Neun Lizenzromane erzählen Halo, The Witcher, Mass Effect, Dragon Age, Assassin’s Creed, Warcraft und Diablo weiter. Halo: The Fall of Reach erschien 2001 vor dem ersten Spiel, The Witcher basiert auf Sapkowskis Geralt-Büchern. Publisher nutzen die Bücher als günstige Markenerweiterung, die Fans zwischen Spielveröffentlichungen bindet.
Gamer lesen doch: Warum Spielromane boomen
Die Behauptung, Gamer würden nicht lesen, hält sich hartnäckig. Doch ein Blick auf die Regale widerlegt sie. Neun Romane erzählen bekannte Spielwelten neu und vertiefen Figuren, die Millionen Spieler nur aus Zwischensequenzen kennen. Von Master Chief bis Geralt von Riva reicht die Bandbreite. Viele dieser Bücher erschienen lange vor oder parallel zu den Spielen und sind keine bloßen Werbetexte.
Halo: Der Master Chief bekommt eine Vorgeschichte
- Halo: The Fall of Reach von Eric Nylund erschien 2001, nur kurz vor dem ersten Halo-Spiel.
- Das Buch erzählt die Ausbildung von John-117 und den SPARTAN-II-Programm.
- Es gilt als eine der besten Videospielroman-Adaptionen überhaupt.
- Weitere Halo-Romane wie The Flood und First Strike setzen die Handlung fort.
The Witcher: Vom Buch zum Spiel zum Buch
Bevor CD Projekt Red die Witcher-Spiele entwickelte, schrieb der polnische Autor Andrzej Sapkowski bereits Kurzgeschichten und Romane über Geralt. Die Spielreihe basiert lose auf diesen Werken, erzählt sie aber neu. Besonders The Last Wish (deutsch: Der letzte Wunsch) und Blood of Elves (Das Erbe der Elfen) sind für Spieler interessant. Sie zeigen Figuren wie Yennefer und Ciri in ihrer literarischen Ursprungsform. Die Spiele machten die Bücher international erst richtig bekannt.
Mass Effect und Dragon Age: BioWare erzählt schriftlich weiter
Drew Karpyshyn, Hauptautor der ersten beiden Mass-Effect-Spiele, schrieb auch die Romane. Mass Effect: Revelation (2007) erzählt die Vorgeschichte von Captain Anderson und Saren. Dragon Age: The Stolen Throne (2009) von David Gaider beleuchtet die Geschichte von Ferelden vor Origins. Diese Bücher füllen Lücken, die Spiele nur andeuten. Sie richten sich klar an Fans, funktionieren aber auch eigenständig.
Assassin’s Creed: Historische Romane im Schatten der Spiele
- Oliver Bowden verfasste zahlreiche Romane zur Assassin’s Creed-Reihe.
- Assassin’s Creed: Renaissance (2009) erzählt Ezios Geschichte nach.
- Die Bücher erschienen oft zeitgleich mit den Spielen und ergänzen diese.
- Einige Bände behandeln Handlungen, die in den Spielen nur am Rande vorkommen.
Warcraft und Diablo: Blizzards teure Buchreihen
Blizzard Entertainment veröffentlicht seit den frühen 2000ern Romane zu Warcraft, StarCraft und Diablo. Autoren wie Richard A. Knaak schrieben Dutzende Bände. Diablo: The Sin War-Trilogie erklärt die Hintergründe des ewigen Konflikts. Warcraft: Day of the Dragon (2001) war einer der ersten großen Lizenzromane. Viele dieser Bücher erschienen auf Deutsch und erreichten Bestsellerlisten.
Branchenkontext: Warum Publisher auf Bücher setzen
Lizenzromane sind für Publisher günstige Markenerweiterung. Sie halten Fans zwischen Spielveröffentlichungen bei Laune und vertiefen die Welt. Erfolgreiche Reihen wie Halo oder Warhammer 40.000 zeigen, dass Leser bereit sind, für Geschichten zu zahlen. Der Markt ist groß: Allein zu Star Wars und Warhammer existieren hunderte Romane. Videospielromane sind längst kein Nischenprodukt mehr.
Lesen und Spielen: Zwei Seiten derselben Medaille
Viele Spieler entdecken durch Romane neue Facetten ihrer Lieblingswelten. Umgekehrt führen Bücher wie The Witcher Leser zu den Spielen. Der Austausch funktioniert in beide Richtungen. Wer glaubt, Gamer lesen nicht, ignoriert die Regale voller Lizenzromane. Neun Beispiele reichen, um das Gegenteil zu beweisen.