Feuer, Schweigen, Xenomorphe: Aliens Fireteam Elite 2 im Koop-Check
Cold Iron Studios schickt euch mit Aliens: Fireteam Elite 2 erneut in die dunkelsten Ecken der Galaxis, doch der zweite Einsatz erreicht nicht immer die Stufe des ersten Teils.
Erster Kontakt
Der Einstieg in Aliens: Fireteam Elite 2 ist hart. Der Prolog, ein Kampf auf der verlassenen Raumstation Fort Kelso, präsentiert die volle Wucht der neuen Feind-KI: schnell, aggressiv und mit schützenden Panzerplatten.
Schon die erste Begegnung mit dem Bursters, einer spinnenartigen Xenomorph-Variante, zeigt das Prinzip. Der Koop-Shooter verlangt von euch, die Position zu halten, anstatt wild umherzurennen. Deckung hier, Feuerstoß da, dann ein gezielter Flammenwerfer-Einsatz gegen das Nest.
Vier Missionen und keine Sekunde Stille
Die Kampagne umfasst gerade einmal vier Missionen, die jeweils etwa 20 Minuten dauern und im Akkord grinden. Ihr schießt euch durch Korridore, Med-Bays und Hangars, die im typischen Alien-Chic direkt aus den Filmen entsprungen sein könnten.
Die Level sind linear, aber clever gebaut. Fallen wie Druckkammern und elektrische Barrieren lassen sich manuell aktivieren, das belohnt Kenntnis der Umgebung.
Das Missionsziel ist simpel: überleben. Zwischendurch müsst ihr aber auch Datenknoten hacken oder einen abgestürzten Androideen bergen. Das Abwechslungsrad bleibt also am Laufen, auch wenn die Zeit bis zum Abspann kurz ist.
Klassen, Mods und Team-Zwang
Die größte Stärke von Aliens: Fireteam Elite 2 ist die Klassenvielfalt. Der Doc legt Heilträger aus, der Recon setzt Drohnen ein und der Gunner pumpt Körper in die Gegner. Jede Klasse hat ihre eigene Spezialfähigkeit auf der Schulter-Taste.
Das Mod-System ist tief: Für jede Waffe gibt es bis zu acht Mod-Slots, die von Schalldämpfer bis zu elementarer Munition reichen. Die Kombination aus Mod-Matrices und Herstellungsplänen eröffnet genug Raum für Experimente.
Ohne Team lässt sich der Schwierigkeitsgrad “Extrem” vergessen. Die KI-Begleiter, die euch im Solo-Modus unterstützen, sind dumm wie ein gesenkter Schild: Sie stehen im Schussfeld, schalten Wände aus und reagieren verspätet auf Feinde aus den Lüftungsschächten.
Technik und Feinschliff
Auf der Xbox Series X läuft das Spiel mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde. Die Ladezeiten sind kurz, die Grafik ist gut ausgeleuchtet, und die Gänsehaut-Stimmung im Horrorlevel “Der Brutschwarm” sitzt.
Doch es gibt Macken: Gelegentliche Ruckler bei gleichzeitigen Explosionen mehrerer Granaten, sowie einen Fehler, bei dem die Waffe nach einem Nahkampfangriff nicht mehr feuert, bis ihr die Waffe wechselt. Diese Bugs sind nicht übermäßig häufig, aber sie nagen an der Präzision des Spielgefühls.
Im Matchmaking landete ich zweimal in Lobbys, in denen die Verbindung abbrach. Ohne Auto-Reconnect war der Ausflug beendet. Für ein Spiel, das auf Koop ausgelegt ist, ein unnötiger Betriebsunfall.
Fazit mit Laufzeit
Aliens: Fireteam Elite 2 ist kein Meilenstein. Die harte, aber faire Schwierigkeitskurve gepaart mit dem soliden Klassensystem sichert Fans der Reihe trotzdem einen fetten Abend zu dritt.
Der kurze Umfang trübt den Eindruck ebenso wie die hitzigen KI-Schwächen. Wer den Vorgänger mochte und die zwei Zusatz-Missionen aus dem Season Pass zählt, hat hier ein straffes Actionpaket für genau diesen Preis. Die Hoffnung auf einen echten Nachfolger, der die Vision vollendet, bleibt unerfüllt. Der letzte Einsatz fühlt sich wie ein Update an, nicht wie ein neues Schiffsgepäck.
+ PRO
- +Klassen-System mit fünf Synth-Klassen erlaubt extrem unterschiedliche Loadouts
- +Die Hive-Missionen mit dynamischen Welcome-Knoten erzeugen jedes Mal neue Pfadoptionen
- +Colonial Marines-Atmosphäre durch Original-Tondesign und bekannte Soundeffekte
- +Feindtypen wie die spitzen Bursters und die gepanzerten Praetorianer fordern das Teamwork
- +Der neue Horde-Modus 'Last Stand' bietet mit 10 Wellen und Umweltfallen echten Wiederspielwert
- CONTRA
- -Die KI-Begleiter verharren im Einzelspieler-Modus oft hinter Hindernissen und blockieren die Nachschub-Kiste
- -Hitbox-Probleme bei den fliegenden Spittern führen zu Frust-Momenten auf höherem Schwierigkeitsgrad
- -Die Kampagne ist mit 4 Missionen deutlich kürzer als der Vorgänger und fühlt sich gestreckt an
- -Der Dedicated-Server-Matchmaking wirft Spieler bei Verbindungsabbrüchen ohne Wiedereinstiegshilfe zurück ins Menü
FAZIT
Aliens: Fireteam Elite 2 ist ein solider Koop-Shooter, der mit starkem Klassen-Design und stimmiger Atmosphäre punktet, aber wegen KI-Schwächen und kurzer Kampagne klar hinter dem Vorgänger bleibt.
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