Der Kahlschlag bei Microsoft trifft Bethesda hart
Die jüngste Entlassungswelle bei Microsoft hat die Bethesda Game Studios und die Muttergesellschaft ZeniMax schwer getroffen. Eine Gewerkschaftsvertretung bestätigte gegenüber PCGamer, dass die Kürzungen tief in die Belegschaft einschneiden.
ZeniMax Online Studios (The Elder Scrolls Online) und id Software (DOOM, Quake) haben die Streichungen zwar überstanden, aber nicht ohne massive Verluste. Laut der Gewerkschaft wurden beide Studios „tief geschnitten“, was auf erhebliche Personalreduzierungen hindeutet.
Die Entstehung der Bethesda-Familie
Die Bethesda Game Studios entstanden 2001 als eigenständiger Ableger des Publishers Bethesda Softworks. Sie schufen mit The Elder Scrolls III: Morrowind (2002) den Durchbruch und setzten mit Oblivion (2006) und Skyrim (2011) neue Maßstäbe im Open-World-RPG. Skyrim verkaufte sich bis heute über 60 Millionen Mal.
ZeniMax Media wurde 1999 gegründet und kaufte nach und nach id Software (2009), Arkane Studios, MachineGames und andere. Microsoft übernahm ZeniMax im März 2021 für 7,5 Milliarden Dollar. Damals hieß es, die Studios behielten ihre kreative Autonomie.
- id Software (gegründet 1991) definierte das Ego-Shooter-Genre mit DOOM (1993) und Quake (1996). Der Neustart DOOM (2016) verkaufte über 10 Millionen Einheiten, DOOM Eternal (2020) folgte mit 8 Millionen.
- ZeniMax Online Studios veröffentlichte The Elder Scrolls Online 2014, das mittlerweile auf 24 Millionen registrierte Spieler kommt (Stand 2023).
Welche Studios betroffen sind
- Bethesda Game Studios, Entwickler von Starfield und The Elder Scrolls VI, wurde direkt getroffen.
- ZeniMax als Dachorganisation verzeichnet ebenfalls Kürzungen im Management und Support.
- id Software und ZeniMax Online blieben bestehen, jedoch mit deutlich verkleinerter Belegschaft.
Die Gewerkschaft (Communication Workers of America, die auch andere Microsoft-Studios vertritt) machte keine konkreten Zahlen öffentlich. Klar ist nur: Der „latest bloodbath“ bei Microsoft hinterlässt Narben.
Reaktionen aus der Branche
Bereits im Jahr 2024 hatte Microsoft tausende Stellen gestrichen, darunter bei Activision Blizzard und Bethesda. Die aktuellen Entlassungen scheinen eine zweite Welle zu sein.
Entwickler aus den betroffenen Studios äußerten sich in sozialen Medien besorgt, nannten aber keine Details. Die Gewerkschaft fordert mehr Transparenz und bessere Abfindungen für die gekündigten Mitarbeiter.
Wirtschaftlicher Kontext und Vergleich
Die Entlassungen reihen sich in eine Serie von Personalabbau bei Microsoft Gaming ein. 2024 wurden rund 2.500 Stellen gestrichen, nach der Übernahme von Activision Blizzard (68,7 Milliarden Dollar) im Oktober 2023. Im gleichen Zeitraum schloss Microsoft die Studios Arkane Austin und Tango Gameworks, beide aus der ZeniMax-Gruppe.
Zum Vergleich: Sony Interactive Entertainment entließ 2024 rund 900 Mitarbeiter, darunter bei Naughty Dog und Insomniac. Die Branche durchläuft eine Konsolidierungsphase nach der Pandemie-Hausse. Analysten von Ampere Analysis schätzen die Kostenbasis von Microsoft Gaming auf über 10 Milliarden Dollar jährlich.
Was bleibt von der Bethesda-Familie?
Bethesda Game Studios arbeitet weiter an Starfield-Inhalten und dem nächsten Elder Scrolls. id Software bereitet den nächsten DOOM-Teil vor.
Ob die tiefen Einschnitte diese Pläne verzögern, ist nicht offiziell bestätigt. Sicher ist: Der Personalabbau bei Microsoft trifft einige der renommiertesten Studios der Branche.