Das Rätsel der X-Ternal
X-Men '97 löst in Episode 5 der ersten Staffel das Schicksal von Sunspot und seiner Verbindung zur Gruppe der X-Ternals. Die Serie klärt damit den Status von Roberto da Costa, dessen Mutanten-Kräfte und Zugehörigkeit zu den Unsterblichen in den Original-Comics der frühen 90er Jahre oft kryptisch blieben.
- Die X-Ternals debütierten 1991 in X-Force #6, erschaffen von Rob Liefeld und Fabian Nicieza.
- In der ursprünglichen Zeichentrickserie von 1992 wurde die komplexe Historie der Unsterblichen zugunsten einer einfacheren Erzählstruktur oft ignoriert.
- Die aktuelle Produktion korrigiert diese Auslassung und integriert die Lore-Tiefe der Vorlage in das moderne Animationsformat.
Die Verbindung zur Vergangenheit
Der Showrunner Beau DeMayo nutzte für X-Men '97 explizit die Handlungsbögen von Autoren wie Chris Claremont, um den Canon der 90er Jahre zu festigen. Die Episode nutzt Flashbacks und Charakter-Referenzen, die direkt auf Ereignisse aus X-Men: The Animated Series (1992–1997) aufbauen.
- Das Studio Marvel Animation produziert die Serie unter der Leitung von Brad Winderbaum, der auch für die Disney+-Integration der MCU-Inhalte verantwortlich zeichnet.
- Die Animation stammt vom Studio Mir, das zuvor durch Arbeiten an The Legend of Korra bekannt wurde.
- Die visuelle Ästhetik behält den Stil von AKOM, dem ursprünglichen koreanischen Animationsstudio der 90er Jahre, bei, modernisiert jedoch die Framerate.
Was sich für die Zuschauer ändert
Die Einordnung der X-Ternals verändert das Verständnis für die politische Dynamik innerhalb der Mutanten-Gesellschaft. Die Gruppe der Unsterblichen agiert als verborgene Macht, die über Jahrtausende hinweg die menschliche Geschichte beeinflusste.
- Die X-Ternals bestehen aus Charakteren wie Apocalypse, Selene und Candra, deren Existenz eine ständige Bedrohung für den Status quo darstellt.
- Zuschauer erkennen nun, dass die Handlungen von Roberto da Costa in den frühen Episoden kein Zufall waren, sondern eine bewusste Anspielung auf seine Rolle innerhalb dieses Zirkels.
- Diese narrative Verknüpfung beendet die 33 Jahre währende Spekulation, ob Sunspot als permanentes Mitglied der X-Men oder als Agent einer anderen Fraktion agiert.
Ein Blick auf die Fakten
Disney+ veröffentlichte X-Men '97 als direkte Fortsetzung, was in der Streaming-Branche eine Seltenheit darstellt. Die Serie ignoriert das Ende der 90er-Jahre-Produktion nicht, sondern knüpft inhaltlich an das Finale „Graduation Day“ an.
- X-Men: The Animated Series erreichte bei seiner Premiere 1992 ein Millionenpublikum und legte den Grundstein für den Erfolg der X-Men-Filme ab dem Jahr 2000.
- Die neue Serie erreicht auf Portalen wie Rotten Tomatoes eine Zustimmungsrate von 98 Prozent bei den Kritikern.
- Im Vergleich zu anderen Reboots wie DuckTales (2017) setzt X-Men '97 stärker auf eine erwachsene Tonalität und behält die ursprünglichen Sprecher der englischen Originalfassung bei.
Branchenkontext und Produktion
Die Rückkehr der Mutanten in das Marvel-Portfolio nach der Übernahme von 20th Century Fox durch Disney ermöglichte erst die Produktion dieses Formats. Das Projekt fungiert als Brücke zwischen der Ära des klassischen Broadcast-Fernsehens und der heutigen Ära der On-Demand-Streamingdienste.
- Die Entwicklung der Serie begann bereits 2021, wobei das Team gezielt alte Archivmaterialien aus den Fox-Studios sichtete.
- Die bewusste Entscheidung, den 4:3-Bildschirmmodus und den analogen Stil der 90er Jahre in Teilen zu imitieren, zielt auf die nostalgische Bindung der Kernzielgruppe ab.
- Das Budget pro Episode schätzt die Industrie auf einen Wert, der über dem Standard für 2D-Animationen liegt, bedingt durch die aufwendige Korrektur der historischen Charakter-Designs.
- Die Einbindung der X-Ternals dient als erzählerisches Mittel, um komplexere Handlungsbögen für eine zweite Staffel vorzubereiten, die bereits in Produktion ist.