Sommer der Hardware, Valve gibt grünes Licht
Valve hat heute via Kotaku bestätigt: Die neue Steam Machine wird noch diesen Sommer ausgeliefert. Gleichzeitig soll das eigenständige VR-Headset im selben Zeitfenster erscheinen.
- Keine konkreten Daten, aber der Sommer beginnt am 21. Juni, die Uhren ticken.
- Beide Geräte waren lange Gerüchte, jetzt ist es offiziell.
Valve wurde 1996 von Gabe Newell und Mike Harrington gegründet. Das erste Spiel Half-Life (1998) setzte Maßstäbe für narrative First-Person-Shooter. Später folgten Portal, Left 4 Dead, Dota 2 und die Counter-Strike-Reihe. Die Steam-Plattform startete 2003 und zählt heute über 120 Millionen aktive Nutzer monatlich. Das Unternehmen ist privat, der geschätzte Jahresumsatz liegt bei 6–10 Milliarden US-Dollar.
Die Ankündigung stammt von Valve selbst, bestätigt durch Kotaku. Das Timing erinnert an frühere Hardware-Enthüllungen: 2015 kündigte Valve die erste Steam Machine-Generation auf der CES an. Der damalige Release im November 2015 verlief schleppend. Diesmal gibt es weder Preis noch konkreten Tag, typisch für Valves Kommunikationsstil. Die Community spekuliert seit Monaten auf einen Sommer-Launch, nachdem Steam-Datenbanken neue Geräte-IDs zeigten.
Steam Machine, der Comeback-Versuch?
Nach dem ersten, eher verhaltenen Start der Steam Machines vor über einem Jahrzehnt wagt Valve einen Neuanfang. Diesmal setzt man auf aktuelle Hardware und enge Steam-Integration.
- Die Konsole läuft mit SteamOS und zielt auf das Wohnzimmer ab.
- Ob sie gegen PlayStation und Xbox bestehen kann? Das wird sich zeigen.
Die ersten Steam Machines 2015 kamen von Partnern wie Alienware, Dell und Gigabyte. Sie basierten auf SteamOS (Linux) und kosteten zwischen 500 und 1500 US-Dollar. Der Verkauf war ein Misserfolg: Schätzungen zufolge wurden weniger als 500.000 Einheiten abgesetzt. Gründe: geringe Spielekompatibilität (Linux-Bibliothek war klein), unklare Positionierung und der fehlende First-Party-Titel.
Die neue Steam Machine wird vermutlich auf der Technik des Steam Deck aufbauen. Das Steam Deck, 2022 gestartet, verkaufte sich über 3 Millionen Mal (Schätzung 2023). Es verwendet eine benutzerdefinierte AMD-APU mit Zen-2-Architektur und RDNA-2-Grafik. Die Wohnzimmerkonsole könnte einen stärkeren Chip erhalten, aber in einem kompakten, festen Gehäuse. SteamOS 3.0, das auf dem Deck läuft, unterstützt mittlerweile tausende Spiele über Proton-Kompatibilitätsschicht.
Valve hat eigene Hardware-Erfahrung gesammelt: Steam Controller (2015), Steam Link (2015) und das Index-VR-Headset (2019). Der Controller war kommerziell kein Erfolg, der Link wurde später eingestellt. Das Deck zeigte, dass Valve bei der Hardware-Preisgestaltung aggressiv sein kann, es startete bei 399 US-Dollar.
VR-Headset ohne Kabel, aber nicht ohne Konkurrenz
Das eigenständige Headset ist Valves Antwort auf Meta Quest und Apple Vision Pro. Es braucht keinen PC, alles läuft onboard.
- Der Zeitpunkt ist klug gewählt: Sommer 2026 bedeutet volle Liberty für Gamer.
- Valve hat mit der Valve Index bereits gezeigt, dass sie VR ernst nehmen.
Die Valve Index erschien 2019 zum Preis von 999 US-Dollar (Komplettpaket). Sie bot ein 144-Hz-Display, ein Sichtfeld von 130 Grad und hochpräzise Finger-Tracking-Controller. Trotz des hohen Preises wurde die Index von VR-Enthusiasten gefeiert. Der entscheidende Titel Half-Life: Alyx (2020) verkaufte sich über 2 Millionen Mal und gilt als Referenz für VR-Game-Design. Laut SuperData lag die installierte Basis der Index 2020 bei rund 150.000 Einheiten.
Meta Quest 3 (2023, 500 US-Dollar) und Apple Vision Pro (2024, 3499 US-Dollar) dominieren den Standalone-Markt. Valves Headset (Codename „Deckard“ laut Gerüchten) muss sich dagegen behaupten. Es wird eine eigene Recheneinheit mit einem ARM- oder x86-Chip erwartet, vermutlich basierend auf der Steam Deck-Architektur. Die Integration mit SteamVR soll direkt erfolgen, ohne zusätzliche Software. Valve reichte in den letzten Jahren Patente zu optischen Systemen und kabellosem Streaming ein. Ein Vorteil: Das Headset könnte auch als PC-VR-Brille per WLAN oder USB-C genutzt werden.
Der VR-Markt wächst langsam: IDC schätzte 2024 knapp 10 Millionen ausgelieferte Headsets, davon 75 % von Meta. Valves Einstieg in den Standalone-Bereich könnte diesen Markt beleben, ähnlich wie das Steam Deck den Handheld-Markt neu definierte.
Was bedeutet das für Spieler?
- Wer auf eine reine Steam-Box gehofft hat, bekommt sie endlich.
- VR-Fans dürfen auf eine nahtlose SteamVR-Integration hoffen.
- Preise? Specs? Fehlanzeige, Valve hält sich bedeckt.
Die Preise der ersten Steam Machines lagen zwischen 450 und 1500 US-Dollar. Zum Vergleich: Die PlayStation 5 kostet 500 US-Dollar, die Xbox Series X 500 US-Dollar. Das Steam Deck startete bei 399 US-Dollar. Eine neue Steam Machine könnte preislich ähnlich positioniert sein, vielleicht 500 bis 600 US-Dollar für die Basisversion. Beim Headset ist die Spanne größer: Valve Index 999 US-Dollar, Meta Quest 3 500 US-Dollar. Ein Standalone-Headset von Valve wird vermutlich zwischen 600 und 800 US-Dollar liegen.
Spezifikationen sind nicht bestätigt. Gerüchte nennen für die Steam Machine eine AMD-CPU mit 8 Kernen, RDNA-3-Grafik, 16 GB RAM und 512 GB SSD. Das Headset soll LCDs mit 2160×2160 px pro Auge bei 120 Hz nutzen, außerdem Inside-Out-Tracking ohne externe Sensoren. Ob dies der Realität entspricht, bleibt offen.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Hardware hält, was die Ankündigung verspricht. Bis dahin: Sommer, Sonne, Steam.