Ein Albtraum aus Blütenblättern
Das kommende Survival-Horror-Spiel The Florist kombiniert die mechanische Strenge klassischer Resident Evil-Teile mit der verstörenden Ästhetik des Films Annihilation. Spieler erkunden eine Umgebung, in der die Natur menschliche Architektur übernommen hat.
Hinter der Fassade aus bunten Blumen verbergen sich mutierte Schrecken. Das Design setzt auf eine Mischung aus floraler Schönheit und tödlicher Biomasse.
Entwickelt wird der Titel vom Indie-Studio Petal Games, einem neu formierten Team aus ehemaligen Mitarbeitern von Frictional Games und Capcom Vancouver. Das Studio fokussiert sich mit The Florist auf ihr erstes gemeinsames Projekt nach der Auflösung der kanadischen Niederlassung von Capcom. Sie nutzen die Unreal Engine 5, um die feinen Texturen der Pflanzen physikalisch korrekt darzustellen.
Das erwartet euch im Gameplay
Wer die ersten Bilder sieht, erkennt sofort die Inspiration durch Survival-Klassiker der 90er-Jahre. Feste Kameraperspektiven und ein stark limitiertes Inventar stehen im Vordergrund.
- Ihr kämpft gegen organische Auswüchse, die menschliche Körper ersetzt haben.
- Rätsel basieren auf botanischen Anomalien und verfallener Architektur.
- Ressourcen sind in dieser feindseligen Umgebung extrem knapp bemessen.
Die Spielmechanik orientiert sich direkt an Resident Evil Remake (2002) und Silent Hill. Im Gegensatz zu modernen Action-Titeln zwingt The Florist Spieler dazu, jeden Schuss zu kalkulieren, da Munition und Heilmittel in den botanischen Gärten nur sporadisch zu finden sind.
Ein zentrales Element ist das sogenannte „Pollination-System“. Die Umgebung verteilt Sporen, die bei längerer Exposition den Gesundheitszustand und die Sicht des Spielers verändern, was an die Stress-Mechaniken aus Amnesia: The Bunker erinnert.
Der visuelle Stil
Die Optik erinnert an den surrealen Horror von Annihilation. Pflanzen wachsen aus Wänden und bilden groteske Skulpturen.
- Der Stil nutzt kräftige Farben, um den Horror kontrastreich zu betonen.
- Lichteffekte lassen die Flora fast einladend wirken, bevor sie angreift.
- Die Soundkulisse setzt auf das Knacken von Stängeln und fremdartiges Flüstern.
Die Farbpalette ignoriert den Trend zum graubraunen Horror-Filter. Stattdessen setzt das Team auf gesättigte Töne wie Neon-Pink und tiefes Violett, um die Unnatürlichkeit der Mutationen zu betonen. Für die Soundkulisse arbeitete das Studio mit dem Foley-Künstler Markus Wendler zusammen, der echte pflanzliche Strukturen für den Aufnahme-Prozess zerlegte.
Dieses Vorgehen orientiert sich an der akustischen Gestaltung von The Last of Us Part II, bei der organische Geräusche für die Darstellung des Pilzbefalls verwendet wurden. Die Kameraführung im Spiel wurde von den statischen Winkeln der Alone in the Dark-Serie der 90er inspiriert.
Branchenkontext und Vergleichswerte
The Florist besetzt eine Nische, die seit dem Erfolg von Signalis (2022) verstärktes Interesse bei Publishern weckt. Während der Markt von First-Person-Horror-Titeln dominiert wird, kehren immer mehr Indie-Entwickler zu den festen Kameraperspektiven zurück.
- Signalis verkaufte sich laut Publisher Humble Games innerhalb des ersten Jahres über 500.000 Mal.
- Tormented Souls bewies 2021, dass ein klassisches Puzzledesign mit moderner Technik weiterhin eine zahlungskräftige Zielgruppe findet.
- Die Entwickler von The Florist gaben an, ein Budget von etwa 1,5 Millionen Euro aus privaten Mitteln und einer Kickstarter-Kampagne zu verwalten.
Der Markt für „Retro-Survival-Horror“ wächst stetig, da Spieler die Entschleunigung in den Rätseln gegenüber schnellen Schusswechseln bevorzugen. The Florist unterscheidet sich durch die helle, fast klinische Umgebung von den meist düsteren Schauplätzen vergleichbarer Produktionen.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Alpha-Phase. Ein erster spielbarer Prototyp für Pressevertreter ist für das dritte Quartal dieses Jahres geplant. Die finale Veröffentlichung ist für das nächste Geschäftsjahr angepeilt.