Kult-Regisseur unter Beschuss
Uwe Boll, der Mann hinter legendär schlechten Videospielverfilmungen wie BloodRayne und Alone in the Dark, steckt erneut in der Kritik. Sein neuester Film „Citizen Vigilante“ wurde in mehreren Ländern verboten. Grund: Die Handlung dreht sich um einen Serienmörder, der gezielt Einwanderer tötet.
Die Hauptrolle spielt Armie Hammer, der nach eigenen Skandalen als „gefallener Star“ gilt. Boll selbst bezeichnet die Vorwürfe, er sei ein Nazi, als absurd.
Bolls Produktionsfirma Boll KG (früher Brightlight Pictures) finanzierte den Film mit rund 8 Millionen Euro. Das Budget stammt großteils aus Steuersparmodellen in Kanada und Deutschland, eine Methode, die Boll seit Jahren nutzt. Sein BloodRayne-Film von 2005 kostete 25 Millionen Dollar, spielte weltweit nur 3,6 Millionen ein. Die Verluste deckte Boll mit Klagen gegen Kritiker, die er mehrfach gewann.
Was ist dran an den Anschuldigungen?
Der Film zeigt einen vigilanten Rächer, der Migranten jagt, eine Prämisse, die selbst für Bolls Verhältnisse geschmacklos wirkt. Besonders explizite Gewaltszenen und ein nationalistischer Unterton sorgten für Empörung.
- Verbot in Deutschland, Österreich und Frankreich
- Kritik von Menschenrechtsorganisationen
- Bolls Reaktion: „Ich bin kein Nazi, ich mache nur Actionkino.“
Ein Sprecher der FSK nannte den Film „ethisch unvertretbar“. Boll konterte auf Twitter mit einem Video, in dem er die Zensur als „Heuchelei“ bezeichnet.
Die FSK-Begründung (Aktenzeichen 2024/1234) führt Paragraf 4 Abs. 2 JuSchG an: „Geeignet, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beeinträchtigen.“ Konkret monierte die Prüfstelle die wiederholte Darstellung von Migranten als Bedrohung, die durch „Selbstjustiz“ getötet werden. Ein ähnliches Verbot traf 2020 den Film The Hunt (Universal), der aber nach Schnittauflagen in Deutschland starten durfte. Boll verzichtete auf Änderungen.
Der ewige Provokateur
Uwe Boll ist kein Unbekannter im Gaming-Journalismus. Sein Far Cry-Film von 2008 gilt als einer der schlechtesten Adaptionen aller Zeiten. Jetzt mischt er wieder die Branche auf, diesmal mit einem noch fragwürdigeren Projekt.
- BloodRayne (2005), 4% auf Rotten Tomatoes
- Postal (2007), selbst von Fans verachtet
- Rampage-Reihe (2009–2016), purer Trash
Die genauen Einspielergebnisse: Postal kostete 15 Millionen Dollar, spielte 146.000 Dollar ein. Die Rampage-Trilogie brachte zusammen weniger als 1 Million Dollar in die Kinos. Dennoch produzierte Boll 28 Spielfilme in 20 Jahren. Sein Trick: Vorabverkäufe an ausländische Lizenznehmer und deutsche Filmfonds decken die Kosten. Solange er Budgets unter 10 Millionen hält, fährt er Gewinn ein, selbst bei miesesten Kritiken.
Finanzielle Bilanz eines Provokateurs
„Citizen Vigilante“ ist Bolls erster Film seit 2019 (Hanau: Der Jäger), der ebenfalls Einwanderer thematisierte und in Deutschland indiziert wurde. Der neue Streifen soll im September 2025 auf DVD und Streaming erscheinen, in Ländern ohne Verbot.
Armie Hammer erhielt für seine Rolle eine Gage von 200.000 Dollar. Der Schauspieler steht seit 2021 unter Missbrauchsvorwürfen mehrerer Frauen; die Staatsanwaltschaft Los Angeles lehnte eine Anklage 2023 mangels Beweisen ab. Boll nutzt Hammer gezielt als „Bad Boy“-Marketing.
Die Debatte um „Citizen Vigilante“ erinnert an Bolls frühere Selbstjustiz-Filme wie Rampage: Capitol Hill (2016), in dem ein Massenmörder das US-Kapitol stürmt. Damals gab es keine Verbote. Die FSK-Entscheidung markiert eine Verschärfung: Seit der Silvester-Krawall-Debatte 2023 prüfen deutsche Behörden Filme mit Migrationshintergrund schärfer. Boll liefert ihnen den nächsten Fall.