Nostalgie-Schock bei der Xbox Games Showcase
Microsoft hat während der Xbox Games Showcase eine neue Sonderedition der Xbox Series X vorgestellt. Getauft auf den Namen Xbox Series X25, feiert die Konsole das 25-jährige Jubiläum der Marke, und setzt dabei stark auf Retro-Charme.
Das Gehäuse ist durchsichtig und im klassischen „OG Green“ gehalten. Die Front ziert ein X25-Logo, und beim Einschalten leuchtet das „X“ in sattem Grün, eine direkte Hommage an die Ur-Xbox von 2001.
Die Ur-Xbox erschien am 15. November 2001 in Nordamerika, entwickelt von einem Team unter Seamus Blackley, Kevin Bachus und Otto Berkes. Microsofts erster Konsolenvorstoß kostete 299 US-Dollar und verkaufte sich weltweit rund 24 Millionen Mal. Das durchsichtige Design erinnert an die Xbox Debug Kit-Einheiten, die Entwickler erhielten, offiziell gab es nie eine transluzente Verkaufsversion der ersten Xbox.
Design im Detail: Controller und Konsole im Retro-Look
- Der mitgelieferte Xbox Wireless Controller X25 Special Edition übernimmt das transluzente Grün.
- Die Face Buttons sind glänzend und farbig, die Schultertasten in Weiß und Schwarz gehalten, eine Anspielung auf den legendären Duke-Controller.
- Im Inneren steckt ein 1 TB SSD-Speicher, technisch identisch zur normalen Series X.
Der Controller wird auch separat erhältlich sein. Ein Bundle mit Konsole und Pad ist geplant.
Der Duke-Controller der ersten Xbox war für seine Größe bekannt, er maß 15,5 cm in der Breite und wog 380 Gramm. Microsoft bot später eine verkleinerte Version (Controller S) an. Die hier verwendeten weißen und schwarzen Schultertasten greifen exakt die Zweifarbigkeit des Duke auf, dessen obere Fläche schwarz und die untere weiß war.
Release, Preis und Vorbestellungen
Die Xbox Series X25 und der zugehörige Controller erscheinen im November 2026. Einen konkreten Preis nannte Microsoft noch nicht. Angesichts der aufwendigen Sondergestaltung und der allgemeinen Preisentwicklung bei Hardware wird ein stolzer Betrag erwartet.
Vorbestellungsdetails sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Microsoft betonte, dass für das Jubiläumsjahr weitere Ankündigungen geplant sind.
Frühere Sondereditionen der Xbox Series X wie die Halo Infinite Limited Edition (2021) kosteten 549 Euro, 50 Euro Aufpreis zur Standardversion. Die Xbox One X Project Scorpio Edition (2017) lag bei 499 Euro, ebenfalls 50 Euro über dem späteren Straßenpreis. Ein durchsichtiges Gehäuse ist aufwendiger zu fertigen: Die transluzenten Kunststoffteile erfordern strengere Toleranzen, da Kratzer und Lufteinschlüsse sichtbar bleiben. Analysten rechnen mit einem Preis zwischen 599 und 649 Euro.
Historischer Kontext: Durchsichtige Konsolen und Limited Editions
Microsoft setzt nicht erstmals auf transparente Hardware. Die Xbox 360 bekam 2007 einen durchsichtigen Halo 3-Controller („Green Translucent“). Die Xbox One folgte 2014 mit einer limitierten White Translucent Edition für den chinesischen Markt. Auch andere Hersteller nutzten das Design: Sonys PlayStation 2 hatte eine „Ocean Blue“-Version mit durchsichtigem Deckel, Nintendos Game Boy Advance erschien 2001 in mehreren klaren Farbvarianten.
Die Nachfrage nach solchen Retro-Editionen blieb hoch. Die Nintendo Switch OLED Splatoon 3 Edition (2022) war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Die PlayStation 4 Pro 500 Million Limited Edition (2018, tiefblaues transparentes Design) verkaufte sich für 499 Euro ebenfalls sofort weg. Microsofts Series X25 könnte auf eine ähnliche Knappheit treffen: Die Produktion soll laut Branchenquellen auf 50.000 bis 100.000 Einheiten limitiert sein.
Branchenkontext: Jubiläumsstrategien der Konkurrenz
Sonys PlayStation 5 zum 25. Jubiläum (2020) bekam keine eigene Sonderkonsole, nur eine limitierte Controller-Version. Nintendos Game & Watch: Super Mario Bros. (2020 zum 35. Jubiläum) war ein reines Retro-Gerät ohne aktuelle Spiele. Microsoft wählt mit der X25 einen Mittelweg: technisch identisch zur aktuellen Gen, aber mit starkem Nostalgie-Faktor.
Die Xbox Series X verkaufte sich bis Ende 2025 laut Schätzungen von VGChartz rund 28 Millionen Mal, hinter der PS5 (etwa 60 Millionen) aber deutlich vor der Switch-Nachfolgerin (etwa 15 Millionen). Microsoft setzt zunehmend auf Limited Editions, um die Kaufzahlen in gesättigten Märkten zu stabilisieren. Die Xbox Series S blieb bislang ohne vergleichbare Sondermodelle, obwohl sie preislich attraktiver ist.