Commodore ruft an, aus der Vergangenheit
Der Name Commodore weckt bei Fans sofort Bilder von Brotkasten-Rechnern und dem C64. Jetzt kommt ein neues Produkt, das niemand erwartet hat: ein Klapp-Handy. Das Callback 8020 soll die Ästhetik der 80er Jahre in die Hosentasche bringen.
Die Ankündigung kommt von Commodore selbst. Kein Scherz, keine April-Nummer, das Unternehmen erweitert sein Portfolio um ein Mobilgerät. Wer auf Nummern wie „Callback 8020“ stößt, ahnt sofort: Hier wird mit Retro-Charme gearbeitet.
Was wir (nicht) wissen
- Das Gerät trägt den Namen Callback 8020.
- Es handelt sich um ein Klapp-Handy im Retro-Design.
- Ein konkretes Releasedatum oder technische Details fehlen bislang.
- Die Quelle ist PCGames: Wissen, was gespielt wird!, keine offizielle Pressemitteilung.
Das klingt verdächtig nach einem Hingucker für Sammler und Nostalgiker. Aber: Ohne Specs und Preis bleibt vieles Spekulation. Commodore selbst hat sich bisher nur durch die Ankündigung zu Wort gemeldet.
Retro-Hype oder ernstzunehmendes Gadget?
Commodore ist nicht der erste Hersteller, der auf alten Markennamen setzt. Der C64 lebt in Mini-Konsolen und Emulatoren weiter. Ein Handy wirkt da fast wie der logische nächste Schritt.
Die Frage ist: Bleibt das Callback 8020 eine nette Spielerei, oder wird es ein vollwertiges Feature-Phone mit echtem Retro-Feeling? Wer sich an das Klicken mechanischer Tastaturen und das Piepen des Datasette-Laufwerks erinnert, dürfte zumindest neugierig sein.
Commodore: Eine Marke mit vielen Leben
- Commodore wurde 1954 von Jack Tramiel als Schreibmaschinenbauer gegründet. Der C64 erschien 1982 und verkaufte sich rund 17 Millionen Mal, bis heute das meistverkaufte Computermodell aller Zeiten.
- Nach der Insolvenz 1994 wechselte die Marke mehrfach den Besitzer. Seit 2017 vergibt die Commodore Business Machines (CBM) Lizenzen an Dritthersteller, darunter Retro Games Ltd.
- Retro-Spielekonsolen wie der C64 Mini (2018) und der C64 Maxi (2019) entstanden unter Lizenz. Ein Mobiltelefon ist neu, aber nicht ohne Vorläufer: 2018 scheiterte ein Crowdfunding für ein Commodore 64 Phone auf Indiegogo (Ziel: 500.000 Dollar, erreicht: rund 30.000 Dollar).
- Die aktuelle Ankündigung stammt nicht von Retro Games Ltd., sondern direkt von der Marke Commodore, wer das Gerät tatsächlich entwickelt und produziert, ist nicht bekannt.
Vergleichbare Retro-Handys auf dem Markt
- Nokia brachte 2017 eine Neuauflage des 3310 (38 Euro, einfaches Display, Snake). Verkaufszahlen lagen laut Schätzungen bei über 10 Millionen Einheiten.
- Palm kehrte 2018 mit einem Mini-Android-Phone zurück (Palm Phone, 350 Euro, 3,3 Zoll). Das Gerät blieb ein Nischenprodukt, genaue Stückzahlen sind nicht öffentlich.
- Alcatel bietet das Go Flip (rund 60 Euro, 4G, KaiOS). Der Trend geht zu günstigen Feature-Phones für Digital-Detox oder als Zweitgerät.
- Das Callback 8020 muss sich in diesem Feld behaupten. Preise für solche Nostalgie-Objekte liegen meist zwischen 50 und 150 Euro. Ob Commodore auf Hardcore-Fans mit höherer Zahlungsbereitschaft zielt, bleibt offen.
Technische Spekulationen und offene Fragen
- Der Name Callback 8020 könnte auf den MOS 6502-Prozessor verweisen, der im C64 (und Apple II) steckte. Oder auf das Jahr 1980, als Commodore mit dem VIC-20 den ersten Heimcomputer unter 300 Dollar auf den Markt brachte.
- Ein Klappmechanismus war in den 2000ern populär (Motorola RAZR, Samsung D500), nicht in den 80ern, das Design mischt also Dekaden.
- Ohne Angaben zu Betriebssystem (eigenes, KaiOS, Android Go?) und Konnektivität (4G? WLAN?) lässt sich nicht einschätzen, ob das Gerät alltagstauglich ist.
- Vorbestellungen oder Preislisten existieren nicht. Ein Starttermin 2024 oder 2025 ist denkbar, aber reine Spekulation.
Die bisher fehlenden technischen Daten lassen eine baldige Markteinführung fraglich erscheinen, Commodore muss erst zeigen, ob das Callback 8020 mehr ist als eine Pressemitteilung.