Gang durch die Regale, Die Demo von Aisle Survive bleibt im Leergut stecken
Eine vielversprechende Horror-Survival-Kulisse im Supermarkt, die in der Demo an Technikproblemen und fehlender Spieltiefe scheitert.
Ein verlassener Supermarkt als Bühne
Der Laden ist dunkel, die Neonröhren flackern unregelmäßig. Ein Rollcontainer quietscht, als ihr ihn zur Seite schiebt. Aisle Survive setzt auf eine ungewöhnliche Location: einen Supermarkt nach Ladenschluss. Die Atmosphäre ist sofort da, zwischen Dosenravioli und Putzmitteln lauert etwas.
Die Demo startet in einem schwach beleuchteten Lagerraum. Ein Zettel am Kühlregal gibt die erste Aufgabe: Findet einen Schlüssel, schaltet die Notstromversorgung frei. Das klingt simpel, doch der Weg dorthin ist mit Hindernissen gespickt.
Gameplay zwischen Nervenkitzel und Frust
Das Spielprinzip erinnert an Alien: Isolation auf Minibudget. Ihr müsst leise sein, denn das „Regalwesen“, ein humanoides Etwas mit langen Armen, patrouilliert durch die Gänge. Verstecken unter Kassenbändern oder in Kühlhäusern funktioniert, aber die Steuerung macht oft einen Strich durch die Rechnung.
- Die Sprint-Taste reagiert verzögert.
- Interaktionen mit Regalen (Dosen greifen, Türen öffnen) haben eine animierte Ladezeit von etwa einer Sekunde.
- Ein Inventarsystem gibt es nicht, ihr nehmt Items direkt auf und müsst sie sofort nutzen.
Das ist mitten in einer Verfolgungsszene tödlich. Einmal versteckte ich mich in einem Kühlhaus, das Wesen stand direkt davor, und bewegte sich nicht weg. Nach dreißig Sekunden war die Spannung weg.
Technik und Präsentation
Grafisch ist die Demo okay, aber nicht mehr. Die Texturen der Regale wirken verwaschen, die Beleuchtung ist solide. Was stört, sind die Performance-Aussetzer: In der Nähe des Getränkereals ruckelte die Framerate auf unter 25 FPS, getestet auf einem RTX 3060 mit 16 GB RAM.
Der Sound hingegen ist ein Highlight. Jeder Schritt hallt durch den leeren Markt, und als ich versehentlich eine Dose fallen ließ, klang das so realistisch, dass ich kurz dachte, jemand stünde hinter mir.
Fazit zur Demo
Die Grundidee, Survival-Horror im Supermarkt, ist originell und hat Potenzial. Doch die Demo zeigt zu viele Schwächen: Die kurze Spielzeit von 20 Minuten ist eher ein Teaser, die fehlende Speicherfunktion bestraft Neugierde, und die KI-Patzer zerstören jede Immersion.
Für Hardcore-Fans des Genres lohnt sich ein Blick, aber wartet lieber auf die Vollversion.
+ PRO
- +Düstere Atmosphäre mit kaputten Neonröhren und verwaisten Kassen schafft sofortiges Unbehagen
- +Sounddesign, knarrende Regale und entfernte Schritte, erzeugt echte Anspannung
- +Das Ressourcen-Management zwingt zum Überlegen: Jede Dose zählt
- +Die Karte ist überschaubar, aber mit versteckten Gängen gut verschachtelt
- +Die erste Begegnung mit dem „Regalwesen“ ist kreativ inszeniert und bleibt im Kopf
- CONTRA
- -Die Steuerung fühlt sich schwammig an: Sprinten reagiert mit halber Sekunde Verzögerung
- -Nach 20 Minuten ist die Demo durchgespielt, kein Wiederspielwert
- -Gegner-KI bleibt nach drei Metern oft an Getränkekisten hängen und dreht sich im Kreis
- -Speicherfunktion fehlt komplett, obwohl die Sitzung länger als ein Kaffee dauert
FAZIT
Eine atmosphärisch gelungene Idee, die in der Demo noch zu sehr an ihren technischen Macken und der extrem kurzen Spielzeit kratzt.
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