Label gegen das Durcheinander
Microsoft hat ein neues „EXCLUSIVE“-Label auf dem Dashboard der Xbox Series X/S platziert. Es zeigt an, welche Spiele wirklich nur auf der Konsole laufen.
Die Kennzeichnung erscheint laut IGN jetzt für ausgewählte Titel. Ein Schritt, der die oft unübersichtliche Exklusivpolitik von Xbox transparenter machen soll.
Wie Microsoft die Exklusivität definierte
Seit Xbox Play Anywhere (2016) erscheinen fast alle First-Party-Titel gleichzeitig für Windows 10 und 11. Titel wie Forza Horizon 5, Halo Infinite und Starfield sind nie reine Konsolenexklusive gewesen.
Microsofts Strategie zielt darauf ab, die Ökosystem-Grenze zwischen PC und Konsole einzureißen. Das neue Label macht nun sichtbar, wie wenige Spiele diese Grenze tatsächlich nicht überschreiten.
- Play Anywhere erlaubt Cross-Save und Cross-Buy zwischen Xbox und PC.
- Cloud Gaming (xCloud) macht Spiele zusätzlich auf Smartphones und Tablets spielbar.
- Die Smart Delivery-Funktion liefert für Xbox One und Series X/S optimierte Versionen.
Das Label definiert Exklusivität also neu: Es zählt nur noch die reine Series X/S-Nutzung, ohne PC, Cloud oder ältere Konsole.
Das Problem mit den Kriterien
Bisher war für viele Spieler schwer zu erkennen, ob ein Spiel exklusiv für Xbox ist oder auch auf PC, Cloud oder anderen Plattformen erscheint.
- Viele First-Party-Titel kommen zeitgleich für Windows und Xbox.
- Game-Pass-Verfügbarkeit macht die Abgrenzung nicht leichter.
- Manche Spiele sind nur auf Series X/S, andere auch auf Xbox One.
Das neue Label soll genau diese Verwirrung auflösen. Es kennzeichnet nur Titel, die ausschließlich auf Xbox Series X/S spielbar sind.
Welche Spiele das Label aktuell tragen
Bisher wurden nur wenige Titel mit dem „EXCLUSIVE“-Label versehen. Nach Recherchen von IGN und VGC gehören dazu Senua’s Saga: Hellblade II (erscheint Mai 2024) und Avowed (geplant für Herbst 2024), beide jedoch erscheinen zeitgleich auf PC und Xbox. Das Label würde hier also nicht greifen.
Tatsächlich sind echte Series X/S-Exklusive extrem selten. The Medium (2021) war für drei Monate nur auf Xbox Series X/S spielbar, bevor es auf PC und später PlayStation kam. Scorn (2022) erschien ebenfalls exklusiv für Series X/S, doch auch hier folgte ein PC-Release am gleichen Tag.
- Microsofts 30 interne Studios produzieren fast ausschließlich Cross-Plattform-Titel.
- Nur Spiele, die weder auf PC noch auf Xbox One laufen, erhalten das Label. Das betrifft derzeit praktisch kein First-Party-Spiel.
Was auf dem Dashboard zu sehen ist
Das Label ist direkt in der Spielbibliothek und auf den Detailseiten der Spiele sichtbar. Es ergänzt bestehende Kennzeichnungen wie „Optimiert für Series X/S“ oder „Game Pass“.
Microsoft hat keine weiteren Details zu den genauen Kriterien genannt. Ob das Label nachträglich für ältere Spiele aktiviert wird, bleibt offen.
Branchenvergleich: Wie andere Plattformen kennzeichnen
Sony verwendet auf der PlayStation 5 zwei Labels: „PlayStation Exclusive“ (nur auf PlayStation) und „Console Exclusive“ (zeitlich begrenzt, später auf PC). Nintendo kennzeichnet Spiele standardmäßig als exklusiv, da alle First-Party-Titel nur auf der Switch erscheinen.
Steam hat kein eigenes Exklusiv-Label, dort wird Exklusivität durch Plattformbindung (z. B. Epic Games Store) oder zeitliche Fenster kommuniziert.
- Microsofts Label verzichtet auf eine zeitliche Komponente. Anders als Sony unterscheidet es nicht zwischen dauerhafter und befristeter Exklusivität.
- Das Label könnte auch für Third-Party-Titel genutzt werden, die nur auf Xbox erscheinen. Bisher gibt es keine Beispiele.
Ein kleiner, ehrlicher Schritt
Das „EXCLUSIVE“-Label gibt Spielern eine schnelle Orientierungshilfe. Es schafft Klarheit, wo vorher Rätselraten herrschte.
Ob Microsoft die Kennzeichnung konsequent für alle künftigen Titel umsetzt, lässt sich jetzt schon am Dashboard ablesen, die Liste der wirklich exklusiven Spiele bleibt kurz.