon ist ein südkoreanischer Entwickler und Publisher, bekannt für MapleStory, Dungeon & Fighter und KartRider. Das Unternehmen versteht sich auf Free-to-play-Modelle und Live-Service-Inhalte. Genau diese Fähigkeiten könnten Blizzard reizen, um eine moderne StarCraft-Variante zu entwickeln, die über Jahre hinweg aktualisiert wird. Zudem hat Nexon Erfahrung mit Online-Strategiespielen, wenn auch mit weniger Erfolg.
- Nexon versuchte sich mit Closers und LawBreakers an westlichen Märkten, oft mit mäßigen Ergebnissen.
- Der Publisher hat ein großes Portfolio an Mobile-Spielen, ein möglicher Hinweis auf eine mobile Variante von StarCraft.
- Blizzard betont seit Jahren, dass die eigene Marke für bestimmte Qualitäten steht. Eine Fremdentwicklung wäre ein Novum.
Blizzard, Microsoft und die neue Firmenstruktur
Im Jahr 2023 übernahm Microsoft Activision Blizzard für fast 69 Milliarden Dollar. Seitdem gehört auch Blizzard zum Microsoft-Konzern. Das hat interne Strukturen verändert. Die Zusammenarbeit mit externen Studios wie Nexon wäre eine strategische Abweichung von Blizzards üblicher Development-Philosophie. Bisher entwickelte das hauseigene Team fast alle großen Marken selbst.
- Das Microsoft-Management hat eine Geschichte mit RTS-Franchises, etwa Age of Empires.
- Eine Partnerschaft könnte helfen, Kosten und Risiken zu teilen.
- Andererseits zeigt Microsoft bei Marken wie Minecraft oder Fallout, dass externe Entwickler durchaus erfolgreich eingesetzt werden.
- Ein neuer StarCraft-Teil von Nexon könnte als Cheap-and-Effective-Move für den strategischen Markt gedacht sein.
Was ein neues StarCraft für das Genre bedeuten könnte
Das RTS-Genre ist in den 2020ern nicht mehr das Zugpferd früherer Jahre. Ego-Shooter und Battle-Royale dominieren. In letzter Zeit erleben Klassiker wie Age of Empires IV oder Company of Heroes 3 aber einen kleinen Aufschwung. Ein neues StarCraft könnte diesem Trend zusätzlichen Schwung verleihen, besonders wenn es neben PC auch andere Plattformen abdeckt.
- E-Sport-Fans hoffen auf eine Rückkehr der großen Turniere mit Preisgeldern.
- Ein modernes Spiel müsste Tutorials und Zugänglichkeit stärker betonen als Vorgänger.
- Die Koop-Missionen aus StarCraft 2 waren ein erfolgreiches Modell für Gelegenheitsspieler.
- Eine umstrittene Frage wäre, ob sich das Spiel am Free-to-play-Modell orientiert oder auf klassischem Kaufpreis basiert.
Offene Fragen und Skepsis
Trotz der vielversprechenden Meldung gibt es keine Bestätigung aus offiziellen Kanälen. Blizzard hat in der Vergangenheit Gerüchte über StarCraft-Projekte nie kommentiert. Auch die Übernahme durch Microsoft macht die Lage unübersichtlicher, da intern wahrscheinlich andere Prioritäten gesetzt werden. Die Geschichte zeigt, dass Verhandlungserfolge bei Blizzard nicht selten im Sande verlaufen.
- Ein früheres Projekt namens StarCraft: Ghost (ein Shooter) wurde 2005 nach Jahren der Entwicklung abgesagt.
- Im Jahr 2022 platzte ein geheimes Projekt mit dem Arbeitstitel Ares, das als Shooter im StarCraft-Universum gelten sollte.
- Die Entwickler von Blizzard haben derzeit ihre Hände voll mit Diablo IV-Inhalten, Overwatch 2 und unbestätigten Erweiterungen zu World of Warcraft.
- Ein neues Spiel könnte daher frühestens in Jahren erscheinen, wenn überhaupt.
Bis dahin bleibt die Nachricht eine Randnotiz ohne handfeste Fakten. Was bleibt, ist die Hoffnung der Community, dass die gerade beschworenen Gespräche zumindest zu einem offiziellen Statement führen. Die Gerüchteküche brodelt seit Jahren, aber ohne substanzielle Daten wird sich das nicht ändern. Ein Blick auf die Entwicklungsgeschichte von Blizzard lehrt uns: Ankündigungen kommen oft plötzlich, aber nach jahrelanger Stille. Bis dahin gilt es, ruhig zu bleiben.