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Ein Wächter mit Rissen: The Relic: First Guardian im Test
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Ein Wächter mit Rissen: The Relic: First Guardian im Test

Ein Action-RPG mit starkem Parry-Kampfsystem, aber schwacher Kamera und repetitiven Gegnern im späteren Verlauf.

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Dennis Adam
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SPIEL The Relic: First Guardian
ENTWICKLER The Relic: First Guardian
PUBLISHER Perp Games
RELEASE 31. Juli 2026
PLATTFORMEN: PC

Erster Eindruck

The Relic: First Guardian beginnt mit einer Verfolgungsjagd durch die brennende Hafenstadt Ferran. Noch bevor man das Schwert selbst führt, sieht man die wichtigste Mechanik: Perfekt getimte Paraden brechen die Deckung der Dämonenkrieger.

Nach einer Stunde hat man die erste von vier Waffenschulen freigeschaltet. Schattenmagie öffnet Alternativpfade, statt nur Schaden zu buffen. Mit der Teleport-Klinge erscheint man hinter Schleuderern, die ansonsten von oben werfen.

Kampfsystem

Die zentrale Mechanik ist das Parry-System. Ein rotes Aufleuchten kündigt Angriffe an, ein verkürzter Tonschlag signalisiert den perfekten Moment. Wer zu früh blockt, nimmt trotzdem Schaden durchs Blocken.

Wer zu spät reagiert, verliert eine komplette Ausdauerleiste. Das ist hart, aber fair.

  • Kombo-Arten für Klinge und Axt: Einfache Dreierkombos plus geladener Schlag brechen Steinschilde.
  • Schattenmagie markiert Feinde und erlaubt einen Sprungangriff, der sie einzeln abräumt.

Die drei Systeme greifen sauber ineinander, vorausgesetzt, man bleibt diszipliniert im Rhythmus.

Leveldesign und Erkundung

  • Die Ruinenstadt Thaqqara bietet Dächer, Abkürzungen über zerborstene Aquädukte und versteckte Kammern.
  • Ein Kompass zeigt die Richtung, aber keine Geheimnisse. Um das erste Drittel zu sehen, braucht es drei Stunden.

Schade: Ab Kapitel 3 werden die Levelstrukturen symmetrischer. Wer die Höhlen der Morag-Smaragde betritt, erkennt sofort das Muster aus gerader Linie, Seitenraum, Treppe und weiterer gerader Linie. Nur ein vertikaler Schacht unterbricht die Monotonie.

Technik und Performance

Auf einem Mittelklasse-Rechner (RTX 3060, 16 GB RAM, Ryzen 5 5600) läuft das Spiel in 1080p mit durchschnittlich 70 FPS. In den offenen Stadtabschnitten hakt es jedoch. Beim Überqueren der Marktstraße fallen die Bilder pro Sekunde zeitweise auf 45, was sich auf schnelle Paraden auswirkt.

Schwerer wiegt die Kameraschwäche. In engen Korridoren der Festung Zhal kracht die Perspektive an die Wand und zeigt die Innenseite eines Felsblocks, während der Spielercharakter aus dem Bild verschwindet.

Begleiter und Questlog

Der magische Falke Iskra ist mehr als Dekoration. Er findet versteckte Schreine und kann im Kampf eine Betäubung auslösen, die allerdings eine lange Abklingzeit hat. Die Hauptquest markiert Ziele klar, Nebenaufgaben stehen nur im Tagebuch ohne Koordinaten.

Dafür bleiben Entscheidungen folgenlos. Wählt man zwischen der Klerikerin und dem Schwarzmarkt, führt die Übergabe der Zwillingsrelikte zur selben Zwischensequenz mit minimal verändertem Text. Ein Rollenspiel sieht anders aus.

Fazit

The Relic: First Guardian ist ein anspruchsvolles Action-RPG mit einem präzisen, lohnenden Kern. Wer den Parry-Rhythmus einmal beherrscht, erlebt einen befriedigenden Kampf-Fluss. Die Kamera- und Performanceschwächen sowie die repetitiven Gegnertypen im letzten Drittel senken die Wertung.

Der Umfang von 25 bis 30 Stunden mit drei Enden bleibt überschaubar. Die fehlenden Konsequenzen der Fraktionswahl zeigen, dass das Studio klare Prioritäten hat. Genau so sollte man es kaufen, wenn einem Timing mehr bedeutet als Erzählfreiheit.

7
/10
GUT

+ PRO

  • +Präzises Parry-System mit zeitlupenartigem Konterfenster
  • +Handgefertigte Ruinenstadt Thaqqara mit vertikalen Erkundungspfaden
  • +Vier Waffenschulen ermöglichen hybride Builds, etwa Schattenmagie und Nahkampf
  • +Bossdesign mit klaren Phasen und telegrafierten Angriffen
  • +Kompass-Navigation verzichtet auf nervige Mini-Karten

- CONTRA

  • -Kamera bleibt in engen Korridoren an Wänden hängen und verdeckt den Spieler
  • -Performance-Einbrüche auf 45 FPS in der Marktstraße von Ferran
  • -Ab Kapitel 3 wiederholen sich Gegnertypen und Levelmuster
  • -Entscheidungen zwischen Fraktionen führen zu identischen Zwischensequenzen

FAZIT

Wer schnelle Kämpfe mit präzisem Timing mag, bekommt einen fordernden Action-RPG-Trip, muss aber Kamera-Aussetzer und fade Mitte in Kauf nehmen.

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