Ein Thriller mit Biss
Taylor Sheridan etablierte sich mit Sicario (2015) als Drehbuchautor, lange bevor er mit dem Yellowstone-Universum den Mainstream dominierte. Der Film ist unter der Regie von Denis Villeneuve entstanden, der kurz zuvor mit Prisoners (2013) bereits sein Gespür für düstere Kriminalgeschichten bewies.
- Die Produktion lag bei Black Label Media, einem Studio, das sich durch Filme wie La La Land (2016) und Only the Brave (2017) einen Namen machte.
- Das Budget für Sicario betrug 30 Millionen US-Dollar, ein vergleichsweise bescheidenes Investment für einen Film dieser Produktionsqualität.
- Weltweit spielte der Film an den Kinokassen knapp 85 Millionen US-Dollar ein.
Warum dieser Film überzeugt
Sheridan nutzt in Sicario eine Struktur, die den Zuschauer durch die Augen der FBI-Agentin Kate Macer führt. Diese Perspektive sorgt für eine bewusste Limitierung der Informationsweitergabe, da die Protagonistin selbst über die wahren Absichten ihrer Vorgesetzten im Unklaren bleibt.
- Der Dialog verzichtet auf Exposition, stattdessen vertraut Sheridan auf die visuelle Erzählweise durch die Kameraarbeit von Roger Deakins.
- Die Inszenierung setzt auf lange, statische Aufnahmen, die die beklemmende Stimmung an der US-mexikanischen Grenze einfangen.
- Im Vergleich zu den ausufernden Handlungssträngen in Yellowstone wirkt das Skript zu Sicario wie eine präzise ausgearbeitete Kurzgeschichte.
Was Krimi-Fans erwartet
Der Film thematisiert den Drogenkrieg in Mexiko und stellt die moralische Korruption innerhalb der US-Behörden in den Mittelpunkt. Sheridan nutzt hierbei seine Erfahrungen aus der Zeit als Schauspieler, in der er oft in Nebenrollen in Krimiserien wie Sons of Anarchy zu sehen war.
- Die Fortsetzung Sicario: Day of the Soldado (2018) stammt ebenfalls aus der Feder von Sheridan, wurde jedoch von Stefano Sollima inszeniert.
- Während der erste Teil den Fokus auf den ethischen Verfall legt, fokussiert sich der Nachfolger auf die militärische Eskalation.
- HBO Max streamt den ersten Teil aktuell als Teil der Lizenzvereinbarungen mit Lionsgate, dem ursprünglichen Verleih des Films.
Ein Blick zurück auf den Erfolg
Vor seinem Durchbruch als Autor war Taylor Sheridan vor allem als Darsteller in Projekten wie Veronica Mars und Sons of Anarchy tätig. Der Übergang zum Schreiben begann aus Frustration über die Rollenangebote, die er als Schauspieler erhielt.
- Sein erstes Skript für Sicario entstand innerhalb kürzester Zeit, nachdem er die Entscheidung traf, seine Karriere vor der Kamera zugunsten der Arbeit am Schreibtisch zu beenden.
- Der kommerzielle Erfolg von Sicario ermöglichte ihm die Realisierung von Hell or High Water (2016), einem modernen Western, der seine spätere Arbeit an Yellowstone inhaltlich vorbereitete.
- Kritiker vergleichen die Atmosphäre des Films häufig mit Werken wie Traffic (2000) von Steven Soderbergh, da beide Filme die institutionellen Grenzen des Drogenkrieges thematisieren.
- Der Film erhielt drei Oscar-Nominierungen, unter anderem für die beste Kamera und die beste Filmmusik von Jóhann Jóhannsson.
Das Einspielergebnis von Sicario ermöglichte Lionsgate die Entwicklung weiterer Thriller-Projekte, die sich gezielt an ein erwachsenes Publikum richteten. Die Rechte für eine geplante dritte Fortsetzung unter dem Arbeitstitel Sicario: Capos befinden sich derzeit bei den Produzenten von Black Label Media.