Massiver Aderlass bei Microsoft
3.200 Mitarbeiter bei Xbox verlieren ihren Job. Das bestätigen aktuelle Meldungen, die wie ein Donnerschlag durch die Branche gehen. Kein Studio, kein Publisher bleibt unberührt: Die Belegschaft von Activision Blizzard, Bethesda und den hauseigenen Xbox-Teams schrumpft drastisch. Es ist der größte Personalabbau in der Geschichte der Spielesparte. Erst 2023 schloss Microsoft die Übernahme von Activision Blizzard ab, jetzt folgt die radikale Konsolidierung.
Der teuerste Deal der Branche und seine Folgen
Microsoft zahlte 68,7 Milliarden Dollar für Activision Blizzard, der höchste Kaufpreis in der Gaming-Geschichte. Die Übernahme sollte den Game Pass mit Titeln wie Call of Duty, Diablo und Candy Crush füllen und Microsoft im Mobile-Markt etablieren. Schon im Januar 2024 strich Microsoft 1.900 Stellen bei der neu eingegliederten Sparte. Im Mai folgte die Schließung von Tango Gameworks („Hi-Fi Rush“) und Arkane Austin („Redfall“). Weitere 650 Entlassungen kamen im September 2024 hinzu. Die jetzigen 3.200 Stellen sind die dritte und größte Welle. Analysten schätzen, dass Microsoft seit der Übernahme rund 5.750 Gaming-Jobs abgebaut hat.
„We are clearly at a turning point“
Die Reaktion der Industrie fällt eindeutig aus. In Foren, auf Social Media und in Analysten-Statements wiederholt sich ein Satz: „We are clearly at a turning point.“ Die Zeiten des ungebremsten Wachstums und der Megadeals sind vorbei. Indie-Studios fürchten Ansteckungseffekte. Publisher reagieren mit eigenen Sparrunden. Gewerkschaften fordern mehr Schutz für Entwickler. Viele sehen nicht nur eine Entlassungswelle, sondern einen fundamentalen Wandel des Geschäftsmodells. Ausgaben für Game Pass und Blockbuster-Titel werden hinterfragt.
Was bleibt von Xbox?
Die Entlassungen treffen vor allem QA-Teams, Community-Manager und Support-Abteilungen. Auch narrative Designer und Technikkünstler sind betroffen. Projekte wie „The Elder Scrolls VI“ oder das nächste „Call of Duty“ laufen zwar weiter, doch die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich. Bei Bethesda Game Studios („Starfield“) und Infinity Ward („Modern Warfare III“) sind bereits Überstunden und Schließungen von Nebenstandorten dokumentiert. Für Spieler bedeutet das: Längere Entwicklungszeiten, weniger Nebenprojekte und ein schrumpfendes Angebot an mittelgroßen Titeln. Der Druck auf Xbox, profitable Hits zu liefern, steigt enorm.
Vergleichbare Einschnitte bei Sony, EA und Ubisoft
Die 3.200 Stellen reihen sich in eine Serie von Massenentlassungen ein. Sony strich im Februar 2024 900 Stellen bei PlayStation, darunter das gesamte London Studio. Electronic Arts entließ im März 670 Mitarbeiter, vor allem aus den Teams für Battlefield und EA Sports. Ubisoft kündigte im Januar 2025 den Abbau von 185 Stellen an, nachdem bereits 2023 mehrere Studios geschlossen wurden. Riot Games feuerte 530 Angestellte im Jahr 2024. Die Pandemie-Hausse, während der sich die Umsätze der Branche verdoppelten, ist verdaut. Steigende Zinsen und sinkende Spielerzahlen treiben die Kosten.
Kein Einzelfall
Die 3.200 Stellen sind nur die Spitze des Eisbergs. Allein 2024 und 2025 strichen große Publisher wie Sony, EA und Ubisoft tausende Jobs. Die Pandemie-Hausse ist verdaut, die Zinsen steigen, das Geld wird knapp. Die Branche steht unter Schock. Die Frage ist nicht ob, sondern wie viele weitere Studios dichtmachen müssen.