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Elliot und die Jahrtausendmäre: Ein Abenteuer, das besser im Millennium geblieben wäre
Reviews

Elliot und die Jahrtausendmäre: Ein Abenteuer, das besser im Millennium geblieben wäre

Ein lieblos zusammengeklautes Retro-RPG mit charmanten Pixeln, aber katastrophaler Technik und steinzeitlichem Gameplay.

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Tommes Parzl
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SPIEL The Adventures of Elliot: The Millennium Tales
ENTWICKLER Square Enix
PUBLISHER Square Enix
RELEASE 18. Juni 2026
PLATTFORMEN: PC | PlayStation 5 | Xbox Series S/X | Nintendo Switch

Erster Eindruck: Pixel-Charme trifft auf Betatest-Niveau

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales wirkt auf den ersten Screenshots wie eine liebevolle Hommage an frühe Game-Boy-Color-RPGs. Die Pixelgrafik ist durchaus stimmig, die Farbpalette erinnert an Zelda: Link‘s Awakening, nur ohne deren Qualität. Schon im Startmenü fallen die ruckelnden Animationen auf. Der Titelbildschirm braucht 15 Sekunden zum Laden, selbst auf einer PS5. Das ist der erste Hinweis auf ein Spiel, das technisch in den 90ern stecken geblieben ist.

Nach wenigen Minuten wird klar: Hier wurde mehr gewollt als gekonnt. Die Steuerung fühlt sich schwammig an, Elliot bewegt sich wie über frisch gewachstes Parkett. Die Dialoge sind lieblos, die Übersetzung voller Grammatikfehler und sinnfreier Wortwahl. „Ich habe viele Träume, aber mein Bauch ist leer“ ist einer der besseren Sätze. Der Rest besteht aus nicht enden wollenden Floskeln.

Kampfsystem: Ein Krampf für die Geduld

Der rundenbasierte Kampfmodus könnte spannend sein, wäre er nicht so fehlerhaft. Jeder Angriff löst eine Mini-Verzögerung aus, die den Spielfluss zerstört. Besonders ärgerlich: Gegner haben oft 200 Trefferpunkte, während Elliots Standardangriff mickrige 3 Schaden verursacht. Das zieht selbst einfache Kämpfe auf fünf Minuten. Dazu kommen häufige Einfrierungen von genau zwei Sekunden, ein Bug, der wie ein schlecht programmierter Timer wirkt.

  • Zauber verbrauchen Mana, aber Mana-Trinken ist im Kampf erst ab Level 5 möglich
  • Heilgegenstände sind rar, der erste Heiltrank kostet 100 Gold, und man findet im ganzen ersten Dungeon nur 12 Münzen
  • Der Endboss hat drei Phasen, aber die Kamera friert in Phase zwei regelmäßig für fünf Sekunden ein

Rätsel und Erkundung: Trial and Error ohne Belohnung

Die Rätsel bestehen zu 80% aus stumpfem Ausprobieren. In einer Höhle muss man drei Hebel in der richtigen Reihenfolge betätigen, Hinweise gibt es nicht. Wer den falschen Hebel zieht, wird von einer unsichtbaren Falle getötet. Kein Respawn, kein Speicherpunkt, der gesamte Raum muss neu begonnen werden. Das ist nicht fordernd, sondern unfair.

Die Spielwelt ist klein: drei Dörfer, fünf Dungeons, ein Ödland. Jeder Bereich fühlt sich an wie ein linearer Korridor. Sidequests existieren nicht. Stattdessen gibt es sinnlose Sammelaufgaben: „Bring mir 10 rote Beeren, ich gebe dir einen kaputten Schlüssel.“ Die Belohnung ist meistens nutzlos.

Technischer Zustand: Ein Desaster, das die Wertung drückt

Hier liegt der Kern der Misere. Das Spiel stürzt auf der Switch im Durchschnitt alle 20 Minuten ab. Auf der PlayStation 5 sind es weniger Abstürze, dafür Ruckler in jedem Bosskampf. Die Ladezeiten sind absurd: Zwischen zwei Bildschirmen vergehen bis zu 45 Sekunden. Speicherstände werden nach dem dritten oder vierten Laden beschädigt, ein Fehler, der seit Release nicht gefixt wurde.

Die Soundkulisse leidet unter Cracks und Aussetzern. Ein Ohrwurm-Melodie in der ersten Stadt wiederholt sich in einer Endlosschleife, ohne Variation. Nach einer Stunde wünscht man sich Stille. Die Soundeffekte klingen wie aus einer Public-Domain-Bibliothek von 1995.

Fazit: Ehrensache für Retro-Sammler, aber kein Spiel für Normalsterbliche

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein ambitioniertes Hobbyprojekt an mangelnder Feinarbeit und technischer Unreife scheitert. Die zwei, drei charmanten Pixel-Details und der kurze Durchspielzeit retten nichts. Wer sich an den Fehlern nicht stört, bekommt eine kurze, aber frustrierende Reise durch eine lieblose Fantasiewelt. Alle anderen sollten einen weiten Bogen um Elliot machen, eine Bewertung von 2,5 von 10 ist noch gnädig.

2.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Pixel-Art mit handgezeichneten Hintergründen hat stellenweise echten Charme
  • +Soundtrack enthält zwei bis drei Ohrwürmer mit Gitarrenmelodien
  • +Spielzeit von knapp 4 Stunden lässt sich an einem Abend durchdrücken
  • +Speicherfunktion erlaubt Quicksaves an jeder Stelle (außer in Bosskämpfen)
  • +Protagonist Elliot hat wenigstens einen erkennbaren Charakterzug: ständigen Hunger

- CONTRA

  • -Kampfsystem friert bei jedem dritten Gegner für rund zwei Sekunden ein
  • -Übersetzung wirkt als wäre sie von Google Translate aus dem Koreanischen gequetscht
  • -80% der Rätsel bestehen aus sinnlosem Hin-und-Her-Laufen ohne Hinweise
  • -Speicherdateien werden nach dem dritten Laden manchmal komplett gelöscht

FAZIT

Ein ambitioniertes Hobbyprojekt, das an unzähligen Bugs, lieblosem Leveldesign und einer unfairen Kampfmechanik scheitert, nur für absolute Retro-Komplettisten mit hoher Frusttoleranz.

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