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SUPERVIVE: Wenn Battle Royale auf MOBA trifft – Ein chaotischer Adrenalin-Kick mit Ecken und Kanten
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SUPERVIVE: Wenn Battle Royale auf MOBA trifft – Ein chaotischer Adrenalin-Kick mit Ecken und Kanten

SUPERVIVE wirft uns in eine vertikale Arena, in der MOBA-Fähigkeiten auf Battle-Royale-Überlebenskampf treffen. Ein rasanter Genre-Mix, der süchtig macht, aber noch an seiner Balance feilt.

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Dennis Adam
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Es gibt diese Momente in der Gaming-Landschaft, in denen man das Gefühl hat, alles schon einmal gesehen zu haben. Battle Royale? Check. MOBA-Elemente? Check. Doch dann kommt SUPERVIVE um die Ecke und schafft es, diese beiden eigentlich völlig überreizten Genres in einen Mixer zu werfen, der überraschend gut schmeckt – auch wenn der Nachgeschmack manchmal etwas bitter ist.

Das Spielgefühl: Schneller als der Schatten

Was SUPERVIVE sofort aus der Masse hervorhebt, ist das Movement. Während sich viele Battle Royales träge anfühlen, ist das Spiel von Theorycraft Games ein echtes Action-Feuerwerk. Die Charaktere bewegen sich flink, nutzen Gleiter, um über Abgründe zu segeln, und setzen Fähigkeiten ein, die sich weniger wie ein statisches „Drück-die-Taste-und-warte“ anfühlen, sondern wie ein präzises Werkzeug. Das vertikale Leveldesign ist hier der heimliche Star: Wer die Höhe kontrolliert, kontrolliert das Spiel. Es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als einen Gegner mit einem gezielten Skillshot von einer Plattform zu stoßen, während man selbst in der Luft den nächsten Angriff vorbereitet.

Die MOBA-DNA im Battle Royale

Die Heldenauswahl erinnert stark an Klassiker wie League of Legends oder Dota 2. Jeder Charakter hat eine klare Rolle – vom klassischen Tank bis zum flinken Assassinen. Das sorgt für taktische Tiefe. In einem Team-Fight kommt es nicht nur auf das Zielen an, sondern darauf, wie eure Fähigkeiten synergetisch ineinandergreifen. Wenn mein Teamkollege den Gegner mit einem Crowd-Control-Effekt festsetzt und ich im selben Moment meinen Ultimate-Angriff platziere, fühlt sich das nach echtem Teamplay an.

Doch hier liegt auch das erste Problem: Die Lernkurve ist brutal. Wer keine Erfahrung mit MOBA-Mechaniken hat, wird in den ersten Stunden gnadenlos überfahren. Es gibt kein Tutorial, das einen wirklich auf die Komplexität der verschiedenen Helden-Kombinationen vorbereitet. Man lernt durch Schmerz – und davon gibt es in SUPERVIVE reichlich.

Wenn das Auge nicht mehr mitkommt

Ein weiterer Kritikpunkt ist die visuelle Klarheit. In einem Spiel, das so schnell ist, ist Übersicht alles. Doch sobald ein Team-Fight mit vier Squads gleichzeitig ausbricht, verwandelt sich der Bildschirm in ein buntes, unübersichtliches Effekt-Gewitter. Es ist oft schlicht unmöglich zu erkennen, welcher Skill von welchem Gegner kommt. Man stirbt oft, ohne genau zu wissen, was einen eigentlich gerade aus dem Leben befördert hat. Das ist frustrierend und fühlt sich manchmal weniger nach „Skill-Issue“ an, als nach einem Mangel an visuellem Design-Feinschliff.

Die Balance-Falle

Da das Spiel noch in einer aktiven Phase ist, merkt man an vielen Ecken, dass die Balance noch nicht perfekt sitzt. Einige Helden fühlen sich in der aktuellen Meta deutlich stärker an als andere. Wenn man gegen ein Squad antritt, das die aktuell „kaputten“ Charaktere spielt, fühlt sich das Match schnell aussichtslos an. Das Matchmaking ist ebenfalls ein zweischneidiges Schwert: Oft landet man in Lobbys, in denen man entweder die Gegner komplett dominiert oder innerhalb von Sekunden zerlegt wird. Ein gesundes Mittelmaß ist aktuell eher die Ausnahme als die Regel.

Fazit: Lohnt sich der Einstieg?

SUPERVIVE ist ein Spiel für Leute, die Action suchen und keine Angst vor einer Herausforderung haben. Es ist kein Spiel, das man mal eben für eine entspannte Runde nach Feierabend startet. Es verlangt Konzentration, Koordination und die Bereitschaft, sich in komplexe Systeme einzuarbeiten.

Wenn die Entwickler an der visuellen Klarheit arbeiten und das Balancing der Helden weiter verfeinern, könnte SUPERVIVE ein echter Dauerbrenner im E-Sport-Bereich werden. Aktuell ist es ein exzellentes, aber noch etwas ungeschliffenes Juwel. Wer das Genre-Mashup aus Battlerite und Apex Legends sucht, wird hier definitiv fündig – sollte aber ein dickes Fell mitbringen.

Für mich persönlich ist SUPERVIVE ein Spiel, das ich immer wieder für zwei, drei Runden starte, um meinen Adrenalinspiegel hochzujagen. Ob es mich langfristig binden kann, hängt davon ab, wie schnell die Entwickler auf die Community-Kritik reagieren. Das Fundament steht – jetzt muss der Feinschliff her.

7.8
/10
GUT

+ PRO

  • +Extrem flüssiges Movement und vertikales Leveldesign
  • +Einzigartige Charakter-Fähigkeiten mit hohem Skill-Ceiling
  • +Kurze, knackige Runden ohne lange Wartezeiten

- CONTRA

  • -Steile Lernkurve kann Neulinge frustrieren
  • -Visuelle Klarheit in hitzigen Gefechten oft mangelhaft
  • -Matchmaking-Probleme bei ungleichen Skill-Levels

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