Ein Schock für die Xbox-Community
Seit heute ist es offiziell: Xbox trennt sich von über 3.200 Mitarbeitern. Das bestätigen Berichte, die bereits Ende Juni auf einen harten Juli hindeuteten. Die ersten Kündigungen sind bereits ausgesprochen, und es ist noch nicht vorbei, weitere Entlassungen werden erwartet.
Für viele Entwickler und Fans fühlt sich das an wie ein Déjà-vu. Bereits in den vergangenen Jahren gab es bei Microsoft immer wieder tiefe Einschnitte in der Spieleabteilung. Diesmal trifft es besonders viele Teams.
- 3.200+ Beschäftigte verlieren ihren Job
- Die Entlassungen begannen heute, am 6. Juli 2026
- Weitere Stellenstreichungen sollen noch folgen
Vorgeschichte: Entlassungen bei Microsoft seit 2023
Microsofts Gaming-Sparte hat eine längere Historie von Personalabbau. Im Januar 2023 strich der Konzern konzernweit 10.000 Stellen, davon rund 1.900 in der Spieleabteilung. Betroffen waren damals vor allem 343 Industries (Halo) und Bethesda Game Studios. Im Mai 2024 folgten weitere 650 Kündigungen bei Xbox, begleitet von der Schließung der Studios Arkane Austin und Tango Gameworks.
Die aktuelle Welle von 3.200 Stellen ist die größte seit der Übernahme von Activision Blizzard im Oktober 2023. Damals beschäftigte die Gaming-Sparte rund 25.000 Mitarbeiter. Mit den neuen Streichungen sinkt die Belegschaft auf etwa 21.800.
Was bedeutet das für kommende Spiele?
Die Frage, die sich alle stellen: Welche Projekte und Studios sind betroffen? Bisher gibt es keine offiziellen Details zu einzelnen Teams oder Titeln. Fest steht nur, dass der Stellenabbau tiefgreifend ist und die Entwicklung vieler Spiele beeinflussen könnte.
Ob Starfield, Forza Motorsport oder die Halo-Reihe, Microsofts First-Party-Studios stehen vor einer ungewissen Zukunft. Genaue Informationen zu den gestrichenen Positionen oder konkreten Studios existieren derzeit nicht.
Welche Studios sind besonders gefährdet?
Die größten Teams bei Microsoft sind Activision (Call of Duty, ca. 8.000 Mitarbeiter), Blizzard Entertainment (World of Warcraft, Overwatch, Diablo, ca. 5.000) und Bethesda Softworks (Starfield, Fallout, Elder Scrolls, ca. 2.500). Hinzu kommen Xbox Game Studios mit rund 4.000 Angestellten, darunter Playground Games (Forza Horizon, Fable), Turn 10 (Forza Motorsport) und The Coalition (Gears of War).
Die vorherigen Entlassungen trafen vor allem Support- und QA-Abteilungen. Diesmal könnten auch Entwicklungsteams reduziert werden. 343 Industries verlor bereits 2023 rund 100 Stellen, das Studio kämpft seit Halo Infinite mit Personalfluktuation. Bethesdas Austin-Büro wurde 2024 geschlossen. Klar ist: Kein Studio ist sicher.
Branchenkontext: Die Entlassungswelle im Vergleich
Über 3.200 Stellen sind ein Rekord für Microsofts Spieleabteilung, aber kein Einzelfall. 2024 entließ Sony 900 Mitarbeiter (Insomniac, Naughty Dog, Sucker Punch). Ubisoft baute 1.000 Stellen ab, EA 800, und Riot Games 530. Epic Games kürzte 830 Jobs, Amazon Games 180. Die gesamte Branche verlor 2024 rund 15.000 Arbeitsplätze.
Zum Vergleich: Die Übernahme von Activision Blizzard kostete Microsoft 68,7 Milliarden Dollar. Allein die Call-of-Duty-Reihe setzt jährlich über 3 Milliarden um. Dennoch kürzt der Konzern massiv, ein Zeichen für den Kostendruck, der durch steigende Entwicklungsbudgets und stagnierende Spielerzahlen entsteht.
Ein schwerer Schlag für die Branche
Die Zahl von über 3.200 Stellen ist die größte Einzel-Entlassungswelle bei Xbox seit der Übernahme von Activision Blizzard. Damals waren es rund 1.900 Jobs. Jetzt liegt die Zahl noch deutlich höher.
Das ist kein guter Tag für die Spieleindustrie. Viele talentierte Menschen verlieren ihre Arbeit, und die Unsicherheit wächst. Wie Microsoft die verbleibenden Teams umstrukturiert, und welche Spielepläne überleben, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
Seit 2018 hat Microsoft 15 First-Party-Studios übernommen, darunter Ninja Theory, Obsidian und Double Fine. Von den ursprünglichen Teams arbeiten viele heute an unangekündigten Projekten. Der Stellenabbau gefährdet nicht nur aktuelle Titel, sondern auch langfristige Roadmaps, etwa das geplante Fable (Playground Games, Release frühestens 2027) oder das nächste Gears of War (The Coalition).