Blechsalat auf den Rennstrecken
Bugbear Entertainment veröffentlicht ein Update für den Early Access von Wreckfest 2. Die finnischen Entwickler erweitern damit den Fahrzeugpark und verfeinern die physikalischen Berechnungen für Fahrzeugkollisionen.
Die Neuzugänge in der Garage
Das Update umfasst folgende Fahrzeuge für den Fuhrpark:
- Den Hammerhead RS, eine leichtere, auf Agilität ausgelegte Variante der bestehenden Hammerhead-Plattform.
- Den Grand Duke, eine schwere Limousine im Stil der 70er-Jahre-US-Straßenkreuzer mit hoher Masse.
- Ein unfertiges Chassis als technisches Testobjekt für die Schadensmodellierung.
Technische Anpassungen
Die Entwickler adressieren spezifische Schwachstellen in der internen Physik-Engine ROMU. Diese Engine ist das Herzstück aller Bugbear-Produkte und wurde über Jahre hinweg für die Darstellung weicher Körper (Soft-Body-Physics) optimiert.
- Die Kollisionsabfragen für Hindernisse und KI-Gegner wurden präzisiert, um das "Verschmelzen" von Geometrien zu verhindern.
- Die Schadensberechnung bei Frontalaufprallen simuliert nun präziser die Trägheit der Fahrzeugkomponenten.
- Die Lenkempfindlichkeit für Controller wurde angepasst, um den Deadzone-Bereich bei hohen Geschwindigkeiten linearer zu gestalten.
Warum das halbe Auto?
Das unvollständige Chassis fungiert als Debugging-Werkzeug für die modulare Schadensdarstellung. Entwickler nutzen solche Modelle, um die Belastungspunkte der Fahrzeugstruktur isoliert von den optischen Karosserieteilen zu prüfen.
- Spieler beobachten hier die Verformung der Strebenelemente unter Last.
- Die Daten dienen der Kalibrierung der Bauteil-Stabilität vor dem finalen Rendering der Außenhaut.
Studio-Historie und Wurzeln
Bugbear Entertainment aus Helsinki hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 auf physikbasierte Rennspiele spezialisiert. Der internationale Durchbruch gelang dem Studio mit der FlatOut-Serie, die zwischen 2004 und 2006 veröffentlicht wurde und den Grundstein für ihr markantes Schadenssystem legte.
- Nach den FlatOut-Jahren entwickelte das Studio den Titel Ridge Racer Unbounded, der jedoch eine deutlich andere, arcadelastigere Ausrichtung verfolgte.
- Mit Wreckfest, das nach einer langen Crowdfunding-Phase 2018 erschien, kehrte das Team zu den Ursprüngen des "Banger Racing" zurück.
- Die ROMU-Engine ermöglicht die Simulation von über 100 gleichzeitig interagierenden Objekten bei hoher physikalischer Genauigkeit.
Branchenkontext und Vergleich
Das Genre der Zerstörungs-Rennspiele hat sich seit dem Erfolg von Destruction Derby in den 90er-Jahren spezialisiert. Wreckfest 2 konkurriert heute vor allem mit Titeln, die den Fokus auf Realismus oder Arcade legen.
- Während Forza Horizon auf visuelle Spektakel setzt, priorisiert Wreckfest 2 die mechanische Beeinträchtigung des Fahrzeugs durch Unfälle.
- Die direkte Konkurrenz im Bereich "Sim-Cade" ist dünn besetzt, da die Entwicklung einer stabilen Soft-Body-Physik extrem rechenintensiv ist.
- Der Vorgänger Wreckfest verzeichnete plattformübergreifend über fünf Millionen Spieler, was den Druck auf das kleine Team für den Nachfolger erhöht.
Status Quo der Entwicklung
Wreckfest 2 befindet sich aktuell in der Early-Access-Phase bei Steam. Der Fokus des Entwicklerteams liegt auf der Skalierbarkeit der dedizierten Server für Mehrspieler-Events.
- Die finale Version ist für das kommende Kalenderjahr terminiert.
- Das Team priorisiert aktuell die Stabilität der Netzwerk-Synchronisation bei hohen Teilnehmerzahlen auf engen Kursen.
- Neue Events auf Ovalkursen zwingen Spieler dazu, die physikalischen Grenzen des neuen Schadensmodells bei konstanter Kontaktgefahr auszuloten.