Ein blutleerer Schatten der Vergangenheit: Die Legacy of Kain: Heart of Darkness Collection im Test
Eine technisch katastrophale Neuveröffentlichung, die den legendären Namen der Serie eher beschädigt als ehrt.
Ein nostalgischer Albtraum
Die Legacy of Kain: Heart of Darkness Collection sollte eigentlich das Herz jedes Gothic-Horror-Fans höherschlagen lassen. Statt einer liebevollen Aufarbeitung klassischer Videospiel-Geschichte erhalten wir hier jedoch ein technisches Flickwerk, das kaum als spielbar bezeichnet werden kann.
Wer hier eine moderne Anpassung oder auch nur ein halbwegs stabiles Betriebssystem-Interface erwartet, wird bitter enttäuscht. Das Spiel wirkt wie eine lieblos kopierte Emulation, die ohne jede Optimierung auf moderne Hardware losgelassen wurde.
Schatten über Nosgoth
Spielerisch bietet die Legacy of Kain-Reihe nach wie vor eine erzählerische Tiefe, die man heute nur noch selten findet. Die philosophischen Monologe zwischen Kain und Raziel sind auch heute noch pures Gold für jeden Story-Liebhaber.
Leider wird dieser Genuss durch die katastrophale technische Umsetzung massiv getrübt. Die Steuerung fühlt sich an, als würde man einen nassen Schwamm durch eine Wand aus Lehm steuern, was besonders in den hektischen Kämpfen für Frust sorgt.
Das Problem mit den Dimensionen
Das Herzstück der Serie, das Wechseln zwischen der materiellen und der spektralen Welt, ist mechanisch immer noch brillant. Dennoch führen genau diese Übergänge in dieser Version oft zu schwerwiegenden Programmfehlern.
Wer das Spiel heute noch einmal erleben möchte, wird mit den ständig auftretenden Abstürzen und der fehlenden Controller-Unterstützung kämpfen müssen. Es wirkt fast so, als hätte der Publisher die Dateien einfach in einen Ordner geworfen, ohne sie jemals selbst gestartet zu haben.
Fazit eines enttäuschten Fans
Es ist eine Schande, wie hier mit einem der größten Franchise-Namen der Gaming-Historie umgegangen wird. Diese Sammlung ist kein Liebesbrief an die Fans, sondern ein reiner Geldabgreif-Versuch ohne jegliche Substanz.
Für Neueinsteiger ist diese Version absolut nicht zu empfehlen, da sie nur ein verzerrtes und frustrierendes Bild eines großartigen Klassikers vermittelt. Wahre Fans sollten bei den Original-Discs bleiben oder auf Fan-Patches hoffen, die das leisten, was der Publisher hier versäumt hat.
+ PRO
- +Die zeitlos düstere Sprachausgabe von Raziel und Kain bleibt auch Jahrzehnte später unerreicht
- +Das innovative Dimensions-Wechsel-System ermöglicht weiterhin clevere Rätsel-Designs
- +Das düstere, gotische Art-Design bewahrt den unverwechselbaren Charme von Nosgoth
- +Die komplexe Lore um Rache und Schicksal bietet eine der besten Geschichten der Videospielgeschichte
- +Der Soundtrack erzeugt auch in der technischen Magerkost eine beklemmende Atmosphäre
- CONTRA
- -Die fehlende Unterstützung für moderne Widescreen-Auflösungen erzwingt massive schwarze Balken
- -Die Steuerung via Maus und Tastatur reagiert schwammig und ohne jegliche Anpassungsmöglichkeiten
- -Regelmäßige Abstürze beim Übergang zwischen den Dimensionen zerstören den Spielfluss komplett
- -Fehlende Komfortfunktionen wie ein Quick-Save-System machen das frustrierende Speichersystem der 90er unerträglich
FAZIT
Wer das Erbe von Nosgoth ehren will, sollte diese lieblos zusammengepustete Sammlung ignorieren und lieber zu den Originalen greifen.
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