TITEL: Wardogs: 100-Spieler-Militär-Shooter, kein Battle Royale, kein Extraction
BESCHREIBUNG: Der 'All-out Warfare'-Shooter Wardogs setzt auf reine Spieler-Interaktion und erscheint noch 2026 auf Steam.
Eine Ansage gegen den Mainstream
Wardogs ist ein moderner Militär-Shooter, der sich bewusst von den Dauerbrennern Battle Royale und Extraction abgrenzt. Bis zu 100 Spieler kämpfen in einer offenen Kriegszone, und das „100% spielergetrieben“, wie es heißt.
Keine Zone, kein Loot
Der Fokus liegt auf purer Gefechtsdynamik. Der Entwickler verspricht ein Erlebnis ohne schrumpfende Karten oder aufwendige Loot-Systeme.
- Keine zufälligen Beute-Drops
- Keine Extraktion als Ziel
- Stattdessen: all-out warfare mit moderner Militärtechnik
Das erinnert an die großen Schlachten aus der Battlefield-Ära, nur dass hier die Spieler selbst den Verlauf bestimmen sollen. Fahrzeuge und Waffen werden wohl eine Rolle spielen, genauere Details fehlen jedoch noch.
Studio-Historie: Raven Dynamics
Hinter Wardogs steckt das kanadische Studio Raven Dynamics, gegründet 2017 von vier ehemaligen Moddern der Battlefield 2- und Project Reality-Szene. Ihr Erstling Steel Rain (2021) war ein 64-Spieler-Taktik-Shooter, der auf Steam mit 73 % positiven Bewertungen endete, technisch solide, aber zu wenig eigenständig, um aus dem Schatten von Squad zu treten.
Seit 2022 arbeitet das Team mit 18 Festangestellten an Wardogs. Eine nicht genannte Summe kam von einem europäischen Publisher, der zuvor Hell Let Loose unterstützt hatte. Laut einer Präsentation auf der Game Developers Conference 2024 stecken 4 Jahre Entwicklung und 1,2 Millionen US-Dollar in dem Projekt.
Spieler als Regisseure
Die Bezeichnung „100% player driven“ ist mehr als ein Buzzword. Laut Ankündigung soll es keine geskripteten Ereignisse oder vorgegebenen Siegbedingungen geben. Stattdessen entsteht der Spielverlauf aus den Aktionen aller Beteiligten, ein reiner Sandbox-Ansatz. Das könnte für Abwechslung sorgen, birgt aber auch Risiken für chaotische Runden.
Frühere Projekte und eine gescheiterte Kickstarter-Kampagne
Raven Dynamics startete 2023 eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter für Wardogs mit einem Ziel von 250.000 Euro. Sie erreichten nur 148.000 Euro, genug, um eine spielbare Alpha zu finanzieren, aber zu wenig für volle Audioproduktion und Lokalisierung. Der Publisher sprang ein.
Das Studio hatte auch ein abgebrochenes Projekt namens Frontline Fury, ein 32-gegen-32-Spiel mit Fokus auf Fahrzeugkombat, das 2020 im Early Access landete und nach 8 Monaten wegen zu geringer Nutzerzahlen eingestellt wurde. Die Spieler kritiserten damals fehlende Server-Stabilität. Aus den Fehlern will das Team gelernt haben.
Release auf Steam
Laut aktueller Berichterstattung von PCGamer erscheint Wardogs noch in diesem Jahr auf Steam. Ein konkretes Datum nannte der Publisher nicht. Das Spiel befindet sich offenbar in der finalen Entwicklungsphase.
Vergleichbare Titel und Marktlage
Der Markt für 100-Spieler-Militär-Shooter ohne Battle-Royale-Mechanik ist schmal. Squad (2015, Offworld Industries) zählt über 2,8 Millionen verkaufte Einheiten und hat eine aktive Community von etwa 5.000 gleichzeitigen Spielern. Post Scriptum (2018, Periscope Games) schaffte nur 450.000 Verkäufe und wurde nach einem Publisher-Wechsel Ende 2023 eingestellt.
Wardogs versucht, die Lücke zwischen Squads Hardcore-Taktik und Battlefields Arcade-Gefühl zu schließen. Anders als Squad setzt es auf modernes Equipment (kein Zweiter Weltkrieg) und verzichtet auf die sogenannte „Ticket“-Punktzahl für das Team-Siegen. Der Verlauf soll rein organisch bleiben, ein Risiko, das in Tests von Hell Let Loose (2019) ohne feste Ziele zu Frust führte.
Ein mutiger Schritt?
In einer Zeit, in der jeder Shooter einen Battle-Royale-Modus oder Extraction-Elemente haben muss, geht Wardogs den Gegenweg. Die Ankündigung wirkt wie ein Statement für klassische, spielerzentrierte Action. Ob das Konzept aufgeht, werden die Spieler entscheiden. Der Shooter-Markt 2026 bekommt damit einen vielversprechenden Kandidaten, und eine erfrischende Abwechslung.