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UK Games Expo verbannt KI-Inhalte von der Tabletop-Messe
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UK Games Expo verbannt KI-Inhalte von der Tabletop-Messe

Die UK Games Expo verbietet KI-generierte Kunst, Texte und Spiele auf ihrer Veranstaltung und droht Ausstellern mit Standschließung.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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UK Games Expo zieht die Reißleine

Die UK Games Expo (UKGE) hat eine neue Regel veröffentlicht, die KI-generierte Inhalte auf der Veranstaltung weitgehend verbietet. Die Messe gilt als größte Tabletop- und Brettspielmesse Großbritanniens und findet als Präsenzveranstaltung statt, nicht als digitale Plattform. Die Policy trägt das Datum 24. September 2026, bekannt wurde sie wenige Tage später. Ausnahmen nennt das Regelwerk nur für „minor editing” sowie für Unterstützung bei Produktion oder Barrierefreiheit.

Was auf dem Gelände nicht mehr auftauchen darf

  • Produkte, die vollständig mit KI erstellt wurden
  • Produkte, bei denen KI in erheblichem Umfang zum Einsatz kam
  • KI-generierte Kunst und Illustrationen
  • KI-generierte Texte, Bücher und Merchandise
  • Tabletop-Spiele selbst, sofern sie betroffen sind

Die Formulierung zielt damit nicht auf einzelne Warengruppen, sondern auf den Entstehungsprozess. Wer eine Karte, ein Regelbuch oder ein Shirt mit generativen Werkzeugen herstellt, fällt unter die Regel. Die Messe unterscheidet dabei nicht zwischen etablierten Verlagen und kleinen Ständen.

Die Ausnahmen bleiben bewusst schmal

Erlaubt bleiben laut Regelwerk nur geringfügige Bearbeitungen sowie KI-Werkzeuge, die der Produktion oder der Barrierefreiheit dienen. Das deckt Hilfsmittel ab, die etwa Layouts vorbereiten oder Texte zugänglicher machen. Ein Verlagsprogramm, das komplett aus generativen Modellen stammt, lässt sich damit nicht mehr rechtfertigen. Die Grenze zwischen „minor editing” und „erheblichem Umfang” dürfte in der Praxis der häufigste Streitpunkt werden.

So will die Messe das Verbot durchsetzen

  • Aussteller sollen beanstandete Produkte auf Aufforderung hin entfernen
  • Bei Weigerung kann der Stand geschlossen werden
  • Betroffenen droht ein Teilnahmeverbot an künftigen UKGE-Ausgaben
  • Die Kontrolle liegt damit beim Veranstalter, nicht bei einzelnen Besuchern

Die Durchsetzung ist bemerkenswert konkret. Viele Messen formulieren ihre Regeln zu neuen Technologien als Empfehlung. Die UKGE koppelt das Verbot dagegen direkt an die Standzulassung, also an das wirtschaftliche Interesse der Aussteller. Für kleine Self-Publisher, die von einem einzigen Messewochenende leben, ist das der wirksamste Hebel, den eine Convention hat.

Eine Messe mit Gewicht im Tabletop-Markt

Die UK Games Expo ist kein Nischen-Event, sondern der zentrale Treffpunkt des britischen Brettspielmarkts. Für Verlage aus dem Vereinigten Königreich ist sie oft der Ort, an dem Neuheiten erstmals breit gespielt werden. Wer dort keinen Stand bekommt, verliert Sichtbarkeit bei genau der Zielgruppe, die Tabletop-Spiele kauft. Entsprechend schwer wiegt ein Ausschluss, der über eine einzelne Veranstaltung hinausgeht. Eine Spielereihe, ein Vorgänger oder ein Genre lassen sich hier nicht einordnen, weil es um eine Veranstaltungsregel geht und nicht um ein Produkt.

Der weitere Brancheneffekt ist offen

  • Ob andere Conventions nachziehen, ist nicht bestätigt
  • Eine allgemeine Branchennorm existiert derzeit nicht
  • Generative Werkzeuge sind in Werbung, Illustration und Texten längst verbreitet
  • Tabletop ist für KI-Anbieter attraktiv, weil Illustrationen dort teuer sind
  • Crowdfunding-Kampagnen sind ein bekannter Streitpunkt bei KI-Kunst

Im Tabletop-Bereich treffen zwei Dinge aufeinander: hohe Illustrationskosten und eine Käuferschaft, die Handarbeit traditionell stark gewichtet. Genau daraus entsteht der Druck, der jetzt in eine Messeregel mündet. Ob das ein einmaliger Vorstoß bleibt oder der Anfang einer breiteren Bewegung wird, lässt sich aus der vorliegenden Policy nicht ableiten. Belegt ist bislang nur die Regelung der UKGE selbst.

Was das für Aussteller und Besucher bedeutet

Für Verlage heißt die Regel vor allem Vorarbeit: Materialien müssen vor der Anreise geprüft werden, nicht erst am Stand. Besucher bekommen dagegen eine gewisse Erwartungssicherheit, was die Herkunft der ausgestellten Werke angeht. Für Diskussionen sorgt die Frage, wie „erheblicher Umfang” nachgewiesen werden soll. Die Messe hat dazu bislang keine Prüfmethoden öffentlich gemacht. Ob reine Selbstauskunft reicht oder ob es Nachweise braucht, bleibt damit der spannendste offene Punkt der neuen Policy.

Ein Datum, ein Verbot, viele Fragen

Die Regel ist auf den 24. September 2026 datiert und gilt für die Veranstaltung der UKGE in Großbritannien. Ausnahmen bestehen ausschließlich für geringfügige Bearbeitung sowie Produktions- und Barrierefreiheitshilfen. Alles darüber hinaus soll vom Messegelände verschwinden, notfalls mit Standschließung. Preise, Entwicklerangaben oder Plattformdetails spielen hier keine Rolle, weil es sich nicht um ein Spiel handelt, sondern um die Bedingungen, unter denen Tabletop-Spiele künftig in Großbritannien ausgestellt werden dürfen.

Quelle: Kotaku

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