WiiMs erstes eigenes Heimkino-Kernstück
Mit der WiiM Bar bringt der auf Streaming-Audio spezialisierte Hersteller seine erste Soundbar überhaupt auf den Markt. Das Gerät ist als 3.0.2-Soundbar konstruiert und soll nicht nur den Fernsehton aufwerten, sondern als Zentrale eines kompletten Heimkino- und Multiroom-Setups dienen. An Bord sind Dolby Atmos und DTS:X, also die beiden Formate, die bei Filmton heute den Ton angeben. Einen Vorgänger gibt es nicht, die Bar ist ein echtes Debütprodukt ohne gewachsene Serie im Rücken.
Was in der WiiM Bar steckt
- HDMI eARC für die Verbindung zum Fernseher inklusive Rückkanal für den TV-Ton
- Optical und RCA für ältere Zuspieler, die noch mit klassischen Kabeln arbeiten
- USB als zusätzliche Schnittstelle am Gerät
- Wi-Fi 6E für die Einbindung ins Heimnetz und in Multiroom-Gruppen
- Bluetooth 5.3/5.4 für die schnelle Direktverbindung vom Smartphone
Preis und Verfügbarkeit
Beim Preis bleibt eine Lücke, die man kennen sollte: Einen sauber bestätigten Euro-Preis gibt es bislang nicht. Offiziell genannt sind 479 US-Dollar, 449 Britische Pfund und 769 Australische Dollar. Die Auslieferung startete laut Hersteller am 15. September 2026 zunächst in den USA. Für Europa und Großbritannien ist die Verfügbarkeit ab Ende November 2026 angekündigt, zum Redaktionsschluss Ende Oktober läuft der EU-Start also noch.
Der Hersteller im Hintergrund
WiiM ist Hersteller und Marke in einem, ein separater Publisher ist bei Hardware ohnehin unüblich. Der Name steht seit Jahren für Streaming-Komponenten, die im Netzwerk arbeiten und sich per App steuern lassen. Die Soundbar ist damit kein Ausflug in ein fremdes Feld, sondern die logische Erweiterung eines bestehenden Ökosystems. Wer bereits Geräte aus dem Haus betreibt, bekommt mit der Bar ein Bindeglied für den Fernsehton.
Software und App als eigentlicher Trumpf
Die Stärke der WiiM Bar liegt weniger im Datenblatt als in der Abstimmung. In der ersten Bewertung schneidet das Gerät vor allem im Verbund mit den anderen WiiM-Produkten gut ab, also dort, wo Streaming-Räume, Multiroom-Gruppen und die zentrale App zusammenkommen. Die Steuerungssoftware gilt als der Punkt, an dem der Hersteller seine Erfahrung ausspielt. Wer eine Soundbar sucht, die sich in ein bestehendes Netzwerk einfügt statt es zu ersetzen, findet hier den eigentlichen Kaufgrund.
Beim Bass wird es nüchtern
- Drei Kanäle vorne, zwei nach oben abstrahlende Treiber, kein eigener Tieftöner im Gehäuse
- Ohne den optionalen Subwoofer bleibt der Tiefgang laut Einschätzung zurückhaltend
- Wer wuchtige Action-Szenen erwartet, sollte den Woofer fest einplanen
- Der Aufpreis fällt damit auf den tatsächlichen Gesamtpreis eines Kinoster-Konzepts zurück
Einordnung zwischen Fernsehton und Regal-Soundbar
Der Soundbar-Markt ist voll von Modellen, die entweder günstig und flach klingen oder teuer und klobig ausfallen. Mit 3.0.2 ordnet sich die WiiM Bar im Mittelfeld ein, also mit Upfiring-Effekten, aber ohne dedizierten Center-Lautsprecher im klassischen 5.1-Sinn. Der Unterschied liegt im Netzwerk: Die meisten Konkurrenten sind Insellösungen mit Bluetooth und einer App, die nach dem Setup verstaubt. WiiM setzt dagegen auf ein System, das mitwächst, wenn weitere Räume dazukommen. Das ist ein Argument für Leute, die Audio lieber zentral verwalten.
Was am Ende zählt
Die WiiM Bar ist kein Schnäppchen für den Spontankauf, sondern ein Baustein für ein größeres System. Wer nur den Fernsehton verbessern will, zahlt für Funktionen, die er nie nutzt. Wer dagegen ohnehin mehrere Räume mit Streaming-Audio versorgt, bekommt eine Soundbar, die sich in die bestehende Steuerung einfügt. Der fehlende Euro-Preis bis zum EU-Start Ende November bleibt die eine Unsicherheit, die vor einer Kaufentscheidung geklärt sein sollte.